Monate: Juli 2021

Neues Leichtbaumaterial mit Potenzial: Spezialisten setzen auf der "Cube"-Baustelle in Dresden die dünnen Wände für das weltweit erste Carbonbetonhaus. Foto: Maximilian Krämer für C³

Potenzialanalyse: Carbonbeton verändert Spielregeln für das Bauwesen

Handelshochschule Leipzig untersucht ökologische Chancen des neuen Leichtbaumaterials aus Dresden Leipzig/Dresden, 31. Juli 2021. Mit Carbonbeton kann schöner, umweltfreundlicher und schneller gebaut werden. Zu dieser Folgerung sind Studenten der Handelshochschule Leipzig (HHL) in einer Potenzialanalyse gekommen. „Aus unserer Sicht kann Carbonbeton einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem, klimafreundlichem Bauen leisten“, betonte Professor Henning Zülch vom HHL-Lehrstuhls für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung. „Der Baustoff hat das Potenzial zu einem echten Game-Changer in der aktuellen Debatte rund um Klimaschutz und Smart Cities.“

Scoolio-Chef Danny Roller. Foto: Scoolio

Innovationszuschuss für Scoolio Dresden

Schüler-App bekommt neue Funktion für Berufssuche Dresden, 30. Juli 2021. Um Schüler bei der Berufssuche und Unternehmen bei der Azubi-Akquise zu helfen, baut die Dresdner Softwareschmiede „Scoolio“ eine neue „Future Space“-Funktion in ihre Schul-App ein: In diesem Zukunftsraum können die jungen Nutzer über ein digitales Kartenspiel ihre „Superkräfte“ entdecken. Die Scoolio-App schlägt ihnen dann passende Praktikumsplätze, Ausbildungs- und Studienangebote regionaler Partner vor.

Tracetronic-Chef Rocco Deutschmann (links) und VW-Elektronikentwicklungsleiter Axel Heinrich halten ein "e" und ein "o" zusammen. die Buchstaben symbolisieren das gemeinsame Joint-Venture ""Neocx". Foto: Volkswagen

Autosoftware zu komplex: VW und Tracetronic gründen Joint Venture in Dresden

Neocx soll automatische KI-Testplattform für Volkswagen-Gruppe aufbauen Dresden/Wolfsburg, 30. Juli 2021. Weil gute Software im Digitalisierungs-Zeitalter immer mehr darüber entscheidet, ob sich ein Auto überhaupt noch verkaufen lässt, diese Computerprogramme andererseits immer komplexer werden, haben „Volkswagen“ und „Tracetronic“ in Dresden das gemeinsame Softwaretest-Unternehmen „Neocx“ gegründet. Das startet mit 25 Mitarbeitern und soll später über 100 Menschen in Dresden und Wolfsburg beschäftigen. Das haben die beiden Partner heute in der sächsischen Landeshauptstadt mitgeteilt.

Sachsens Hightech-Gründer leiden unter Risikokapital-Lücken. Foto: Heiko Weckbrodt

IfW-Ökonomen: Autarkiekurs kann für EU teuer werden

Kiel, 30. Juli 2021. Wenn sich die EU wirtschaftlich stärker vom Rest der Welt abnabelt, um autarker zu werden und Wertschöpfung nach Europa zurückzuholen, wie seit der Corona-Krise und Donald Trumps Handelskriegen viel diskutiert, dann kann das teuer werden. Das haben Ökonomen vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel eingeschätzt. „Ein solches Abkoppeln der EU von internationalen Lieferketten oder auch nur von China würde die EU-Staaten jedoch hunderte Milliarden Euro kosten.“ Und weiter: „Würden sich Europas Handelspartner wehren und im Gegenzug vergleichbare Maßnahmen einleiten, wüchse der Verlust auf rund 870 Mrd. Euro oder 5,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.“

