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Topas hat Filterprüftechnik-Fabrik in Dresden-Reick ausgebaut

Topas Dresden: Geschäftsführer Andreas Rudolph inspiziert in der neuen Montagehalle eine entstehende Filterprüfanlage. Foto: Heiko Weckbrodt

Topas Dresden: Geschäftsführer Andreas Rudolph inspiziert in der neuen Montagehalle eine entstehende Filterprüfanlage. Foto: Heiko Weckbrodt

Damit drinnen das Klima prima bleibt

Dresden, 21-. August 2019. Weil die Nachfrage für sächsische Filter-Prüftechnik weltweit steigt, hat das Technologieunternehmen „Topas“ seine Fabrik in Dresden-Reick ausgebaut: Für über vier Millionen Euro ist an der Gasanstaltstraße ein Dreigeschosser entstanden, in dem die Mechaniker, Elektroniker und Ingenieure nun auch größere und komplexere Prüfanlagen entwickeln und produzieren können.

Trotz Delle in der Autoindustrie gewachsen

Auch neue Arbeitsplätze sind entstanden: Seit dem Baustart im Jahr 2017 ist die Belegschaft von 50 auf rund 70 Beschäftigte gestiegen – darunter 26 Ingenieure. Der Umsatz stieg um 30 Prozent auf zwölf Millionen Euro. „Durch Innovationen ist unsere Geschäftslage gut – trotz der Delle in der deutschen Autoindustrie“, erklärte Topas-Chef Andreas Rudolph die Motive für die jüngsten Investitionen. Hintergrund: Die Motoren-Entwicklung gehörte bisher zu den deutschen Spitzen-Leistungen. Weil Verbrenner politisch nun nicht mehr gewollt sind, schraubt die Industrie Neuentwicklungen zurück – und dadurch fallen auch Prüftechnik-Aufträge für Topas weg. Aber mit neuen Produkten habe das Unternehmen seine Kundenbasis im Klimaanlagen-Bau und in der Medizintechnik verbreitert. Auch die Auftragslage aus der Halbleiter- und Pharmaindustrie entwickele sich gut, berichtet der 63-jährige Ingenieur.

Topas Dresden: Frank Ludwig leitet das Team für die Serienproduktion. Hier fordert er mit dem neuen automatischen Lagsersystem fertige Produkte für den Versand an. Foto: Heiko Weckbrodt

Topas Dresden: Frank Ludwig leitet das Team für die Serienproduktion. Hier fordert er mit dem neuen automatischen Lagsersystem fertige Produkte für den Versand an. Foto: Heiko Weckbrodt

Über Topas

1991 als kleine Ingenieurfirma gegründet, ist Topas heute auf Staubpartikelzähler, Prüfstände, Aerosol-Generatoren und andere Analysetechnik für Filtersysteme spezialisiert. Prüfer rund um den Globus testen damit Filter für Autos und Schutzmasken, aber auch Reinräume in Chipfabriken und Pharmalaboren, ob sie alle Qualitätsstandards erfüllen.

Entlade-Kammer gegen Prüfungs-Schummler

Eine der jüngsten Entwicklungen ist eine Entlade-Kammer, die elektrische Prüfungs-Schummeleien von Filterherstellern verhindert. „Wir sind auf dem Weltmarkt die einzigen, die solche Kammern verkaufen“, erzählt Andreas Rudolph. Entsprechend gefragt seien diese Dresdner Systeme, seit der Entladungstest zur internationalen Norm erhoben wurde. „Derartige Innovationen sind für uns die Wachstumstreiber.“

Topas Dresden: Mechaniker Patrick Lindner bereitet Rohleitungen für eine Filter-Entladungskammer vor. Foto: Heiko Weckbrodt

Topas Dresden: Mechaniker Patrick Lindner bereitet Rohleitungen für eine Filter-Entladungskammer vor. Foto: Heiko Weckbrodt

85 % gehen in den Export

Hinzu komme eine organische Entwicklung, erklärt Rudolph: Stellte Topas anfangs vor allem einzelne Messgeräte, Aerosolgeneratoren und Teststände her, kombiniert das Unternehmen diese Komponenten nun immer mehr zu kompletten Testlinien. Die Exportrate liegt bei 85 Prozent. Die Dresdner Technik ist in Europa, Japan und in den USA gefragt, aber auch in China, Südkorea und Indien.

Teerige Überrschaung

Aus dieser starken internationalen Nachfrage heraus begann Rudolph vor zwei Jahren mit dem Anbau, für den der Freistaat Sachsen eine Investitionsförderung zugesagt hatte. Doch schon beim ersten Baggeraushub kam eine schwarze Überraschung ans Tageslicht: Der Erdboden war mit Teer von einem früheren Gaswerklager verseucht. „Die Landesdirektion Sachsen hat uns da glücklicherweise mit Fördermitteln unterstützt“, erzählt der Geschäftsführer. „Denn so eine Altlastenbeseitigung ist richtig teuer.“ Das sei nicht eingeplant gewesen. Der Teer sei letztlich auch der Grund, warum der Anbau teurer wurde als geplant und auch erst Ende Juli, also über ein halbes Jahr später als gedacht, in Betrieb gehen konnte. Nun ist der Neubau fertig und auch das alte Fabrikgebäude nebenan will Rudolph behalten: Als Technikum für die Anlagen-Entwicklung und um Kunden die Dresdner Technologien live und in Farbe vorführen zu können.

Autor: Heiko Weckbrodt