Monate: Januar 2014

Abb.: Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Berlin gewinnt „Hochschulperle, Dresden auf Platz 3

Über 3000 Stimmen für „Science goes to School“ Berlin/Dresden, 27. Januar 2014: Das Internet-Vermittlungsportal „100 Paten für Berlin“ hat die „Hochschulperle 2013“ gewonnen. Dieses Ergebnis einer Internet-Wahl hat nun der „Stifterverband der Deutschen Wissenschaft“ mitgeteilt, der mit dem Wettbewerb besonders innovative und ungewöhnliche akademische Projekte würdigt. In dem Berliner Projekt vermitteln TU-Studenten über ein Online-Portal Freizeitbetreuer für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Das Dresdner Projekt „Science goes to School“ von Doktoranden mehrerer Institute (DIPP-Programm) erhielt im Wettbewerb 3054 Stimmen und platzierte sich damit auf Platz 3“ – hinter der Berliner Kinderpaten-Vermittlung und dem Bochumer Projekt „Ingenieur auf Probe“.

Abb.: Daedalic

Rollenspiel „Blackguards“ geht zurück zu den Wurzeln

Rundenbasierte Reise durch die „Schwarze Auge“-Welt Daedalic schreibt die einst so erfolgreiche Rollenspiel-Welt rund um das „Schwarze Auge“ fleißig weiter: Nach den sehr gelungenen Adventures „Memoria“ und „Satinavs Ketten“ wendet sich die deutsche Software-Schmiede aber nun wieder dem ursprünglichen Spielgenre zu. Im rundenbasierten Rollenspiel „Blackguards“ meucheln wir als namenloser Held versehentlich unsere Jugendfreundin Elanor und flüchten fortan gemeinsam mit einem Magier, einem Zwerg und anderen Gefährten durch die finstersten Winkel der Fantasiewelt Aventurien, verfolgt von Henkern und Bestien, stets auf der Suche nach den Hintergründen des seltsamen Mordes.

Abb.: Heyne-Verlag

Clancys „Stunde der Patrioten“: Eine Linie von Nordirland nach Guantanamo

Original-Trailer der Verfilmung (Paramount) Romanvorlage zeigt Wurzeln heutiger US-Antiterrordenke Jack Ryan war einst Marine, jetzt lehrt er Militärgeschichte an der US-Marineakademie. Bei einem Urlaub mit der Familie in London gerät er mitten in den Anschlag einer IRA-Splittergruppe auf den britischen Thronfolger. Er schmeißt sich dazwischen, erschießt einen Terroristen, rettet die Royals – und wird in England als Held gefeiert, von den Iren jedoch fortan gejagt… Viele werden Tom Clancys „Stunde der Patrioten“ aus der Verfilmung mit Harrison Ford kennen, doch ähnlich wie bei „Jagd auf Roter Oktober“ lohnt sich ein Vergleich zwischen Buch und Film. Denn wie schon bei genannter U-Boot-Jagd ist auch hier der nationalistische und US-zentrierte Tenor der Clancy-Bücher fürs globale Filmpublikum etwas gedämpft worden.

Die taiwanesische Foundry TSMC investiert derzeit viel Geld in den Ausbau seiner 300-mm-Spitzenfabriken - hier ein Blick in die TSMC-Fab 12. Foto: TSMC

Nächste Chipkrise für 2017 erwartet – doch nicht für Foundries

Auftragsfertiger wachsen doppelt so schnell wie Gesamtmarkt Scottsdale, 25. Januar 2014: Die globale Halbleiter-Industrie wird voraussichtlich in drei Jahren in die nächste Krise rutschen – die aber die Chip-Auftragsfertiger (Foundries) deutlich besser als die restliche Branche überstehen werden. Das geht aus einer Prognose des US-Marktforschungsunternehmens „IC Insights“ aus Scottsdale/Arizona hervor.

