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DFG überträgt der TU Dresden neue Elektronik-Forschungen

Memristoren können beispielsweise als superschneller Speicher für Steuersysteme eingesetzt werden. Abb.: Namlab Dresden

Memristoren können beispielsweise als superschneller Speicher für Steuersysteme eingesetzt werden. Abb.: Namlab Dresden

Lernfähige Chips und gestapelte Atomnetze im Visier

Dresden, 10. April 2019. Memristoren und gestapelte 2D-Materialien stehen im Mittelpunkt neuer Elektronik-Forschungsprojekte, die Professoren der Technischen Universität Dresden (TUD) leiten. Eine Millionenförderung durch die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ (DFG) ab 2020 ist absehbar. Das geht aus Mitteilungen der TUD und des sächsischen Wissenschaftsministeriums hervor.

Dresdner Professoren koordinieren 2 Programme

Konkret hat die DFG zwei Schwerpunktprogramme genehmigt, für die die Dresdner Projektkoordinatoren nun deutschlandweit Arbeitsgruppen zusammensuchen wollen:

Sieht aus wie eine Häkeldecke, sind aber Moiréstrukturen von van-der-Waals-Strukturen aus Übergangsmetalldichalcogeniden. Abb.: Dr. Agnieszka Kuc, HZDR

Sieht aus wie eine Häkeldecke, sind aber Moiréstrukturen von van-der-Waals-Strukturen aus Übergangsmetalldichalcogeniden. Abb.: Dr. Agnieszka Kuc, HZDR

1.) 2D-Materialien

Chemieprofessor Thomas Heine wird das Programm „2D-Materialien – die Physik von van der Waals [Hetero-]Strukturen (2DMP)“ leiten. Im Mittelpunkt stehen dabei Atomnetze, die ausschließlich in zwei Dimensionen miteinader verbunden sind, und dann übereinander gestapelt werden. Diese Netzstapel beeinflussen sich gegenseitig durch schwache Kräfte, die nach dem niederländischen Physiker Johannes Diderik van der Waals benannt sind. Diese Wechselwirkungs-Kräfte  beeinflussen „das Material auf spektakuläre Weise“, heißt es in der TUD-Ankündigung. „Sie können beispielsweise aus halbleitenden Einzelschichten ein Metall machen.“ Denkbar ist der Einsatz für neue Sensoren und in der Quantenoptik.

2.) Memristoren

Elektrotechnik-Professor Ronald Tetzlaff wird das Projekt „Memristive Bauelemente für intelligente technische Systeme“ koordinieren. Hier liegt der Fokus auf besonderen elektronischen Bauelementen, die Speicher, Recheneinheit und Widerstand zugleich sein können. Dabei sind Bauarten vorstellbar, die den lernfähigen Neuronen im menschlichen Gehirn ähneln. Die Forscher wollen gleichermaßen die Theorie hinter diesen Memristoren wie auch mögliche Konstruktionsansätze unter die Lupe nehmen. Auch andere Forscher in Dresden, darunter das Namlab der TUD, haben sich bereits mit Memristoren beschäftigt.

Eva-Maria Stange. Foto: Götz Schleser

Eva-Maria Stange. Foto: Götz Schleser

Ministerin freut sich

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) begrüßte die jüngsten DFG-Entscheidungen: „Ich freue mich über diesen Erfolg, der ein weiterer Beleg dafür ist, dass die Forschung an sächsischen Universitäten zur bundesdeutschen und internationalen Spitze gehört.“

Autor: hw