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Cyber-Schutzmasken für die Feuerwehr

Prof. Rigo Herold von der „Westsächsischen Hochschule Zwickau“ (WHZ) zeigt die neue Feuerwehrmaske mit integrierter Datenbrille. Foto: WHZ

Prof. Rigo Herold von der „Westsächsischen Hochschule Zwickau“ (WHZ) zeigt die neue Feuerwehrmaske mit integrierter Datenbrille. Foto: WHZ

Zwickauer Ingenieure zeigen zur Hannovermesse Daten-Masken, die Feuerwehrleute durch verrauchte Gebäude navigieren

Zwickau/Hannover, 24. März 2019. Eine neue Cyber-Feuerwehrmaske aus Zwickau soll in brennenden Häusern Leben rennen – nicht zuletzt das der Einsatzkräfte selbst: In die Atemschutzmaske ist eine Datenbrille integriert. Sie lässt den Blick auf die reale Umgebung der Feuerwehrleute offen, kann sie aber mittels eingespiegelte Computergrafiken auch durch verrauchte Etagen navigieren, in denen die Sicht nahe Null ist. Geortet werden die Helfer dabei durch je drei Funkmodule nach dem Ultrabreitband-Standard (UWB) in ihrer Schutzkleidung.

AR-Technik zaubert Fluchtplan vor das Auge

„Rettungskräfte können sich somit in dunklen oder verrauchten Gebäuden mit schlechter Sicht bewegen und bekommen ins Sichtfeld wichtige Informationen wie ein Gebäude- und Fluchtplan, Anweisungen vom Truppführer oder eigene Vitalwerte angezeigt“, erklärte Professor Rigo Herold von der Fakultät Elektrotechnik in der „Westsächsischen Hochschule Zwickau“, der die Entwicklung geleitet hat.

Selbst Profis verlieren im Rauch den Überblick

Zwar seien Feuerwehrleute professionell geschult, wie sie in brennenden Gebäuden nach eingeschlossenen Überlebenden suchen können. Aber dennoch passiere es immer wieder, dass die Kameraden den Kontakt zueinander verlieren, in Stress verfallen – manchmal mit tödlichen Folgen, erklärte der Professor. „Augmented Reality“-Konzepte (AR), bei denen ein virtueller Assistent den Feuerwehrleuten bei der Orientierung hilft, könnten in solchen Situationen für mehr Sicherheit sorgen.

Erste Tests in Dortmund geplant

Demnächst soll das Feuerwehr-Institut für Feuerwehr und Rettungstechnologie (IFR) der Stadt Dortmund die neuen Cyber-Masken im „Brandhaus“ testen. „Dabei handelt es sich um eine Ausbildungs- und Forschungseinrichtung, in der realistische Szenarien wie brennende Räume nachgestellt werden können“, hieß es von der Hochschule Zwickau. Damit das System funktioniert, müssen aber nicht nur die Feuerwehrleute mit Datenbrillen-Maske und Sendemodulen in der Schutzkleidung ausgerüstet werden. Auch im Brandhaus werden Lokalisierungs-Anlagen installiert, die die Helfer per Triangulation orten können. Insofern wird nach den Tests zu entscheiden sein, ob die Brandschützer künftig auf neue Ausrüstungsstandards im Hausbau drängen – „um neue Gebäude neben der Brandmeldetechnik auch mit einer Navigationstechnik für Rettungskräfte ausstatten zu können“, so die Entwickler.

Datenbrillen auch für Stahlwerker und Taubstumme

Die Zwickauer Ingenieure wollen ihre womöglich lebensrettende Cyber-Feuerwehrmaske nun auf der Hannovermesse präsentieren. Bereits in der Vergangenheit hatte das Team um Prof. Herold AR-Datenbrillen für den Einsatz in Stahlwerken und anderen Industriebetrieben, aber auch für taube Kinobesucher entwickelt.

Autor: Heiko Weckbrodt

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