Plastemüll belastet die Umwelt. Vor allem Mikroplaste-Teilchen in den Ozeanen gelten als ernstes Problem, da Meeresvewohner dieses Partikel fressen - und letztlich landen diese Teilchen dann auch im Menschen. Foto: Heiko Weckbriodt

Forscher fahnden nach Mikroplaste im Essen

„microplastics@food“: Dresdner Polymerinstitut IPF beteiligt sich mit Analysetechnik an der Suche Wien/Dresden, 29. Juli 2021. Plaste im Essen klingt alles andere als appetitlich – und wie sich speziell winzige Mikroplastik-Teilchen in Lebensmitteln auf den Menschen auswirken, ist noch wenig erforscht. Forscher aus Österreich, Sachsen und Bayern suchen nun gemeinsam nach Möglichkeiten, Mikroplastik im Essen zu finden und dessen Quellen herauszubekommen. Das geht aus einer Mitteilung des Leibniz-Institut für Polymerforschung (IPF) aus Dresden hervor, das an diesem Verbundprojekt „microplastics@food“ mitarbeitet. Insgesamt beteiligen sich neben dem IPF, der Uni Bayreuth und dem Österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik in Wien noch 55 Unternehmen an diesem Vorhaben.

Grafik: hw

BGH: Facebook darf „Hassrede“ unterbinden, muss Nutzer aber anhören

Nutzer hat Anspruch darauf, über Löschung informiert zu werden und seinen Standpunkt darzulegen Karlsruhe/Berlin, 29. Juli 2021. Facebook und andere Unterhaltungs-Netzwerke im Internet dürfen sogenannte „Hassreden“ und andere regelwidrige Beiträge ihrer Nutzer auch dann im Grundsatz unterbinden, wenn diese Meinungsäußerungen nicht in strafrechtliche Kategorien wie. Beleidigung, Verleumdung oder Volksverhetzung fallen. Allerdings muss Facebook den Nutzer wenigstens nachträglich darüber informieren, wenn der Betreiber solch einen Beitrag gelöscht hat. Und vor einer generellen Sperrung muss Facebook dem Nutzer die Chance geben, sich dazu zu äußern. Das hat heute der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe entschieden (Aktenzeichen BGH III ZR 179/20 und III ZR 192/20).

Carbonnetze ersetzen Stahl als Beton-Bewehrung. Im Hintergrund ist das entstehende Carbonbetonhaus "Cube" in Dresden zu sehen. Foto: Heiko Weckbrodt

„Carbonbeton ist der Megatrend des 21. Jahrhunderts“

Neues leitfähiges Leichtbaumaterial soll künftig auch Parkplätze im Winter eisfrei halten Dresden, 29. Juli 2021. Der neue Baustoff “Carbonbeton” aus Dresden ermöglicht nicht nur besonders grazile Architekturen, sondern beherrscht aus sich heraus auch viele andere Raffinessen, die bisher nur mit aufwendigen Zusatzinstallationen realisierbar waren. Darauf haben Experten der TU Dresden hingewiesen. In Zukunft wird demnach das neue Leichtbaumaterial zum Beispiel ganze Wände in Heizungen verwandeln, aber auch Parkplätze und Flughafenflächen im Winter eisfrei halten. Denn statt Stahl enthält das Carbonbeton dünne Kohlenstoff-Fasernetze. Die sind nicht nur stabil, sondern auch leitfähig, und daher als Heizelemente und elektrische Leitungen nutzbar. Dadurch wird der Baustoff selbst zur Heizung und zum Stromnetz. Auch deshalb glaubt Frank Schladitz vom Bauforschungsverbund „C³ – Carbon Concrete Composite“ fest an das noch junge Leichtbaumaterial: „Carbonbeton ist der Megatrend des 21. Jahrhunderts im Bauwesen“, ist er überzeugt.

