Monate: Oktober 2021

Roboter spielen eine Schlüsselrolle im Industriellen Internet der Dinge - hier ist beispielhaft ein Stäubli-Roboter zu sehen. Foto: Heiko Weckbrodt

Robotik-Förderation rechnet 2021 mit Rekordjahr

Robotik-Förderation prognostiziert 13 % mehr Auslieferungen im 2. Corona-Jahr Frankfurt am Main, 31. Oktober 2021. Das zweite Corona-Jahr 2021 wird wohl als Rekordjahr für Roboter enden. Das hat die Internationale Robotik-Förderation (IFR) aus Frankfurt am Main prognostiziert. Sie rechnet mit einem Zuwachs um 13 Prozent auf insgesamt 435.000 Roboter. „Der Robotikmarkt wird sich weltweit stark erholen“, erklärte IFR-Präsident Milton Guerry.

Etwas ahistorisch, aber steampunkisch anzusehen: Miniraketenwerfer auf dem Spielzeug-Schlachfeld des I. Weltkriegs. Bildschirmfoto (hw) aus: "Toy Soldiers"

„Toy Soldiers HD“: Turmverteidigung gegen Spielzeugsoldaten

KI bietet das Militärspielzeug des I. Weltkriegs gegen uns auf Mit „Toy Soldiers HD“ hat „Accelerate Games“ nun ein Turmverteidigungs-Spiel der besonderen Art veröffentlicht: Statt klassische Feuerwerfer, Bogenschützen- oder Kanonentürme wie in so vielen klassischen „Tower Defence“-Titeln platzieren und steuern wir hier Spielzeugsoldaten und –Kanonen. Die sind im Stil der Propaganda-Spielzeuge des I. Weltkriegs gehalten. Viele werden es wissen: Als sich Europa in den ersten großen Maschinenkrieg stürzte, war Kriegsspielzeug noch nicht so verpönt wie heute – die Propagandisten und national gesinnten Unternehmer auf beiden Seiten bestückten massenhaft Kinderzimmer mit derartigen Dingen.

In der aktuellen Digitalen Produktfabrik Nummer 4 entwickelt ein temporäres Forschungsteam ein System, um fahrerlose Transportsysteme in einer Chipfabrik vorausschauende und automatisch zu warten. Foto: Smart Systems Hub

Neues Forschungslabor fürs Internet der Dinge in Dresden

„Smart Systems Hub“ hat eine Art „Technologiespielwiese“ für kollaborative Innovatoren rund um die Industrie 4.0 eingerichtet Dresden, 28. Oktober 2021. Damit Hightech-Unternehmen in Sachsen schneller innovative Lösungen für das „Internet der Dinge“ (IoT) und die hochautomatisierten Fabriken der „Industrie 4.0“ entwickeln und austesten können, hat der „Smart Systems Hub“ in Dresden nun ein modernes IoT-Labor eingerichtet. Darauf hat Hub-Chef Michael Kaiser aufmerksam gemacht.

Blick in den Reinraum der neuen Halbleiterfabrik von Bosch in Dresden. Foto: Bosch

Bosch investiert weitere Millionen in sein Chipwerk Dresden

Insgesamt fließen rund 400 Millionen Euro zusätzlich nach Dresden, Reutlingen und Penang Dresden/Reutlingen, 29. Oktober 2021. Wegen der aktuellen Chip-Lieferkrise in der Autoindustrie investiert Bosch zusätzlich 400 Millionen Euro in Deutschland und Malaysia. Das Unternehmen will mit dem größten Teil der Summe im Jahr 2022 seine neue Chipfabrik in Dresden schneller ausbauen. Außerdem fließen 50 Millionen Euro in zusätzliche 4000 Quadratmeter Reinraumfläche in Reutlingen. Außerdem ist geplant, ein neues Halbleiter-Testzentrum in Penang in Malaysia zu bauen. Das hat Bosch heute mitgeteilt.

Solche makaberen Impfnachweis-Fälschungen zirkulieren derzeit im Netz. Repro: Kaspersky Deutschland

Corona-Impfung für Hitler?

