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Finnen bauen neues Kraftwerk in Dresden-Reick

So ähnlich könnte die Maschinenhalle im neuen Kraftwerk in Dresden-Reick aussehen. Hier eine Aufnahme vom Kraftwerk KivuWatt in Ruanda, angetrieben von Methasgas-Motoren des Typs 34SG" von Wärtsilä, Foto: Wärtsilä

So ähnlich könnte die Maschinenhalle im neuen Kraftwerk in Dresden-Reick aussehen. Hier eine Aufnahme vom Kraftwerk KivuWatt in Ruanda, angetrieben von Methangas-Motoren des Typs 34SG” von Wärtsilä, Foto: Wärtsilä

Drewag investiert 95 Millionen Euro

Dresden, 20. Dezember 2018. Das finnische Unternehmen „Wärtsilä“ baut ein neues Gasmotoren-Kraftwerk in Dresden-Reick. Das hat heute der Auftraggeber „Drewag“ angekündigt: Die Dresdner Stadtwerke haben den Finnen nach einem Wettbewerb nun den Zuschlag für den 95 Millionen Euro umfassenden Großauftrag erteilt. Das Kraftwerk soll ab 2021 Strom und Wärme mit einer Gesamtleistung von 90 Megawatt liefern.

Schiff-Gasmotoren versorgen Dresden künftig mit Strom und Wärme

Die Finnen setzen dabei auf moderne Gasmotoren, die ursprünglich sowohl für die Schifffahrt wie auch die Energiewirtschaft entwickelt wurden. Sie wollen in Reick insgesamt acht solcher Motoren vom Typ „W31SG“ installieren.

In Zeiten der Energiewende ist Reaktionstempo gefragt

Mit dieser Technik will die Drewag “minutengenau Strom immer dann produzieren, wenn er am wertvollsten ist”. Denn anders als früher sind neuere Kraftwerke, die mit fossilen Brennstoffen gefüttert werden, heute nicht mehr auf eine kontinuierliche Energieproduktion geeicht. Vielmehr sollen sie vor allem die Einspeise-Schwankungen von Solar- und Windkraftanlagen ausgleichen: Wenn die sogenannten erneuerbaren Energiequellen wegen Nacht oder Windflaute kaum Strom liefern, müssen die anderen Kraftwerke möglichst schnell ihre Leistung hochfahren. Computerexperten und 5G-Forscher würden sagen: Auch hier sind kurze Latenzzeiten entscheidend.

Schnellstartfähig nach Blackout

Außerdem soll das neue Kraftwerk imstande sein, bei einem totalen Stromausfall (Blackout) in Dresden binnen Minuten aus eigener Kraft wieder hochzufahren. Das Reicker Gasmotoren-Kraftwerk ist zunächst als Ergänzung und ab voraussichtlich ab 2035 auch als Ersatz für das Gasturbinen-Kraftwerk an der Nossener Brücke gedacht. In Reick hat die Drewag bereits mehrere jüngere Energietechnologien installiert, darunter einen Batterie-Großspeicher, Schatten-Solaranlagen und Heißwasser-Energiespeicher. Daher bezeichnen die Stadtwerke den Standort auch als Innovationskraftwerk Reick.

Über Wärtsilä

Baustart an diesem Drewag-Innovationsstandort ist voraussichtlich im Sommer 2019. Für die Finnen ist dies dann der zweite große Kraftwerk-Neubau, den sie in Deutschland realisieren. Wärtsilä ist auf Motoren, Generatoren, Getriebe und andere Ausrüstungen für Schiffe, Meeresplattformen und Kraftwerke spezialisiert. Der Konzern hat seinen Hauptsitz in Helsinki, beschäftigt weltweit rund 18.000 Mitarbeiter und realisierte 2017 einen Nettoumsatz von 4,9 Milliarden Euro. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen etwa 1300 Mitarbeiter.

Autor: Heiko Weckbrodt