Monate: Mai 2020

Prof. Xinliang Feng. Foto: Heiko Weckbrodt

2D-Designerwerkstoffe für superleichte Fahrräder

DFG gibt 7,7 Millionen Euro für Sonderforschung der TU Dresden Dresden, 31. Mai 2020. Auf durchsichtige Smartphones, Superakkus für reichweiten-starke Elektroautos und besonders leichte Fahrräder, deren Rahmen nur noch ein Kilo wiegt, zielt ein neuer Sonderforschungsbereich (SFB) in Dresden: Im Verbund „Chemie der synthetischen zweidimensionalen Materialien“ wollen die Wissenschaftler um die TU-Professoren Xinliang Feng und Prof. Thomas Heine neue Werkstoffe entwickeln, die aus jeweils nur einer oder höchstens zehn Lagen von zweidimensional vernetzten Atomen bestehen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat für diesen SFB 1415 in Dresden nun 7,7 Millionen Euro bewilligt. Das haben die TU Dresden und das sächsische Wissenschaftsministerium mitgeteilt.

Start der Falcon-9-Rakete mit dem bemannten Privat-Raumschiff "Crew Dragon" an der Spitze. Foto: Nasa

Erstes bemanntes Privat-Raumschiff erreicht Erdorbit

„Crew Dragon“ mit zwei US-Astronauten an Bord steuert nun gen ISS Erdorbit, 30. Mai 2020. Erstmals hat ein privates Raumschiff zwei Astronauten in den Erdorbit: Robert Behnken und Douglas Hurley sind mit dem „Crew Dragon“ von Elon Musks Raumfahrunternehmen „SpaceX“ unterwegs zur internationalen Raumstation ISS. Dort wollen sie gegen 10.30 Uhr am Sonntag andocken. Das haben die US-Raumfahrbehörde Nasa sowie SpaceX mitgeteilt.

Jungholz-Gründer Philipp Strobel mit seinem selbstentworfenen Coronavisier aus Holz. Foto: Heiko Weckbrodt

Jungholz Dresden spendet Anti-Corona-Visiere

Gesichtsschutz in Edelholz-Optik beliebt: Manufaktur hat schon 4000 Stück gefertigt Dresden, 30. Mai 2020. Seit „Jungholz“ einen Teil seiner Produktion auf Holzvisiere gegen Corona umgestellt hat, hat die Dresdner Manufaktur rund 4000 Bestellungen für diesen holzgerahmten Gesichtsschutz bekommen. 30 Stück hat „Jungholz“-Chef Philipp Strobel bereits an die Lebenshilfe und die Armenspeisung gespendet, weitere Visiere will er Anfang Juni spenden. Das hat das Unternehmen nun angekündigt.

Streik vor der Globalfoundries-Chipfabrik in Dresden. Foto: IG BCE

Über 100 Streiker vor Werktor von Glofo Dresden

Gewerkschaften wollen weiter Tarifvertrag erzwingen Dresden, 29. Mai 2020. Rund 100 bis 200 Streikende haben am Freitagnachmittag vor den Werktoren von Globalfoundries (Glofo) Dresden einen Tarifvertrag für die rund 3200 Chipwerker gefordert. Allerdings gelang es ihnen bis zum Abend nicht, die Halbleiterproduktion in der Fabrik lahmzulegen, wie es die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) zunächst angekündigt hatte.

Speziell gesichertes Cloud-Rechenzentrum der T-Systems. Foto: Telekom

Cloud & Heat Dresden simuliert gehärtete Rechnerwolke „Gaia-X“

Sachsen wollen deutschen und französischen Ministern zeigen, wie die neue Europa-Cloud funktionieren kann Dresden, 29. Mai 2020. Um die deutsch-französische Rechnerwolke „Gaia-X“, mit der sich Europa unabhängiger von US-amerikanischen Internetriesen wie Amazon oder Microsoft machen will, war es nach der lauten Ankündigung zuletzt etwas still geworden. Nun aber hat das Dresdner Mobilrechenzentrum-Unternehmen „Cloud & Heat“ zusammen mit Projektpartnern einen ersten Demonstrator entworfen. Die Simulation soll zeigen, wie die Europa-Cloud künftig praktisch funktionieren könnte. Am 4. Juni 2020 wollen die Sachsen die „Gaia-X“-Demo auf einer internationalen Videokonferenz dem deutschen Wirtschaftsminister Peter Altmaier und der Forschungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) sowie dem französischen Wirtschaftsminister Bruno Le Maire (LEM) vorführen.