Cyber-Diebe stehlen Impfschlüssel Berlin/Jena/Ingolstadt, 28. Oktober 2021. Gefälschte Corona-Impfausweise sind schon länger im Internet im Umlauf. Nun haben Cyberkriminelle aber anscheinend echte digitale Schlüssel erbeutet, mit denen sich gültige Impfzertifikate erstellen lassen, und bieten die nun im Netz an. Unbekannte  haben anscheinend als Beweis, was alles mit den Schlüssel möglich ist, vermeintlich echte polnische und französische Corona-Impfzertifikate für „Adolf Hitler“ in Umlauf gebracht. Das berichten die deutschen Töchter von Kaspersky in Ingolstadt und Eset in Jena.

Lars Janitz leitet den Unternehmensbereich "Global Managed Services" innerhalb der "NTT Data Business Solutions" AG. Foto: André Wirsig für die NTT Data Business Solutions AG

NTT-Tochter konzentriert Innovationsmanagement in Dresden

Software-Berater der „NTT Data Business Solutions“ setzen für Rechnerwolken, Industrie 4.0 und Smart City auf Ko-Innovationen aus Sachsen Dresden/Bautzen, 28. Oktober 2021. Angesichts der anziehenden weltweiten Nachfrage für Digitalisierungslösungen und Rechnerwolken („Clouds“) für Unternehmen und ganze Städte baut der japanische Informationstechnologie-Konzern NTT seine Innovationsaktivitäten und Software-Beratungsteams in Sachsen aus. Das hat Lars Janitz mitgeteilt, der in der NTT-Tochter „NTT Data Business Solutions“ die global gesteuerten Dienste („Global Managed Services“) leitet. „Der Unternehmensstandort Sachsen entwickelt sich hervorragend“, betonte er. Nach einer Durststrecke während der Coronazeit habe sich die Auftragslage inzwischen kräftig erholt.

Ambartec-Chef Matthias Rudloff. Foto: Heiko Weckbrodt

Ambartec puffert Ökostrom für Wasserstoffwirtschaft in blankem Eisen

Ostdeutsche Ingenieure haben in Dresden eine DDR-Technologie rekonstruiert und auf eine neue Stufe gehoben Dresden, 26. Oktober 2021. Das junge Hydrotech-Unternehmen „Ambartec“ aus Dresden hat eine verschollenen geglaubte Energiespeichermethode auf eine neue technologische Stufe gehoben: Statt den Wasserstoff in Hochsicherheitsbehältern, Riesentankern oder Pipelines von Norwegen oder Chile nach Deutschland zu transportieren, will Ambartec die nötige Ökoenergie für eine „saubere“ Wasserstoff-Wirtschaft in purem Eisen zwischenspeichern und in dieser Form über Weltmeere und Ländergrenzen transferieren. „Wir packen das ins Eisen und kommen damit auf eine sehr hohe Energiedichte“, fasst Ambartec-Chef Matthias Rudloff das Konzept zusammen.

Forscher am US-Seuchenkontrollzentrum CDC haben dieses 3D-Modell des neuen Corona-Virus (2019nCoV) entworfen, das eine schwere Lungenkrankheit auslösen kann. Die Angst vor dem Krankheitserreger lähmt mittlerweile weltweit das öffentliche Leben, die Wirtschaft, den Tourismus, selbst die Forschung in vielen Ländern. Illustration: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS, Lizenz: Public Domain, https://phil.cdc.gov/Details.aspx?pid=23312 / Wikipedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-nCoV-CDC-23312.png

Kinder leiden nach Corona öfter an Erschöpfung und Depression

Uniklinik Dresden hat Kassendaten auf Post-Covid-Symptome bei Minderjährigen durchforstet Dresden, 27. Oktober 2021. Junge Corona-Patienten leiden nach einer Covid19-Erkrankung besonders häufig unter Unwohlsein, Erschöpfung, Husten, Halsschmerzen, Angst und Depressionen. Bei ihnen finden sich nach drei Monaten fast ein Drittel häufiger derartiger Diagnosen als bei Minderjährigen ohne vorherige Corona-Erkrankungen. Das haben das Uniklinikum Dresden (UKD) und die TU Dresden mitgeteilt.

