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Mehr Bürokratie durch Arbeitszeit-Erfassung erwartet

Bis heute hat die zerlegbare transparente Spielzeug-Uhr "Effect" aus dem Jahr 1978, die der VEB Plasticart Dresden hergestellt hat, einen ganz eigenen designerischen Charme Foto: Heiko Weckbrodt

Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo hat Personaler befragt

München, 8. September 2019. Die meisten deutschen Personalchefs rechnen mit einem spürbaren bürokratischen Mehraufwand, wenn sie künftig die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten genau erfassen müssen. Das hat eine Umfrage des Wirtschaftsforschungs-Instituts “Ifo” unter knapp 900 deutschen Personalverantwortlichen ergeben. Die Zeitarbeitsfirma Randstad Deutschland hatte die Umfrage in Auftrag gegeben.

Europas oberste Richter hatten bisheriges laxes System verworfen

Ausgangspunkt: Gewerkschaften hatten bereits mehrfach kritisiert, dass zu viele Unternehmen keine exakte Arbeitszeiterfassung habe. Die leiste – oft genug auch unbezahlten – Überstunden Vorschub. Dieser Auffassung hatte sich im Mai 2019 der Europäische Gerichtshof (EuGH) weitgehend angeschlossen. Die Richter verpflichteten die Mitgliedsstaaten dazu, eine lückenlose Stundenerfassung gesetzlich zu verankern.

Unternehmen setzen auf elektronische Systeme

Allerdings erwartet über die Hälfte der Personalleiter (54 Prozent) laut Ifo-Umfrage einen deutlichen bürokratischen Mehraufwand durch solche Vorgaben. Ein Drittel (34 Prozent) glaubt, dass dies die Flexibilität senken würde.
51 Prozent setzen im Übrigen auf ein elektronisches Zeiterfassungssystem.

Autor: hw
Quellen: Ifo, Oiger-Archiv, SPON