Werbelogo der Firma DOTBERLIN,. die sich die Internet-Adressendung ".berliN" gesichert hat. Abb.: DOTBERLIN

100 neue Internet-Endungen vergeben

Los Angelos, 25. Januar 2014: Die „Internet Corporation for Assigned Names and Numbers“ (ICANN) hat bisher über 100 neue Internet-Endungen vergeben. Diese generischen Top-Level-Domains (gTLD) hatte die zentrale Internetverwaltung in Los Angelos ab Frühjahr 2013 vergeben, um über Klassiker wie .de oder .com hinaus auch originellere Netzadressen à la www.land.berlin zu ermöglichen.

Im Archiv der Stimmen sind digitalisierte Schellack-Aufnahmen abrufbar. Abb.: SLUB

Bibliotheken: Wer sich gegen Digitaltrend stellt, geht unter

Dresdner Bibliothek SLUB setzt Scan-Offensive fort – und stellt auch den „Großen Krieg“ ins Netz Dresden, 24. Januar 2014: Ein elektronisches Opernarchiv, ein „Internetarchiv der Stimmen“ mit Gesängen von alten Schellack-Platten und ein fotografisches Netzfenster, das einen Blick 100 Jahre zurück bis in den I. Weltkrieg öffnet, sowie weitere Projekte stehen auf dem Digitalisierungsplan 2014 für die Sächsische Landes- und Uni-Bibliothek SLUB. Das hat SLUB-Generaldirektor Thomas Bürger angekündigt, der damit den Status der Dresdner Wissenschaftsbibliothek als zweitgrößtes Digitalisierungszentrum Deutschlands – hinter der Bayrischen Staatsbibliothek – ausbauen will.

Es sieht aus wie eine Dünenlandschaft – ist aber kleiner als ein Sandkorn. Auf der nanostrukturierten Siliziumoberfläche richten sich DNA-Nanoröhrchen (rot hervorgehoben) dank elektrostatischer Wechselwirkungen mit der Oberfläche an den vorgegebenen Mustern aus. Abb.: Dr. Adrian Keller, HZDR

Nano-Computer sollen sich künftig selbst falten

Rossendorfer wollen Nano-Chip-Wachstum mit DNA und Ionenkanonen anregen Dresden-Rossendorf, 24. Januar 2014: Einen alternativen, selbstorganisierenden Weg hin zu noch feineren Schaltkreis-Strukturen haben Forscher des Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) nun aufgezeigt. Sie kombinierten DNA-Origami und Ionenbeschuss von Siliziumscheiben und erzeugten so winzige Röhrchen von sechs Nanometern (Millionstel Metern = nm) Durchmesser, die vorher markierte Strukturen bilden. Sie sind optimistisch, dass sich so auch sehr kleine Transistoren – die Grundbausteine von Computern – konstruieren lassen.

Abb.: Bitkom

10.000 neue Jobs in deutscher IT-Branche erwartet

Berlin, 24. Januar 2014: Der deutsche Hightech-Verband „Bitkom“ rechnet in diesem Jahr mit mindestens 10.000 neuen Jobs in der informationstechnologischen (IT) und Telekommuniktions-Branche. Der Verband stützt sich dabei auf seine jüngste Konjunktur-Umfrage, in der zwei Drittel der befragten Unternehmen neue Arbeitsplätze, aber nur sieben Prozent einen Stellen-Abbau angekündigt hatten.

Dort gehts zum schnellen Internet: Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert und Drewag-Chef Reiner Zieschank rollen im Dresdner Industriegelände nord plakativ ein "Breitband" aus. Die eigentlichen Glasfasern sind natürlich längst in der Erde versenkt. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresdner baut eigenes Gigabit-Netz für Turbointernet

Glasfasern gibt’s zunächst für Firmen, dann für alle Dresden, 23. Januar 2014: Während die Telekom ihre Datennetze in ausgewählten Städten gerade erst auf 200 Megabit je Sekunde (Mbs) aufrüstet, bieten die Dresdner Stadtwerke Drewag nun über ihr eigenes Glasfasernetz gleich fünfmal soviel Internet-Tempo an. Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Drewag-Chef Rainer Zieschank haben gestern im Zuge dieses Pilotprojektes im Industriegelände Nord mit der „Haase Businesstechnik“ ein erstes Unternehmen offiziell an dieses Dresdner Gigabit-Netz angeschlossen. Einige Hundert Unternehmen sollen 2015/16 mit Unterstützung der städtischen Wirtschaftsförderung folgen. „Mittelfristig“ will Zieschank die schnelle Glasfasertechnik auch Privat-Haushalten offerieren.

