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Rascher Güterumschlag zwischen Straße und Schiene gefragt

Im Alberthafen soll ein zweiter Trailerport entstehen, an dem Sattelauflieger rasch vom Straßenlaster auf den Güterzug verladen werden können. Foto: SBO

Im Alberthafen soll ein zweiter Trailerport entstehen, an dem Sattelauflieger rasch vom Straßenlaster auf den Güterzug verladen werden können. Foto: SBO

Sächsischen Binnenhäfen mit Rekord-Umschlag – aber eben nicht per Schiff

Dresden, 2. Februar 2022. Angesichts von Rekord-Güterumschlägen und steigender Nachfrage für die „Rollende Landstraße“ auf Schienen wollen die „Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe“ (SBO) im Hafen Dresden eine zweite Umladeanlage bauen, die Sattelauflieger („Trailer“) zwischen Straßenlastern und Güterzügen umschlagen kann. Das hat SBO-Chef Heiko Loroff angekündigt.

Alberthafen bekommt zweiten Trailerport

Dieser zweite Trailerport soll rund 3,4 Millionen Euro kosten und die Umschlagkapazität im Dresdner Alberthafen auf bis zu 50.000 Container steigern. Mit dem ersten Trailerport hatte das Unternehmen im Jahr 2021 über 24.000 Trailer mit einer Gesamtladekapazität von einer halben Million Tonnen von der Straße auf die Schiene verladen. Betreiber der Trailer-Züge ist die in Österreich ansässige „LKW Walter Internationale Transportorganisation AG“. Derzeit fertigt die Anlage im Alberthafen Dresden wöchentlich zwölf Züge im Non-Stop-Schichtmodus ab. Die Züge mit den aufgepackten Containern verkehren zwischen Rostock, Dresden und dem rumänischen Curtici – eine Art kleine „Neue Seidenstraße“ gewissermaßen. Im Jahr 2022 sollen zwei weitere Relationen, eine innerdeutsche und eine internationale, hinzukommen“, kündigte das Unternehmen an.

SBO setzt auf „trimodale Logistik“

Hintergrund: Längst schlagen die SBO-Häfen in Dresden, Riesa, Torgau, Dessau-Roßlau, Mühlberg, Děčín und Lovosice nicht mehr nur Waren per Schiff um. Vielmehr setzt das Unternehmen immer mehr auf den „trimodalen“ Transport, bei dem vor allem Container sehr rasch mit teils mobilen Fahrzeugen zwischen Lkw, Schiff und Zug umgeschlagen werden.

Schiffsumschlag um ein Drittel gesunken, Gesamtleistung steigt dennoch

Und diese Ausweitung der Geschäftsfelder hat sich bewährt: Zwar schrumpfte der Gütertransport per Schiff coronabedingt um fast ein Drittel auf nur noch rund 76.700 Tonnen. Aber insgesamt sei die Nachfrage für Verkehrsverlagerungen und Gütertransporte per Bahn zuletzt noch einmal deutlich gestiegen, teilte Loroff mit: In Summe habe der Verbund „das beste Umschlagergebnis seit 1990“ erreicht und im Jahr 2021 insgesamt 3,16 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Das waren 19,7 % mehr als im Vorjahr. Mit 1,26 Millionen Tonnen habe der Eisenbahntransport darunter einen besonders großen Anteil gehabt. Dank der guten Geschäftslage habe die SBO einen deutlichen Gewinn erwirtschaftet.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quelle: SBO