Monate: September 2020

Im "Operationssaal der Zukunft" sammeln Wissenschaftler Erfahrungen mit roboter- und computergestützten Systemen für die Krebschirurgie. Foto: André Wirsig für das NCT/UCC

Moderner Komplex für Krebsforscher in Dresden

25 Millionen Euro teurer NCT-Neubau offiziell eröffnet Dresden, 21. September 2020. Um die Krebsforschung auf eine neue technologische und medinische Stufe zu heben, haben der Freistaat Sachsen, der Bund und private Spender rund 25 Millionen Euro in einen neuen wissenschaftlichen Komplex auf dem Uniklinik-Campus in Dresden investiert und ihn heute offiziell in Betrieb genommen.

Der Einband von "Wir sind ein Volk! – Oder? Die Deutschen und die deutsche Einheit", herausgegeben von Freya Klier. Abb.: Herder-Verlag

„Die einen wurden Lehrmeister, die anderen Lehrlinge“

Im Sammelband „Wir sind ein Volk! – Oder?“ reflektieren 20 Akteure 30 Jahre deutsche Einheit Herbert Wagner kann sich noch gut an diesen Vorabend der deutschen Wiedervereinigung vor 30 Jahren entsinnen: Der Elektronikingenieur war Oberbürgermeister von Dresden geworden und saß nun in seinem Dienstzimmer und lauschte der neuen Zeit entgegen: „Vor dem Dresdner Rathaus flogen vereinzelte Feuerwerkskörper“, erinnert er sich an den 2. Oktober 1990. „Wer nicht bis Mitternacht warten konnte, ließ bereits die Sektkorken knallen.“

Wo endet der Mensch, wo beginnt die Maschine? Szenenfoto aus der Neuverfilmung des Cyborg-Thrillers "Robocop". Abb.: MGM

Viele Deutsche wollen Cyborgs sein

Technologische Erweiterungen des menschlichen Körpers gelten längst nicht mehr nur als Horror- und Science-Fiction-Szenario Ingolstadt, 20. September 2020. Viele Deutsche haben Filme und Serien wie „Robocop“ oder „Der 6-Millionen-Dollar-Mann“, in denen technologisch aufgerüsteten Menschen („Cyborgs“) wahre Wunderdinge vollbrachten, offensichtlich noch in guter Erinnerung: Sie würden nämlich auch gern ihren Körper mit mehr Stärke, bessere Sicht oder Sprungkraft ausstatten. Das geht aus einer Studie “The Future of Human Augmentation 2020: Opportunity or Dangerous Dream?” des russischen Sicherheitssoftware-Unternehmens „Kaspersky“ hervor, die sich unter anderem auf eine Umfrage unter rund 1000 Bundesbürgern stützt.

Ab dem 30. Juni 2021 wird das 3G-Netz der Telekom in Deutschland abgeschaltet. Abb.: Dt. Telekom

Telekom schaltet 3G-Mobilfunk im Sommer 2021 ab

Alte Bestandsverträge werden „ohne Zusatzkosten“ auf 4G umgestellt, verspricht der Konzern Bonn, 18. September 2020. Die deutsche Telekom wird im Sommer 2021 ihr Mobilfunknetz der 3. Generation (3G) abschalten. Das hat die Telekom heute in Bonn angekündigt. Bestandskunden mit 3G-Verträgen sollen „automatisch und ohne Zusatzkosten“ auf die nächste Mobilfunk-Generation (4G, auch LTE genannt) umgestellt werden.

Forscher um Professor Gianaurelio Cuniberti von der TU Dresden arbeiten an künstlichen Nase von der Größe eines Computerchips. Foto. Steffen Füssel für die TUD

Dresdner wollen mit künstlichen Nasen Corona erschnüffeln

TU Dresden arbeitet an „psychologischen“ Riech-Chips Dresden, 18. September 2020. Corona-Infizierte zu erriechen, erscheint unmöglich. Doch genau daran arbeiten Forscher der Technischen Universität Dresden (TUD) gemeinsam mit Kollegen: Sie wollen mit „olfaktorischer Perzeptronik“ – konkret mittels lernfähiger Chemie-Sensorik– künstliche Spürnasen entwickeln, die es mit dem empfindlichen Geruchssinn eines Hannibal Lecter oder eines Spürhundes aufnehmen können. Das geht aus einer Mitteilung von Projektkoordinator Professor Gianaurelio Cuniberti vom TUD-Lehrstuhl für Materialwissenschaft und Nanotechnologie hervor.