Dr. John Fahlteich vom Fraunhofer-Strahlinstitut FEP aus Dresden vor einer Beschichtungsanlage. Foto: Heiko Weckbrodt

Kampf gegen Müllinseln: Shampoo-Tütchen werden im Meer zu Sand

Fraunhofer-Strahlinstitut FEP arbeitet an selbstzersetzenden Verpackungen – und will in Dresden eine Ökopack-Beratungsfirma ausgründen Dresden, 28. Juli 2021. Damit die weltweiten Kunststoffmüllberge auf Land und auf See nicht weiter wachsen, entwickelt ein von Fraunhofer Dresden geführtes Konsortium derzeit neue Verpackungen, die sich selbst zersetzen oder zumindest leichter wiederverwertbar als klassischer Plasteabfall sind. Das hat Dr. John Fahlteich vom Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) mitgeteilt. Die FEP-Ingenieure wollen in diesem Zuge in Dresden auch ein Unternehmen ausgründen. Das soll Betriebe aus der Lebensmittelwirtschaft, Hygieneartikel-Industrie und anderen Branchen beim Einsatz umweltfreundlicherer Produkt-Verpackungen beraten.

Die Visualisierung zeigt, welchem Vorbild der künftige Spinnaker2-Superrechner folgt: dem menschlichen Gehirn. Grafik: Spinncloud

Globalfoundries stellt Spinnaker2-Neurochips für gehirnähnlichen Superrechner her

Die TU Dresden will daraus einen Computer bauen, der Künstliche Intelligenz auf eine neue Stufe hebt Dresden, 27. Juli 2021. Bei Globalfoundries Dresden geht nun ein neuer Neuro-Chip in die Produktion: Der „Spinnaker 2“ ist als Baustein für neuartige Supercomputer gedacht, die ähnlich wie das menschliche Gehirn arbeiten, aber eben als „Künstliche Intelligenz“ (KI). Das haben Globalfoundries sowie die Unis Dresden und Manchester heute mitgeteilt. Die junge TU-Ausgründung „Spinncloud Systems GmbH“ soll die neue KI dann auch kommerziell vermarkten, wenn sie zusammengesetzt, angelernt und hochgefahren ist.

Die Pilotanlage von Sunfire in Dresden-Reick hat mit der Dieselproduktion aus Luft, Wasser und Ökostrom begonnen. Foto: Sunfire/ Cleantech Media

Wasserstoff gefragt: Sunfire Dresden baut Elektrolyseur-Produktion aus

Millioneninvestitionen geplant, Belegschaft soll sich verdoppeln Dresden, 27. Juli 2021. Weil immer mehr Stahlwerke, Öl-, Chemie- und Energieunternehmen Wasserstoff auf elektrochemischem Weg mit Elektrolyse-Anlagen von Sunfire erzeugen wollen, baut das Dresdner Unternehmen seine Produktionskapazitäten nun stark aus. Das hat Sunfire-Technikchef Christian von Olshausen angekündigt. Insgesamt werde die Firma dafür bis 2025 einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Wie genau das Unternehmen diese Ausgaben finanzieren will, mochte er nicht verraten, kündigte aber an: „Wir stellen auch neues Personal ein.“ In den nächsten Jahren werde die Belegschaft dadurch stark wachsen: von derzeit 250 auf dann über 500 Beschäftigte oder womöglich noch mehr.

Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall Boxberg in der Oberlausitz. Der schwedische Konzern hat bereits angekündigt, sich aus der ostdeutschenBraunkohle zurückziehen zu wollen. Foto: Vattenfall

Der Braunkohle-Kumpel wird nicht im Großforschungszentrum arbeiten

Geplante Wissenschaftsinvestitionen werden der Lausitz eher langfristig helfen, meinen Wirtschaftsförderer Dresden/Görlitz, 26. Juli 2021. Das geplante Großforschungszentrum in der Lausitz ist eher als langfristige Investition in die Zeit nach dem Braunkohle-Ausstieg zu verstehen, allerdings nicht als kurzfristiger Jobmotor. Das haben Ifo-Ökonom Prof. Joachim Ragnitz und Andrea Behr von der Wirtschaftsförderung Görlitz einer vom Wirtschaftsministerium organisierten Gesprächsrunde eingeschätzt. Daher seien zum Beispiel auch erhebliche Investitionen in die Verkehrswege und die Digitalnetze notwendig, um schneller Investoren und Fachkräfte in die Lausitz zu locken.

