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Lage in Vietnam eskaliert

"Onkel Ho" mag immer noch omnipräsent sein - wie hier in Ho-Chi-Minh-Stadt alias Saigon - , doch Vietnam öffnet sich immer mehr dem Westen. Und viele Vietnamesen haben ganz speziell Deutschland entweder besucht oder dort gearbeitet. Foto: Heiko Weckbrodt

“Onkel Ho” ist immer noch omnipräsent sein – wie hier in Ho-Chi-Minh-Stadt alias Saigon. Foto: Heiko Weckbrodt

Parlament verschiebt nach anti-chinesischen Protesten Entscheid über Sonderwirtschaftszonen

Hanoi/Saigon/Phan Thiet, 12. Juni 2018. Im Konflikt um Sonderwirtschaftszonen und befürchtete chinesische Landnahmen hat sich die Lage in Vietnam anscheinend verschärft. Das geht aus Informationen hervor, die uns vorliegen, aber nicht offiziell bestätigt sind.

Armee wird eingeflogen

Demnach hat die Regierung begonnen, auch Armee-Einheiten teils per Flugzeug in besonders rebellische Kommunen wie die südvietnamesische Küstenstadt Phan Thiet zu verlegen. Dort sowie in Hanoi, Saigon, Nha Trang und weiteren Städten war die Polizei bereits in Kampfausrüstung gegen Demonstranten vorgegangen- von denen wiederum einige auch gewalttätig gegen Polizisten staatliche Gebäude vorgegangen waren.

Nguyen Xuan Phuc. Foto: Regierung von Vietnam

Nguyen Xuan Phuc. Foto: Regierung von Vietnam

Volk soll auf kommunistische Führung vertrauen

Derweil versucht die Regierung, die Wogen der Volksempörung zu glätten: Das Parlament hat die Entscheidung über die geplanten Sonderwirtschaftszonen vorerst verschoben. Die Parlamentspräsidentin Vietnam Nguyen Thi Kim Ngan appellierte an die Vietnamesen, auf die Führung durch die Kommunistische Partei zu vertrauen.

An diesen Zonen hatte sich der Volkszorn vor einige Tagen entzündet: Die Regierung wollte dort mit verschiedenen Anreizen ausländische Investoren anlocken. Diese solltendort unter anderem Land für Unternehmens-Ansiedlungen für 90 Jahre pachten können. Viele Vietnamesen befürchteten daraufhin, dass vor allem chinesische Unternehmen diese Option nutzen und auf diesem Wege Teile von Vietnam einkassieren würden. Daraufhin war es in mehreren Städten zu wütenden Straßenprotesten gekommen.

Autor: Heiko Weckbrodt