Leistungshalbleiter wie diese vertragen Spannungen um die 1200 Volt. Nun will Infineon neben der Produktion auch die Entwicklung von Hochspannungs-Elektronik in Dresden konzentrieren. Foto: Infineon

Hochspannende Chips: Infineon stärkt Entwicklungszentrum Dresden

Elektronikunternehmen stellt Experten für neue Arbeitsgruppe ein Dresden, 17. September 2020. Der deutsche Mikroelektronik-Konzern Infineon überträgt seinem Dresdner Entwicklungszentrum zusätzliche Aufgaben: Neben Computerchips für klassische Autos und für „Künstliche Intelligenz“ (KI) sollen die Forscher dort nun auch Hochspannungs-Steuermodule für Elektroautos und andere elektrische Fahrzeuge entwickeln – vor allem für besonders effiziente Antriebe. Dafür entsteht in Dresden eine neue Arbeitsgruppe für Leistungshalbleiter, für die Infineon nun zunächst ein halbes Dutzend Elektromobilitäts-Spezialisten sucht – weitere sollen folgen, teilte Infineon-Standortsprecher Christoph Schumacher auf Oiger-Anfrage mit.

Manfred Horstmann wird zum 1. Oktober 2020 Chef von Globalfoundries Dresden. Foto: Globalfoundries Dresden

Wieder Chefwechsel bei Globalfoundries Dresden

Horstmann folgt auf Morgenstern – Mutterkonzern kündigt weiteren Ausbau der Fabrik an Dresden, 16. September 2020. Keine drei Jahre war der Chemiker Thomas Morgenstern Chef von Globalfoundries Dresden – nun verlässt er das Halbleiter-Unternehmen. Sein Nachfolger wird am 1. Oktober 2020 der Physiker Manfred Horstmann, der die Fabrik auch weiter ausbauen soll. Das geht aus einer Mitteilung von Globalfoundries Dresden hervor.

Sieht aus wie ein Staubsauger über einem Fusselteppich, ist aber eine Glasfaser-Leitung, durch das die Rossendorfer Quelle (organge) einzelne Lichtteilchen (gelb) für die Quantentelefonate sendet. Grafik: Juniks für das HZDR

Dresdner bauen innovative Lichtquelle für Quantentelefonie-Chips

Mit Kohlenstoff beschossenes Silizium liefert Photonen, die sich mit Glasfasern vertragen Dresden-Rossendorf, 16. September 2020. Damit abhörsichere Quantentelefonie einfacher und damit auch für Privatleute nutzbar wird, haben Physiker am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Quelle für genau dosierte Lichtteilchen (Photonen) konstruiert. Das hat das HZDR mitgeteilt. Die Forscher wollen im nächsten Schritt auch zeigen, dass sich ihre Quellen in Telekommunikations-Chips integrieren lassen, um letztlich eine Massenproduktion zu ermöglichen.

Das Kraftwerk Boxdorf: Statt Kohle zu verfeuern, soll der Standort künftig Carbonfasern für Autos und Flugzeuge entwickeln. Foto: Leag

Carbon statt Kohle in Boxberg

Lausitzer Kraftwerkstandort soll Stadt der umweltfreundlichen Leichtbaumaterialien werden Dresden/Boxdorf, 16. September 2020. Parallel zum Ausstieg aus der Braunkohle soll sich Boxdorf in Sachsen auf die energieeffiziente und umweltfreundliche Produktion von Kohlenstofffasern (Carbon) spezialisieren. Statt im alten Kraftwerk weiter Kohle zu verfeuern, soll sich die Stadt in der Lausitz insofern auf Leichtbau-Technologien für die Autoindustrie, den Schiffbau sowie die Luft- und Raumfahrt fokussieren. Das sieht eine Vereinbarung vor, die das sächsische Regionalministerium, die Lausitz Energie Kraftwerke AG und Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG), das Exzellenzclusters „Merge“ der TU Chemnitz sowie die Fraunhofer-Institute für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) und für Angewandte Polymerforschung (IAP) heute in Boxdorf geschlossen haben.