Das Schwein Emma (alias: "Die Hässliche") und der Hahn Greasy (alias: "Der Zersauste") haben sich angefreundet. Foto: Prokino, Szenenfoto aus: "Unsere große kleine Farm"

Sachsen werfen Algen den Schweinen zum Fraß vor

Agrarministerium: Futter aus dem Bioreaktor sorgt für gesunde Tiere und schont die Umwelt Naundorf/Dresden, 26. Juli 2021. Schnitzel und Viehzucht stehen nicht nur bei Tierschützern und Vegetariern in der Kritik, sondern auch bei Umweltschützern: Nicht nur, dass die Schweine und Rinder wie wild rülpsen und furzen und damit Methan sowie andere Treibhausgase in die Atmosphäre entfleuchen lassen, sondern sie nehmen selbst dann große Flächen indirekt in Beschlag, wenn sie dicht gedrängt in Ställen stehen. Schweine in großen Ställen fressen zum Beispiel viel Weizen, Gerste, Mais, Sojabohnen, Kleie und andere Nutzpflanzen, die auf ausgedehnten Äckern zunächst wachsen müssen. Daher experimentieren Bauern und Ingenieure in Sachsen nun gemeinsam daran, den Schweinen auch Algen schmackhaft zu machen. Die ersten Befunde des Mikroalgen-Futterprojektes „Algapork“ in einer Schweinemast-Anlage im mittelsächsischen Naundorf sind vielversprechend: „Erste Versuchsreihen haben sehr positive Ergebnisse gezeigt“, hat heute das sächsische Ministerium für Regionalentwicklung in Dresden mitgeteilt. „Während die Tiergesundheit gesteigert werden konnte, sind der Futtermitteleinsatz und der CO2-Ausstoß reduziert worden.“

Diese mutierte Kreuzung zwischen Katze, Panda und irgendwas ist unser Held in "Biomutant". Szenenbild: THQ Nordic

Action-Adventure „Biomutant“: große Prügelei mit schrägen Monstern

Nur als Supermutant können wir den Baum des Lebens retten Eine Plage vernichtet die neue Welt, der Baum des Lebens stirbt – und nun ist es an uns, den Untergang zu verhindern. Im Action-Adventure „Biomutant“ kämpfen wir uns allerdings nicht etwa als muskulöser Marineinfanterist durch die feindlichen Reihen, sondern als mutierte Kreuzung zwischen Ratte, Waschbär und Katze.

Espen Askeladd (Vebjørn Enger) und Prinzessin Kristin (Eili Harboe) befragen den 190,5-jährigen Opa, wie er damals das Wasser des Lebens fand. Szenenfoto (Eurovideo) aus: Espen & die Legende vom goldenen Schloss

Skurriler Fantasy-Film „Espen & die Legende vom goldenen Schloss“

Charmante Märchenverfilmung aus Norwegen Wer das Wasser des Lebens will, muss zunächst einen blinden, dreiköpfigen Troll besiegen – und dafür die richtige Mixtur aus Kampfgeist und Überredungskunst finden. Falls Ihr das noch nicht gewusst habt, solltet Ihr euch vielleicht einmal „Espen & die Legende vom goldenen Schloss“ ansehen, den zweiten Fantasiestreifen aus der Filmreihe um den norwegischen Märchen-Antihelden Espen Askeladd, der nun als Videostrom fürs deutsche Heimkino erschienen ist.