Die Elbe-Flugzeugwerft (EFW) baut derzeit für DHL A330-Passagiermaschinen in Frachter um. Foto: EFW

EFW rüstet Airbus 330 zum 62-Tonnen-Frachter um

Neuer Ladungsrekord Dresden, 29. Mai 2020. Weil der Bedarf an Frachtflugzeugen steigt, haben die Elbe-Flugzeugwerke (EFW) nun für den Paketdienstleister DHL einen ehemaligen Passagier-Airbus A330 zu einem Frachtflugzeug mit besonders viel Ladung umgebaut: Der A330-300P2F kann über 62 Tonnen Fracht aufnehmen, teilten die EFW mit, die die Cargo-Maschine nun an DHL übergeben haben.

Globalfoundries Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Erneut Warnstreik bei Globalfoundries Dresden

Chemiegewerkschaft will endlich Tarifvertrag erzwingen Dresden, 28. Mai 2020. Um doch noch einen Tarifvertrag bei Globalfoundries (GF) zu erzwingen, bestreiken die Gewerkschaften morgen (29. Mai 2020) erneut die Dresdner Fabrik des US-Chipherstellers. Das geht aus einer Ankündigung der „Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie“ (IG BCE) hervor. Der Streik soll 14 Uhr vor dem Werktor starten und 24 Stunden dauern. GF-Sprecher Jens Drews kritisierte die Gewerkschaftsaktion derweil in einer ersten Reaktion als „verantwortunsglos“ mitten „in der größten Wirtschaftskrise unseres Landes“.

TU-Forscher bauen künstliche Neuronen aus Nanodraht und Silizium-Gel

Bausteine für lernfähige neuromorphe Computer, die sich selbst umbauen können Dresden, 28. Mai 2020. Aus winzigen Nanodraht-Transistoren lassen sich anpassungsfähige Computer bauen, die ähnlich wie das menschliche Gehirn an ihren Aufgaben wachsen. Das haben Nanotech-Forscher der TU Dresden gemeinsam mit internationalen Kollegen nachgewiesen. Solche „neuromorphen“ Rechner werden zum Beispiel für Künstliche Intelligenz, in autonom fahrenden Autos, in der Bilderkennung und für andere Analyseaufgaben benötigt, für die klassische Computer zu viel Zeit und Energie verbrauchen.

Forscher am US-Seuchenkontrollzentrum CDC haben dieses 3D-Modell des neuen Corona-Virus (2019nCoV) entworfen, das eine schwere Lungenkrankheit auslösen kann. Die Angst vor dem Krankheitserreger lähmt mittlerweile weltweit das öffentliche Leben, die Wirtschaft, den Tourismus, selbst die Forschung in vielen Ländern. Illustration: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS, Lizenz: Public Domain, https://phil.cdc.gov/Details.aspx?pid=23312 / Wikipedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-nCoV-CDC-23312.png

Ischgl war Corona-Epizentrum für Deutschland

IfW-Studie: Je näher am Ski-Ort, desto mehr Infizierte gab es Ischgl/Kiel, 27. Mai 2020. Die geografische Nähe zum österreichischen Skiort Ischgl und die Corona-Infektionsrate in Deutschland stehen mindestens in einem korrelativen Zusammenhang. Anders ausgedrückt: Es waren nicht ausschließlich, aber vor allem heimkehrende Skifahrer aus Ischgl, die das Corona-Virus nach Deutschland eingeschleppt haben. Der Wintersportort war insofern für Deutschland eine Art Seuchen-Epizentrum. Das geht aus einer Studie “Après-ski: The Spread of Coronavirus from Ischgl through Germany” des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) aus Kiel hervor.

