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Batterie-Millionen für BASF Schwarzheide

Chemikerin Dr. Daniela Pfister begutachtet eine Zelle, die Kathodenmaterial von BASF enthält. BASF forscht an innovativen Kathodenmaterialien, die Reichweite von Elektroautos verdoppeln sollen. Als ein Produktionsstandort ist Schwarzheide vorgesehen. Foto: Detlef W. Schmalow für BASF

Chemikerin Dr. Daniela Pfister begutachtet eine Zelle, die Kathodenmaterial von BASF enthält. BASF forscht an innovativen Kathodenmaterialien, die Reichweite von Elektroautos verdoppeln sollen. Als ein Produktionsstandort ist Schwarzheide vorgesehen. Foto: Detlef W. Schmalow für BASF

Bund und Land sagen 175 Millionen Euro für Kathodenmaterial-Produktion in der Lausitz zu.

Schwarzheide, 19. August 2020. Damit BASF in Schwarzheide und Ludwigshafen die Produktion von Batterie-Chemikalien hochfährt, haben der Bund und das Land Brandenburg dem Chemiekonzern nun rund 175 Millionen Euro zugesagt. Dies geht aus einer Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums hervor.

Bund will deutsche Autoindustrie batterie-autark machen

Die Investition ist Teil des Bundesbatterie-Programms, mit dem die Regierung die deutsche Elektroauto-Industrie weniger abhängig von Zulieferungen aus Fernost machen will. Insgesamt hat der Bund über 1,5 Milliarden Euro für den Aufbau einer eigenen deutschen Batteriezellforschung und -fertigung versprochen.

Blick auf BASF Schwarzheide von der Eindampfanlage (EDA). Im Hintergrund befindet sich das Blockfeld für die geplante Anlage für Kathodenmaterialien, die bis 2022 in der Lausitz entstehen soll. Foto. Kai Abresch für BASF

Blick auf BASF Schwarzheide von der Eindampfanlage (EDA). Im Hintergrund befindet sich das Blockfeld für die geplante Anlage für Kathodenmaterialien, die bis 2022 in der Lausitz entstehen soll. Foto. Kai Abresch für BASF

Neue Kathoden-Chemie statt Polyurethan

Der Zuschlag für Schwarzheide ist aber nicht nur eine innovationspolitische Weichenstellung, sondern regionale Strukturhilfe: Der Lausitzer BASF-Standort hatte in den vergangenen Jahren zeitweise gewackelt, weil der Konzern für die bis auf DDR-Zeiten zurückgehende Polyurethan-Produktion dort keine großen Perspektiven mehr sah. Statt dessen will das Unternehmen in Schwarzheide und Ludwigshafen künftig neuartige Kathoden-Materialien für Batterien „Made in Germany“ entwickeln, produzieren und auch deren spätere Wiederverwertung organisieren.

Woidke sieht „Lausitz auf dem Weg in eine neue Zukunft“

„Die Lausitz macht sich auf den Weg in eine neue Zukunft“, schätzte der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ein. „Der Aufbau der Kathodenmaterial-Produktion bei BASF in Schwarzheide ist eine Schlüsselinvestition für die elektromobile Zukunft Europas – ein Projekt, von dem europaweit ein wichtiger Impuls für Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit ausgehen wird.“ Daher beteiligt sich Brandenburg auch mit 50 Millionen Euro an den Staats-Zuschüssen. Da zudem Tesla gerade eine große Elektroauto- und Batteriefabrik in Grünheide bei Berlin baut, könnte Brandenburg in den nächsten Jahren zu einem führenden Batteriestandort in Europa aufsteigen.

Sachsen kam bisher nur wenig zum Zuge

Ursprünglich hatten auch die Sachsen auf eine Batteriefabrik gehofft. Letztlich bekamen die Energiespeicher-Forscher und -Unternehmer bisher aber nur kleine Zuschläge aus dem Bundesbatterie-Programm. Die EU hat die deutschen Vorhaben als „Großprojekte von gemeinsamem europäischen Interesse“ (IPCEI = Important Project of Common European Interest) eingestuft. Damit sind höhere Staatssubventionen möglich als sonst üblich. Ein weiteres IPCEI-Beispiel ist die Halbleiterfabrik, die Bosch derzeit in Dresden baut.

Autor: hw

Quellen: BMWi, BASF, Oiger-Archiv

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