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Nanodraht-Nasen schnüffeln nach freien Radikalen

Freie Radikale können den Aufbau von Smog-Kuppeln begünstigen - hier im Foto ist Smog in der Normandie zu sehen. Foto: G. Mannaerts, Lizenz: CC BY-SA 4.0, via HZDR-PM

Freie Radikale können den Aufbau von Smog-Kuppeln begünstigen – hier im Foto ist Smog in der Normandie zu sehen. Foto: G. Mannaerts, Lizenz: CC BY-SA 4.0, via HZDR-PM

Helmholtz Dresden entwickelt Sensoren für “Radical”

Dresden/ Cork, 23. März 2021. Um freie Radikale künftig schneller zu erkennen, entwickelt eine internationale Forschergruppe nun künstliche Spürnasen für diese besonders reaktionsfreudigen Luftschadstoffe. Das hat das „Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf“ (HZDR) mitgeteilt, dass im Verbundprojekt „Radical“ die Sensorentwicklung auf Nanodrahtbasis übernommen hat. Diese elektronischen Nasen sollen so billig sein, dass sie künftig in Flugzeugen, Schiffen und anderen Plattformen einsetzbar sind, um automatisch die Luftqualität zu überwachen.

Aggro-Moleküle beeinflussen Wetter und sauren Regen

„Diese freien Radikale sind reaktive Verbindungen, die chemische Vorgänge in der Atmosphäre vorantreiben und dadurch den Klimawandel, die Bildung von saurem Regen oder die Entstehung von photochemischem Smog beeinflussen“, erklärt Prof. Justin Holmes vom irischen University College Cork (UCC), der das Projekt leitet. Insofern können diese Moleküle viele „schädliche Prozesse für die menschliche Gesundheit und die Umwelt“ auslösen.

3,2 Millionen Euro aus EU-Programm

Bisher waren diese freien Radikale nur mit aufwendiger spektroskopischer Spezialmesstechnik ausmessbar. Daher gibt die EU den Projektpartnern nun 3,2 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Horizon 2020“, damit sie eine preisgünstige und überall einsetzbare Alternative entwickeln. Das HZDR-Team hat dafür auch schon eine Idee: Die Forscherinnen und Forscher wollen Sensoren aus Silizium-Nanodrähten bauen. Nähert sich ein geladenes Radikal, verändert dieses molekül die elektrische Leitfähigkeit dieser winzig kleinen Drähte – und dieser Effekt ist dann ausmessbar.

Das „Radical“-Projekt

Am Projekt „Radical“ beteiligen sich insgesamt sieben Partner: Das irische UCC, das HZDR aus Sachsen, die britische University of York, die griechische Nationale Technische Universität Athen, die bulgarische Firma Smartcom, die UCC Academy und das Luftqualitätsunternehmen Airlabs aus Großbritannien.

Autor: hw

Quelle: HZDR