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Mediziner wollen Knochenbruch-Risiko von Diabetikern senken

Professor Lorenz Hofbauer und Professorin Martina Rauner. Fotos: Andy Göbel für das UKD

Professor Lorenz Hofbauer und Professorin Martina Rauner. Fotos: Andy Göbel für das UKD

Uniklinik leitet Projekt „Fidelio“, das die Zusammenhänge zwischen Zuckerkrankheit und Knochengesundheit untersucht

Dresden, 23. Februar 2022. Damit die Knochen von Zuckerkranken künftig nicht mehr so leicht brechen, könnten womöglich Medikamente helfen, die eigentlich für die Altersmedizin entwickelt werden. „Tatsächlich hat man im Rahmen einer neuen Studie festgestellt, dass besonders Diabetes mellitus Typ 2 als ein Modell des beschleunigten Alterns bezeichnet werden kann“, schätzt Professorin Martina Rauner, die das Forschungslabor im Dresdner Universitätszentrum für Gesundes Altern (UCGA) leitet. „Dieses Konzept ist die Grundlage für die Entwicklung neuartiger Medikamente, den sogenannten „Senolytika“, die speziell auf die Eliminierung alternder Zellen abzielen.“

Diese Untersuchungen sind Teil des Projektes „Fidelio“, das die EU mit 3,8 Millionen Euro fördert. Das geht aus einer Mitteilung der TU Dresden hervor. Ein zentrales Projektziel ist die gemeinsame Ausbildung und Forschung von jungen Wissenschaftlern und Wissenschaftlern in diesem Medizinsektor.

Knochenbruch-Risiko bei Diabetikern um ein Drittel höher

Unter der Federführung der Uniklinik Dresden untersuchen in diesem Projekt Mediziner und Pharma-Experten aus Europa die Zusammenhänge von Diabetes und Knochenschwäche. Im Fokus stehen dabei unter anderem neue Therapien, aber auch Bildverfahren, mit denen sich Knochenbruch-Risiken bei Zuckerkranken klarer sichtbar machen lassen. Laut Uniklinik ist das Knochenbruch-Risiko bei Diabetikern um ein Drittel höher als bei gesunden Menschen.

„Patienten mit Typ 1-Diabetes mellitus (T1DM) geht man davon aus, dass die fehlende knochenaufbauende Wirkung von Insulin zu einer geringeren maximalen Knochenmasse führt, der Knochen ist allgemein graziler“, heißt es vom Uniklinikum. „Bei Typ 2-Diabetes mellitus hingegen (T2DM) ist das Frakturrisiko trotz normaler oder sogar erhöhter Knochendichtewerte erhöht, möglicherweise aufgrund einer schlechten Knochenqualität.“ Die genauen Ursachen seien noch nicht abschließend geklärt.

Hinzu kommt, dass Knochen und generell Wunden bei Zuckerkranken vergleichsweise schlecht heilen. „Eine schlechte Blutzuckereinstellung beeinträchtigt die Wund- und Knochenheilung. Die Folge sind häufige Infektionen und ein verlangsamter Heilungsprozess“, erklärt Prof. Lorenz Hofbauer vom UCGA. „Dies belastet nicht nur die Patienten und ihre Familien, sondern führt auch zu längeren und teureren Krankenhausaufenthalten.“

Quelle: UKD/TUD