Auf die Sanierer wartet viel Arbeit, wenn sie die restlichen alten Fabrik-Gebäude der "Universellen Werke Dresden" als Technologiezentrum reaktivieren wollen. Foto: Heiko Weckbrodt

Vier neue Technologiezentren und Gewerbehöfe in Dresden geplant

Um Ansiedlungen zu fördern, soll Flächenangebot bis 2023 um fast die Hälfte wachsen. Dresden, 15. September 2020. Die kommunalen Wirtschaftsförderer wollen bis Ende 2023 vier Technologiezentren und Gewerbehöfe in Dresden neu einrichten oder deutlich ausbauen, um mehr Platz für Gründer und auswärtige Investoren zu schaffen. Das hat Amtsleiter Robert Franke angekündigt.

Dresden will sich als Standort für Künstliche Intelligenz (KI) profilieren. Da darf ein elektronisches Stadtarchiv nicht fehlen. Fotos und Montage: Heiko Weckbrodt

Fraunhofer Dresden will dem Mittelstand KIs schmackhaft machen

Sachsen möchten im internationalen Megathema „Künstliche Intelligenz“ mitreden Dresden, 15. September 2020. Mangels eigener Internetkonzerne im Land setzt Sachsen bei seiner Aufholjagd in der Schlüsseltechnologie „Künstliche Intelligenz“ (KI) auf starke Forschungsinstitute und den Mittelstand. Damit diese beiden Pole besser voneinander profitieren, richtet das Fraunhofer-Teilinstitut für die „Entwicklung adaptiver Systeme“ (EAS) in Dresden am 16. und 17. September die „AI Innovation Days 2020“ aus.

Ein entscheidender Vorteil der neuen Gerätegeneration ist die Kombination von Bestrahlungskopf (oben) und integriertem Röntgengerät (links und rechts zwischen dem Patienten zu sehen). Foto: Marc Eisele für das Uniklinikum Dresden

Linear-Beschleuniger in Dresden bestrahlt nun Patienten nun in Serie

Medizinerin: Machen einen großen Sprung nach vorn Dresden, 14. September 2020. Das Uniklinikum Dresden setzt seinen neuen Linearbeschleuniger nun auch für die Patientenbehandlung ein. Das haben die Hochschulmediziner mitgeteilt. „Mit der neuen Gerätegeneration machen wir einen großen Sprung nach vorn“, sagt Prof. Esther Troost, die gemeinsam mit Prof. Mechthild Krause die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie leitet.

Nvidia will mit der ARM-Übernahme seine Führungsposition beim KI-Chip-Entwurf - hier Jetson-Platine in einem Isaal-Roboter - weiter ausbauen. Abb.: Nvidia

Nvidia kauft ARM-Prozessorschmiede

Mit dem Milliarden-Geschäft will der Grafikchip-Konzern seine Spitzenposition in der KI-Elektronik ausbauen Cambridge/Santa Clara, 14. September 2020. Das ist ein Paukenschlag für die globale Mikroelektronik-Branche: Der kalifornische Grafikchip-Konzern Nvidia kauft die englische Smartphone-Prozessor-Firma „ARM“ aus Cambridge. Das haben Nvidia in Santa Clara und ARM in Cambridge nun angekündigt. Der bisherige Eigentümer Softbank bekommt dafür rund 33,5 Milliarden Dollar (28,2 Milliarden Euro), der größere Teil davon in Form von Nvidia-Aktien. Nvidia-Gründer Jensen Huang will damit nach eigenem Bekunden „das führende Unternehmen für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz schaffen“.

Vorserien-Modell aus der ID-Familie in der Volkswagen-Manufaktur Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

VW liefert heute ersten ID3 aus

Erster reiner Stromer wurde in Sachsen gebaut – und wird in Manufaktur Dresden an Kunden übergeben Dresden, 9. September 2020. Volkswagen liefert heute seinen ersten Serienstromer aus, der von Anfang an als Elektroauto konstruiert wurde – anders als beispielsweise die E-Golfs, bei denen es sich um umkonstruierte Verbrenner handelt. Der erste ID3 wird in der gläsernen VW-Manufaktur in Dresden an einen Kunden übergeben, kündigte der Autokonzern an.