Andrés Lasagni (rechts) und Prof. Frank Mücklich (links) haben eine neue Methode gefunden, um mit Lasern sehr schnell Mikrostrukturen zu erzeugen.

Autowäsche und Geschirrspülen bald überflüssig?

Dresdner Laserexperten gravieren selbstreinigende Oberflächen Dresden, 27. Mai 2020. Der Traum von der Spüle, die nicht mehr gewienert werden muss, und vom Auto, das nicht mehr in die Wäsche muss, rückt näher: Dresden Wissenschaftler haben mit Lasern auf Alu-Platten wasserabweisende Mikrostrukturen eingraviert, die für einen Selbstreinigungseffekt sorgen. Gute Chancen für die mittlerweile auch für Großserien geeignete Technologie sehen die Forscher vor allem in der Autobranche, im Flugzeug-Bau und in der Lebensmittelindustrie . Das haben die Entwicklungspartner, die TU Dresden und das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) Dresden, mitgeteilt.

Das Industriemuseum schlägt auch den Bogen zu den hochautomatisierten Roboterfabriken der Gegenwart und Zukunft. Foto: Heiko Weckbrodt

Roboterförderation: Nach Corona wird im Westen eine Re-Industrialisierung mit Robotern einsetzen

Arbeitsmarkt-Effekte der Automatisierung bleiben aber umstritten Frankfurt am Main/Cambridge/Nürnberg, 27. Mai 2020. Die Corona-Krise wird wahrscheinlich in einigen Regionen zu einer Wieder-Industrialisierung und noch mehr Robotern in der Produktion führen. „Nach der Krise erwarten wir einen erheblichen Schub für die Robotik und Automatisierung, auch wenn sich die Branche derzeit nicht vom wirtschaftlichen Abschwung abkoppeln kann“, schätzte die „Internationale Förderation für Robotik“ (IFR) in Frankfurt am Main ein.

Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall Boxberg in der Oberlausitz. Der schwedische Konzern hat bereits angekündigt, sich aus der ostdeutschenBraunkohle zurückziehen zu wollen. Foto: Vattenfall

Handwerker fordern erneut Sonderwirtschaftszone in der Lausitz

Dresdner Kammer stützt sich auf Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft Dresden, 26. Mai 2020. Die Handwerkskammer Dresden hat sich erneut für eine Sonderwirtschaftszone in der Lausitz in der Zeit nach der Kohle eingesetzt. In dieser Zone könnten beispielsweise niedrigere Gewerbesteuersätze, höhere Investitions-Zuschüsse, weniger Bürokratie und mehr Forschungsförderung gelten, erklärte Kammerpräsident Jörg Dittrich und berief sich dabei auf ein Kurzgutachten des „Instituts der deutschen Wirtschaft“ (IW), das die FDP- Bundestagsfraktion zum Thema „Sonderwirtschaftszonen“ in Auftrag gegeben hatte.

Alibaba-Campus in Hangzhou. Foto: Alibaba

Amazon immer noch viermal so groß wie Alibaba

Beim Gewinn nehmen sich der US-Online-Riese und das Pendant aus China aber nicht mehr viel London/Seattle/Hangzhou, 26. Mai 2020. Der US-Onlinehandelsriese Amazon aus Seattle und sein chinesisches Pendant Alibaba mit Hauptsitz in Hangzhou verfolgen inzwischen recht ähnliche Geschäftsmodelle und wachsen damit auch stark. Beim Gewinn liegen sie auch nicht weit auseinander. Doch gemessen am Umsatz liegt Alibaba noch weit hinter Amazon. Das geht aus einer Analyse des Finanznachrichten-Portals „Learbonds.com“ aus London hervor.