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Fraunhofer Dresden pflanzt Kopierschutz per 3D-Druck in Bauteile ein

Das additive Verfahren "Laserstrahlschmelzen" kommt beim 3D-Druck zum Einsatz. Foto: Fraunhofer IWU

Das additive Verfahren “Laserstrahlschmelzen” kommt beim 3D-Druck zum Einsatz. Foto: Fraunhofer IWU

Forscher erzeugen 3D-Codes im Innern von Prothesen und anderen Komponenten

Dresden., 2. Juni 2020. Fraunhofer-Forscher aus Dresden wollen Industriespionen und Produktpiraten das Leben schwer machen: Beim 3D-Druck von Bauteilen pflanzen sie ins Inner der Bauteile versteckte räumliche Codes ein. Die können dann später durch Ultraschall, Röntgen oder Wirbelströme ausgelesen werden, um beispielsweise Komponenten „Made in Germany“ von billigen Fälschungen zu unterscheiden. Das hat die Dresdner Außenstelle des „Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik“ (IWU) aus Chemnitz mitgeteilt.

Bei einem Hüftschaft-Implantat aus Titan (Demonstrations-Modell) wird der integrierte Code kontaktlos per Wirbelstrom ausgelesen. Foto: Fraunhofer IWU

Bei einem Hüftschaft-Implantat aus Titan (Demonstrations-Modell) wird der integrierte Code kontaktlos per Wirbelstrom ausgelesen. Foto: Fraunhofer IWU

Auch als auslesbarer ID-Code für Implantate geeignet

Anderseits können Mediziner durch diese tief eingepflanzten Muster die Implantate im Körper eines Patienten leichter identifizieren. Das ist besonders wichtig, wenn der Patient seinen Prothesen-Pass vergessen hat oder ohne Unterlagen in der Notaufnahme landet. Die Ärzte können dann per Röntgen oder Computertomografie das Implantat auslesen.

Kleine Höhlen bilden eine Art QR-Code

„Man muss sich das vorstellen wie ein Implantat im Implantat, erklärt Constanze Neupetsch, die die -Forschungsgruppe für Prothetik und Instrumente in der Dresdner IWU-Außenstelle. Leitet. „Während beim 3D-Druck Edelstahl oder Titan Schicht für Schicht ausgehärtet wird, lassen wir systematisch kleinste Hohlräume im Inneren, die man von außen nicht sieht. Die Anordnung der Hohlräume ist stabil und unverwechselbar. Wir pflanzen quasi einen QR-Code ins Metall. Genau wie auf einer Milchpackung oder einem Plakat an der Bushaltestelle, bei denen man mit dem Smartphone einen solchen Code scannen kann, sind dann auch Informationen von Implantaten abrufbar. Nur geht es hier eben um andere Lesegeräte als das Handy.“

Forscherin stellt Technologie in Webinar vor

Am 9. Juni 2020 will Constanze Neupetsch das neue, fälschungssichere 3D-Siegel interessierten Industrie-Ingenieuren, Medizinern und anderen Fachleuten vorstellen. Wegen Corona und Klimaschutz ist die „Bauteilidentifikation in der additiven Fertigung“ als Internetseminar (Webinar) geplant, zu dem man sich bis zum 7. Juni hier anmelden hier kann: s.fhg.de/A8K

Autor: Oiger

Quelle: Fraunhofer IWU