Die Scaba-Energiespeicher bestehen im Kern aus Leichtbau-Waben aus der Kunststoff-Spritzgießmaschine und Rundzellen. Foto: Heiko Weckbrodt

Scaba Dresden steigt in Solarspeichermarkt ein

TU-Ausgründung will neue Investoren an Bord holen Dresden, 27. Oktober 2021. Die Uni-Ausgründung Scaba aus Dresden will neben maßgeschneiderten Akkus für Spezialfahrzeuge künftig auch stationäre Stromspeicher anbieten. Diese Akkumulatoren sind unter anderem für Supermärkte, Metallbaubetriebe und andere Unternehmen gedacht. Die können dann damit entweder die Erträge aus eigenen Solaranlagen zwischenspeichern. Oder sie nutzen die Systeme als Puffer für eigenen Stromverbrauchsspitzen – dies hat oft starken Einfluss auf den Tarif, den die Betriebe bei ihrem Stromanbieter buchen müssen. Um dieses neue Produktfeld und die eigenen Kapazitäten auf- und auszubauen, bemüht sich Scaba derzeit während der „Hightech Venture Days“ in Dresden um rund 3,2 Millionen Euro Kapital von Investoren.

Da hat Papi mit seinem Scharfschützengewehr in letzter Sekunde geholfen: Zoe (Isabel May) ist inzwischen etwas mit den Nerven runter. Szenenfoto (Koch Media) aus: "Run Hide Fight"

„Run Hide Fight“: Die Gedemütigten laufen Amok

Selbstjustiz-Thriller aus den USA kommt ins Heimkino In „Run Hide Fight“ wirft US-Regisseur Kyle Rankin die Frage aus, was erlebte Gewalt aus jungen Menschen macht – und wie dünn die Grenzen zwischen Täter und Opfer manchmal sein können. Sein Teenager-Actionfilm stellt dabei einen Amoklauf an einer Oberschule in den Fokus und ist nach dem „Stirb Langsam“-Konzept gestrickt, allerdings mit reflektiven Untertönen. Statt eines John McClane im Feinripp-Unterhemd räumt bei ihm allerdings ein Mädchen in zerrissenen Jeans mit den Bösewichten auf.

Ein winziger elektrostatischer Lautsprecher auf MEMS-Basis. Um die Massenproduktion anzukurbeln, will Arioso Dresden zehn Millionen Euro von Investoren einwerben. Foto: Arioso

200 Millionen Euro Risikokapital in Dresden gesucht

40 junge Unternehmen aus Europa buhlen zu Hightech Ventures Days um Gunst der Investoren Dresden, 26. Oktober 2021. 40 Jungunternehmen aus ganz Europa, Israel und der Türkei werben derzeit in Dresden um die Gunst und das Geld von Risikoinvestoren: Bis zum 29. Oktober 2021 stellen sie zu den „Hightech Ventures Days“ in der gläsernen VW-Manufaktur ihre Hightech-Gründungen und Projekte vor. Insgesamt wollen sie diesmal über 200 Millionen Euro einsammeln. Zu den Innovationen und Projekten gehören beispielsweise Anlagen, die mit bakterieller Hilfe aus Paperabfällen Flüssiggas für Busse erzeugen, wiederentdeckte DDR-Technologien für die Energiespeicherung in Reinsteisen, Künstliche Intelligenzen, die Krebs erkennen, und neuartige Spitzen-Lautsprecher in Chipgröße.

