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Technikmuseum wird zum Schaufenster der Dresdner Forschung

Mit Terahertz-Strahlung können Physiker Quantenphänomene gezielt manipulieren. Dr. Zhe Wang (Institut für Strahlenphysik), der als High Potential ans HZDR kam, richtet an der Lichtquelle TELBE einen neuen Messplatz ein, der künftig noch genauere Beobachtungen ermöglicht. Foto: HZDR / S. Floss

Foto: HZDR / S. Floss

Quantenmaterialien, 5G und Klimawandel: Die Technische Sammlungen eröffnen neue Sektion über aktuelle wissenschaftliche Top-Themen.

Dresden, 19. Dezember 2019. Exzellente Forschungsprojekte der Dresdner Wissenschafts-Szene spielen in den „Technischen Sammlungen Dresden“ (TSD) künftig eine größere Rolle: Im Mai will Direktor Roland Schwarz ein „Schaufenster der Forschung“ eröffnen. Entstehen soll dieser neue Museumsbereich in der fünften Etage des Ernemann-Baus an der Junghansstraße.

Ein Wissenschafts-Schaufenster im ständigen Wandel

„Wir wollen dort mit interaktiven Exponaten und populärwissenschaftlichen Veranstaltungen zeigen, woran aktuell in Dresden geforscht wird“, kündigte Schwarz an. Das rund 120 Quadratmeter große Areal werde sich den Besuchern so präsentieren wie der Erkenntnisgewinn in den Instituten oder wie die Auslagen in einem Heimelektronik-Laden: im ständigen Wandel.

Roland Schwarz, Direktor der Technischen Sammlungen Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Roland Schwarz, Direktor der Technischen Sammlungen Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Start im Mai 2020

Vieldiskutierte Technologien wie die Quantenmaterialien und der Mobilfunk der 5. Generation (5G) machen im Mai den Anfang. „Zusammen mit dem Barkhausen-Institut der TU Dresden wollen wir beispielsweise die Vorteile und Chancen durch 5G zeigen, aber auch die Bedenken, die sich mit dieser Technologie verbinden“, betonte der Direktor. Für viel Zündstoff dürfte das Herbstthema sorgen: Dann ist der wissenschaftliche Forschungsstand zum Klimawandel an der Reihe. Weitere Spitzenforschungsprojekte folgen im Wechsel.

Ähnlich wie im benachbarten "Erlebnisland Mathe", in dem sich hier die elfjährige Charlotta amüsiert, soll auch das neue "Cool Silicon"-Wissenschaftszentrum in den Technischen Sammlungen Dresden Technologie zum Anfassen bieten. Foto: Frank Grätz/ Cool Silicon

Das Archivbild zeigt die damals elfjährige Charlotta, die sich im “Erlebnisland Mathe” amüsiert. Foto: Frank Grätz, Cool Silicon

Metamorphose vom klassischen Technikmuseum zur Mitmach-Attraktion

Das geplante Wissenschafts-Schaufenster ist ein neues Beispiel für die Wandlungsfähigkeit der ehemaligen Kamerafabrik in Striesen, die nach der Wende zum Museum wurde. Seither haben sich die TSD vom reinen Technikmuseum, das eher ins Gestern schaut, zu einem Wissenschaftszentrum für die ganze Familie weiterentwickelt, in dem das Heute und Morgen eine wachsende Rolle spielt. Vor allem in der vergangenen Dekade entstanden viele Mitmach-Angebote, die sich an ein jüngeres Publikum richten. Dazu gehören das „Erlebnisland Mathematik“, der Physikerlebnispark, die „Wellenreiter“-Lichtexponate, die Mikroelektronik-Schau „CoolX“, ein Schülerlabor und viele andere erlebnisorientierte Attraktionen.

Wie cool bist Du? Wärmebildkameras spiegeln die Besucher als Thermografie. Foto: Heiko Weckbrodt

Wie cool bist Du? Wärmebildkameras spiegeln im “CoolX” die Besucher als Thermografie. Foto: Heiko Weckbrodt

Besucherzahlen vervierfacht

Durch dieses modernisierte Profil haben die TSD inzwischen fast viermal so viele Besucher wie vor der Eröffnung des ersten Erlebnislandes im Herbst 2008. Allein im vergangenen Jahr hatte das Museum rund 95 000 Gäste. Die meisten davon kamen aus dem Stadtbezirk und dem Raum Dresden. Inzwischen hat das Haus aber auch eine internationale Strahlkraft, viele Schulklassen reisen auch aus Tschechien oder anderen Ländern nach Dresden, um hier Technologie, Forschung und Ingenieurskunst zum Anfassen zu erleben.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: TSD, Oiger-Archiv