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TU Dresden beantragt Exzellenzmillionen für 6 Cluster

Sebastian Werner von der TU Dresden führt eine Robotersteuerung per Sensorkleidung vor. Dies soll durch schnellen 5G-Mobilfunk zu einem Standard zum Beipsiel in Schutz-Laboren oder in der Telemedizin werden. Foto: Heiko Weckbrodt

Sebastian Werner von der TU Dresden führt eine Robotersteuerung per Sensorkleidung vor – ein Beispiel für das Zusammenspiel von Mensch und Maschine im Taktilen Internet. Foto: Heiko Weckbrodt

Forschungsanträge reichen von der Physik des Lebens bis zum erlebbaren Internet

Dresden, 21. Februar 2018. Die Technische Universität Dresden (TUD) hat Exzellenz-Fördermillionen für sechs Forschungszentren bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beantragt. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Elektronik von übermorgen, Bio-Forschung und neuen Materialien. Das hat die Uni heute mitgeteilt. Außerdem will sie im nächsten Schritt auch um eine Querschnitts-Sonderförderung als Exzellenz-Universität ersuchen. Nun „richten sich alle Hoffnungen auf den 27. September, an dem das Ergebnis bekanntgegeben wird“, erklärte TUD-Rektor Prof. Hans Müller-Steinhagen.

Dresdner wollen ihre Kompetenzen in Nanoelektronik, 5G und Materialforschung ausbauen

Die TUD hat bereits in den vergangenen Jahren Sonderförder-Millionen als besonders exzellente Uni bekommen. Bund, Länder und die DFG als Koordinator hatten damit unter anderem die Regenerations-Forschung in Dresden gefördert, außerdem ab 2012 das Zentrum für fortgeschrittene Elektronik, das „cfaed“. Mit den neuen Anträgen wollen die Dresdner ihre Kompetenzen in Nanoelektronik, 5G und Materialforschung ausbauen. Je nachdem, wieviele Clusteranträge in welcher Höhe die DFG-Jury bewilligt, könnte die neue Exzellenzrunde sechs bis 75 Millionen Euro jährlich zusätzlich in die TUD-Kassen spülen.

Die Cluster-Anträge im Überblick:

(Quelle: TUD)

cfaed: Center for Advancing Electronics Dresden

Das cfaed sucht bereits seit geraumer Zeit nach neuen Wegen für die Datenverarbeitung von übermorgen, die nicht unbedingt digital beziehungsweise siliziumbasiert sein muss. Einige Pfade haben die Forscher inzwischen verworfen, andere wollen sie nun in der nächsten Exzellenz-Etappe beschreiten. Dazu gehören neue Biosensoren sowie Computer, die ohne Vorbereitungszeit (Boot-Prozess) startklar sind. Aber auch Elektronik, die ultraschnelle Prozesse mit Terahertz-Strahlen (Terahertz = Billionen Schwingungen je Sekunde) visualisieren kann, steht auf der Agenda. Auch wollen die cfaed-Wissenschaftler Computer entwerfen, die die klassische Trennung von Speicher, Logik und Sensorik (Von-Neumann-Architektur) zugunsten einer sogenannten „Orchestration“ aufheben.

CeTI: Zentrum für Taktiles Internet

Das geplante CeTi soll untersuchen, wie Menschen und Maschinen beziehungsweise „Cyber-Physische Systemen (CPS) in der realen oder virtuellen Welt nahtlos zu interagieren vermögen. Eine wichtige Rolle wird dabei wahrscheinlich der Mobilfunk der 5. Generation spielen, den die Dresdner im „5G Lab Germany“ mitentwickeln.

DTRC: Translationales Regenerationscluster Dresden

Die jüngsten Fortschritte und Entdeckungen in der Regenerationsbiologie eröffnen neue Möglichkeiten zur Entwicklung und Anwendung von auf Regenerationsmedizin basierenden Therapien bei chronischen Krankheiten. Das DTRC hat einen multidisziplinären Ansatz formuliert, um Forschungsergebnisse der Regenerationsbiologie aus dem Labor in die klinische Anwendung zu bringen.

DCM: Zentrum für Materiomik Dresden

Das DCM wird neuartige programmierbare Materialien erforschen und entwickeln. Dabei stehen Technologien und Simulationswerkzeuge im Mittelpunkt, die die Übertragung von Materialeigenschaften und -funktionen auf der Nanoskala in Anwendungen auf der Makroebene ermöglichen – vom Bit zum Atom zum System.

PoL: Physik des Lebens

Im PoL wollen die Forscher die Physik hinter den biologischen Prozessen untersuchen, die das Leben ausmachen.

ct.qmat: Komplexität und Topologie in Quantenmaterialien

Neuartige Materialien mit speziell zugeschnittenen Funktionen sind die Grundlage des Fortschritts in praktisch allen Bereichen moderner Technologie. ct.qmat setzt auf Quantenmechanik im atomaren Bereich, die in Verbindung mit der topologischen Physik sowie der chemischen und physikalischen Komplexität noch nie dagewesene Eigenschaften und Phänomene hervorbringt. Dieser Clusterantrag wird im Verbund mit der Universität Würzburg gestellt.

Autor: hw

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