Containerschiff. Foto: Thomas_G, Pixabay https://pixabay.com/de/users/thomas_g-7083/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=56569

9 % der Containerschiffe im Stau, Welthandel stagniert

IfW prognostiziert teure Weihnachtsgeschenke Kiel, 26. Oktober 2021. Trotz voller Auftragsbücher erholt sich die deutsche Industrie nur sehr langsam von Corona und das hat vor allem mit Handels-Hemmnissen für die Exportnation zu tun: Es fehlen nicht nur Chips, Stahl, Holz und allerlei Vorprodukte aus dem Ausland, sondern die Unternehmen können viele ihrer Waren nicht nach Übersee verschiffen. Mittlerweile stecken bereits neun Prozent der weltweiten Containerschiff-Kapazitäten im Stau vor chinesischen und amerikanischen Häfen fest oder warten in den Häfen auf den Umschlag, hat das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel ausgerechnet. Zum Vergleich: Vor einem Monat steckten erst drei Prozent der Containerschiffe im Stau.

Demonstratorbauteile aus Kupfer und weiteren Metallen aus dem 3D-Siebdrucker. Foto: Fraunhofer-Ifam

Präzisions-3D-Druck für den Umweltschutz

Mit hochpräzisen additiven Technologien will Fraunhofer Dresden den Stromhunger von E-Motoren dämpfen Dresden, 25. Oktober 2021. Der metallische 3D-Druck erobert sich immer neue Einsatzfelder – zum Beispiel für winzige kleine Computerchip-Kühlkörper, Mini-Brennstoffzellen, Hochfrequenzfilter für 5G-Funk oder besonders filigrane Elektrobleche für elektrische Antriebe. „Wir können inzwischen sehr feine metallische Strukturen in 3D erzeugen“, schätzt Thomas Studnitzky ein, der im „Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung“ (Ifam) in Dresden die Gruppe für 3D-Metalldruck leitet. Durch dreidimensionalen Siebdruck mit Metallpulver-Pasten und flüssigen Organikverbindungen, aber auch durch neuartige Belichtungsverfahren wie das „Lithography-based Metal Manufacturing“ (LMM) stoße die additive Fertigung – wie 3D-Druck in der Industrie genannt wird – immer mehr in die Welt der mikroskopisch kleinen Strukturen unterhalb von einem Millimeter vor.

Jürgen Czarske. Foto: Hannes Otto für die TUD

Dresdner Laser-Professor Czarske wird Vize der internationalen Optikkommission

TU-Forscher sieht viel Potenzial in Lichttechnologien Dresden/Paris, 25. Oktober 2021. Die „International Commission for Optics“ (ICO) hat den Dresdner Elektrotechnik-Professor und Laserexperten Jürgen Czarske zu ihrem Vizepräsidenten gewählt. Das hat die TU Dresden mitgeteilt, an der Czarske die Professur für Mess- und Sensorsystemtechnik (MST) inne hat. Die internationale Organisation für Optik und Photonik entstand 1947. Die darin organisierten Wissenschaftler und ingenieure haben sich das Ziel gesteckt, „international zum Fortschritt und zur Wissensverbreitung in den Bereichen Optik und Photonik beizutragen“.

Viele junge Frauen und Männer in der DDR wollten Flugbegleiterinnen oder Piloten bei der Interflug werden. Foto: Interflug Abteilung Werbung, Repro (hw): aus: S. Schmitz: Interflug

„Interflug“-Buch über Aufstieg und Absturz der DDR-Airline

Ostdeutsche Fluggesellschaft stand für den Traum von der Ferne – agierte aber auch als Billigflieger für Westberliner und Billigflieger für Westberliner Die war die Vorzugs-Airlines des Sandmännchens, transportierte Waffen ebenso wie Küken, beförderte, Preisfüchse aus dem Westen und besprühte Felder in der ganzen DDR, unter ihren Farben agierten aber auch die Stasi und die Leibflugzeuge der SED-Oberen: die Interflug. Der westdeutsche Stewart und Autor Sebastian Schmitz hat der staatlichen Fluggesellschaft der DDR ein ausführliches Buch gewidmet, das nun unter dem Titel „INTERFLUG – Die Fluglinie der DDR“ in den Stuttgarter Paul-Pietsch-Verlagen erschienen ist.