Fraunhofer-Forscher Frank Kretzschmar vom IWS zeigt den Schülern, wie man mit Lasern umgeht. Foto: Heiko Weckbrodt

Neugierige Kinder: Dresden baut Juniordoktor-Programm aus

Dresden, 22. Januar 2014: Weil die wissbegierigen Dresdner Kinder und Jugendlichen nach mehr Experimenten schreien, wollen Stadt und Wissenschaftler nun ihr „Juniordoktor“-Programm ausweiten. Das teilten Netzwerk-Koordinatorin Doris Oser und Organisator Thomas Scheufler heute zum Auftakt der diesjährigen Juniordoc-Reihe mit. „Unsere 300 Plätze sind Jahr für Jahr überbucht, einige Veranstaltungen sogar vierfach“, sagte Scheufler. Daher suche man derzeit Partner aus Forschung und Hightech-Industrie, die weitere Experimente einbringen.

Opteron-Prozessor für Server. Abb.: AMD

AMD stabilisiert sich

2013 bleibt Verlustjahr, aber Konsolen-Geschäft führt zu Aufwärtstrend Sunnyvale/Dresden, 22. Januar 2014: AMD stabiliert sich dank einiger Erfolge im Konsolen-Geschäft langsam: Die angeschlagene Prozessor-Designfirma aus Sunnyvale in Kalifornien hat das vergangene Jahr mit einem Nettoverlust von nur noch 83 Millionen Dollar abgeschlossen, im letzten Quartal 2013 sogar Gewinne geschrieben. Das geht aus dem nun vorgelegten Jahresbericht des US-Unternehmens hervor. Beim Jahresumsatz hat AMD demnach nur noch einen leichten Rückgang um zwei Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar verbucht – und auch hier im letzten Quartal das Ruder herumgerissen.

Außen Bronze, innen Kunststoff: Büste von Feliks Dzierżyński. Foto: Heiko Weckbrodt

Terror-Feliks, Stasi-LPs und ein verschollenes Flugzeug

Ein Vierteljahrhundert nach der Wende sind originale Stasi-Devotionalien in Dresden rar geworden Dresden, 22. Januar 2014: Nach einem Generalumbau und mehreren Verzögerungen wird die erneuerte Gedenkstätte „Bautzner Straße“ in der ehemaligen Dresdner Stasi-Bezirksverwaltung voraussichtlich im Mai wiedereröffnet, wie Herbert Wagner – Dresdner Ex-Oberbürgermeister und nun Vorsitzender des Trägervereins der Gedenkstätte, auf Anfrage bestärigte. Doch sein Plan, dort neben der „Opferperspektive“ im Hafthaus nun auch die „Täterperspektive“ zu zeigen, hakt noch. Denn 25 Jahre nach der Erstürmung der Dresdner MfS-Bezirksverwaltung sind Stasi-Devotionalien und -Equipment beliebte Ausstellungs-Exponate – allerdings auch rar geworden: Die Stücke aus dem stasi-eigenem Traditionskabinett an der Fischhausstraße sind auf mysteriöse Weise verschollen. Auch ein Aufruf der Gedenkstätte „Bautzner Straße“ an ehemalige Demonstranten, mitgenommene MfS-„Souvenirs“ im Museum abzuliefern, verhallte weitgehend ohne Erfolg. Die verbliebenen Stücke aus dem Stasi-Fundus hütet Konrad Felber, der Dresdner Außenstellenleiter der Stasi-Unterlagenbehörde BStU, nun wie seinen Aufapfel.