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E-Autos parken künftig in Dresden zwei Stunden gratis

Die Stadt Dresden und Volkswagen Sachsen wollen enger kooperieren - dabei steht auch die neue ID-Elektroauto-Generation im Fokus. Vor dem Rathaus freuen sich darüber VW-Manufakturchef Lars Dittert, Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke, VW-Finanzchef Matthias Bursig und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (von links nach rechts) und haben sich dafür um einen ID3-Stromer aus sächsischer Produktion drapiert.  Foto: Heiko Weckbrodt

Die Stadt Dresden und Volkswagen Sachsen wollen enger kooperieren – dabei steht auch die neue ID-Elektroauto-Generation im Fokus. Vor dem Rathaus freuen sich darüber VW-Manufakturchef Lars Dittert, Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke, VW-Finanzchef Matthias Bursig und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (von links nach rechts) und haben sich dafür um einen ID3-Stromer aus sächsischer Produktion drapiert. Foto: Heiko Weckbrodt

VW und Stadt vereinbaren neuen Stromer-Deal: Mehr Ladesäulen, mehr Elektroautos in der Rathausflotte sind versprochen.

Dresden, 11. Dezember 2019. Elektroautos parken künftig in Dresden in den ersten zwei Stunden gratis. Auch richten Stadt, VW-Konzern und weitere Partner bis 2025 mindestens 400 öffentliche Ladepunkte für E-Fahrzeuge ein. Zudem erwägt Volkswagen, seine Manufaktur am Straßburger Platz nicht nur durch die Güterstraßenbahn, sondern auch durch elektrische Laster oder andere umweltfreundliche Transporter beliefern zu lassen. Diese und weitere Punkte haben Volkswagen Sachsen und die Landeshauptstadt Dresden gestern vereinbart und damit einen Kooperations-Vertrag vom November 2016 verlängert.

Antworten auf Technologiewandel finden

„In einer sich verändernden technologischen Welt wollen wir als innovativer Standort vorangehen“, sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), nachdem er den Deal unterzeichnet hatte. „Und wir wollen natürlich ein Stück vom großen Kuchen abbekommen.“ Gemeint ist damit: Durch den Schwenk von Verbrennern zu Stromern und zu neuen Mobilitätskonzepten werden sich sachsen-, deutschland- und weltweit die Wertschöpfungsketten der Automobilindustrie drastisch verändern. Und die Dresdner wollen bei diesem arbeitsplatzträchtigen Verschiebespiel nicht leer ausgehen.

Auf diesen Chassis-aufbau sollen verschiedene Modelle der VW-Familie passen. Foto Volkswagen

Auf diesen Chassis-Aufbau sollen verschiedene Modelle der VW-Familie passen. Die Komponenten kommen aus ganz anderen Lieferketten als die Verbrenner. Foto Volkswagen

Zudem zielt die Vereinbarung von Stadt und VW auf einen umweltfreundlicheren Verkehr in Dresden und darauf, innovative Mobilitäts-Firmen anzulocken und mehr Forschungspotenzial im Herzen von „Silicon Saxony“ zu konzentrieren.

5G-Campusnetz für “Industrie 4.0”-Erprobungen in der VW-Manufaktur

Daher will VW sein Inkubator-Programm für junge Unternehmen in der Manufaktur weiterführen. Die Stadt besorgt für die Gründer dieser „Start-ups“ zeitgemäße Unterkünfte und bietet ihnen Ansiedlungsräume an. Auch baut der Konzern das kürzlich gegründete Software-Entwicklungszentrum in der gläsernen Manufaktur aus. In naher Zukunft möchte der Autohersteller die Dresdner Teststrecken für halbautomatische und autonom steuernde Autos auch für eigene Probefahrten und Forschungsprojekte mitnutzen. Zudem richtet VW in und an seiner Manufaktur ein Campusnetz für den Mobilfunk der 5. Generation (5G) ein. Damit wollen die Ingenieure neue Technologien für die hochautomatisierten und drahtlos vernetzten Fabriken der „Industrie 4.0“ testen – und zwar für den gesamten Konzernverbund.

OB Hilbert scharf auf einen ID-Stromer

Oberbürgermeister Hilbert hat dem Autokonzern auch versprochen, die Rathaus-Fahrzeugflotte künftig bevorzugt mit Elektro- und Hybridautos auszurüsten. Er selbst ist schon scharf auf einen der neuen ID3-Stromer, deren Massenproduktion jüngst in Zwickau gestartet ist. Einen ID-Vorführwagen nahmen die VW-Abgesandten zu seiner Enttäuschung nach der Vertragsunterzeichnung am Mittwoch allerdings wieder mit – der offizielle Vertrieb der neuen Elektroauto-Generation hat noch nicht begonnen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Vor-Ort-Recherche, VW Sachsen, LHD