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Drogeriekette dm wächst in Sachsen

Dm-Drogeriemarkt. Foto: dm

Dm-Drogeriemarkt. Foto: dm

Unternehmen investiert nun weitere vier Millionen Euro im Freistaat

Dresden, 11. November 2021. Die Drogeriemarkt-Kette „dm“ wird im nun begonnenen Geschäftsjahr 2021/22 rund vier Millionen Euro in neue Standorte und Markt-Modernisierungen investieren. Das hat der dm-Gebietsverantwortliche Gert Moßler angekündigt. Vorgesehen sind demnach neue Märkte in Leisnig. Zwickau, Lauter und Bischofswerda sowie Umbauten in den Leipziger Drogeriemärkten im Sachsenpark und in Plagwitz. Allerdings wird dm in Sachsen auch einen Markt schließen, nämlich den in Meißen.

Trotz Corona sei die gesamte Gruppe, speziell aber auch dm in Sachsen spürbar gewachsen, sagt Moßler: Allein im Freistaat legte der Umsatz um 5,46 Prozent auf rund 268 Millionen Euro zu, die Belegschaft wuchs um 82 auf 1111 Beschäftigte, die Zahl der Filialen um vier auf 70.

Totentanz in der City, „Auto“-Standorte legen dagegen zu

Dahinter stecke allerdings eine sehr differenzierte Entwicklung unterschiedlicher Standorte: „Am Dresdner Postplatz, in der Altmarktgalerie und an anderen Innenstadtlagen haben unsere Märkte durch die Corona-Krise teils heftige Rückgänge erlitten“, berichtet Moßler im Oiger-Gespräch. „Während der Lockdowns hat man einen regelrechten Totentanz in den Innenstädten erlebt. Dafür haben aber die wohnortnahen Standorte mit eigenen Parkplätzen zugelegt: Die Kunden sind zwar nicht so häufig in die Märkte gekommen wie vor der Pandemie, aber sie haben pro Besuch mehr eingekauft – und für solche Einkäufe kommt man dann eben eher mit dem Auto.“

Dm setzt nun stärker auf Masken aus Europa

Stark gefragt waren – wenig überraschend – Desinfektionsmittel, Masken und andere Hygieneprodukte, die während der Corona-Zeit „angesagt“ waren und sind. Weil es in diesem Sortimenten eine zu starke Abhängigkeit von Lieferanten aus Asien gab, die zu Engpässen geführt haben, bezieht dm übrigens nun beispielsweise mehr Masken aus Europa.

Menschen gieren in Krisenzeit nach einem Hauch Glück im Alltag

„Außerdem hat es noch mal einen ordentlichen Schub für Erholungsbäder, Lotionen und andere Wellness- und Gesundheitsprodukte gegeben“, informiert Moßler. Diese Artikel waren zwar schon vor Corona im Kommen gewesen, hätten aber während der Pandemie noch einmal stark zugelegt. Womöglich stecke dahinter ein ähnlicher Effekt, wie ihn Lambertz-Chef Hermann Bühlbecker erst kürzlich wieder für Stollen von Dr. Quendt Dresden oder Printen aus Aachen diagnostiziert hatte: In Krisenzeiten gönnen sich die Menschen öfter als vorher kleine Alltagsfreuden, die eine Prise Glück ins Leben zurückbringen.

Wahrscheinlich bald auch dm-Lastenräder in Sachsen

Generell hat sich für dm ganz offensichtlich das Konzept ausgezahlt, sowohl mit physischen Märkten in der Flächen wie auch stark im Online-Geschäft präsent zu sein – und beides durch verschiedene Liefermodelle eng zu verzahnen. „Ein zukunftsorientierter Händler muss eben beides können: Online wie auch das Geschäft vor Ort“, ist Moßler überzeugt. Und dieser Kurs gehe auf: Mittlerweile sei das Unternehmen auch der größte Online-Händler für Drogerieartikel in Deutschland.

Nicht nur am Pilot-Standort Karlsruhe, sondern künftig auch in anderen Städten will dm bestellte Waren umweltfreundlich ausliefern. Foto: Uli Deck für dm

Nicht nur am Pilot-Standort Karlsruhe, sondern künftig auch in anderen Städten will dm bestellte Waren umweltfreundlich ausliefern. Foto: Uli Deck für dm

Angesichts des boomenden Online-Handels erprobt dm nun auch neue, umweltfreundliche Konzepte, um bestellte Waren vom Markt um die Ecke zum Kunden zu bringen – und zwar ohne Auto oder Kleintransporter. Konkret hat das Unternehmen zunächst in seiner „Heimatstadt“ Karlsruhe einen Lastenfahrrad-Transport angeboten. Das Konzept: Wer Waren per Internet bestellt, die im nächsten dm-Markt vorrätig sind, der bekommt die Produkte für drei Euro Gebühr per Lastenrad emissionsfrei nach Hause gebracht. Nach dem Pilotversuch in Karlsruhe bietet dm dieses Modell demnächst auch in Berlin und München an. Später werde dieses Angebot wahrscheinlich auch in Sachsen verfügbar sein, avisiert der Gebietsverantwortliche.

Paketstations-Idee ad acta gelegt

Ad acta hat dm hingegen frühere Pläne gelegt, an und in seien Märkten auch universelle Paketstationen für unterschiedliche Paketdienste aufzubauen. Das Modell sei nicht so gut angekommen wie erhofft und werde daher nicht weiter ausgerollt, informierte Moßler auf Anfrage.

Bald auch dm-Märkte in Polen

Zuletzt noch ein Blick auf die dm-Gruppe im Ganzen: Deren Umsätze legten im nun beendeten Geschäftsjahr 2020/21 um 6,5 Prozent auf 12,27 Milliarden Euro zu. Nach über vierjähriger Pause unternehmt das Unternehmen nun auch wieder einen internationalen Expansionsschritt: Im neuen Geschäftsjahr wird dm seine ersten fünf Märkte in Polen eröffnen. Damit betreibt die Gruppe dann in 14 europäischen Ländern eigene Filialen. Indirekt ist dm übrigens in weiteren Ländern vertreten – über Handelsplattformen. Seit Oktober 2021 beispielsweise verkauft der Schweizer Online-Händler „Galaxus“ auch ausgewählte dm-Eigenmarkenprodukte und über Alibaba ist dm mit ausgewählten Produkten sogar in China präsent.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quelle: Interview Moßler, dm.de