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Bitkom: Facebook-Mentalität wandelt Unternehmenskulturen

Die meisten IT-Unternehmen setzen Facebook-Stukturen auch firmenintern ein. Foto: Bitkom

Die meisten IT-Unternehmen setzen Facebook-Stukturen auch firmenintern ein. Foto: Bitkom

Berlin, 27. März 2013: Die Austausch-Mentalität, die viele Deutsche bereits privat in Kontaktnetzwerken wie Facebook oder Wikipedia praktizieren, nagt inzwischen an hierarchischen Kommunikationsstrukturen, wie sie viele deutsche Unternehmen noch aus Kaisers Zeiten bis ins Heute herübergeschleppt haben. „Der Einsatz von Social Media fördert eine offene Kommunikationskultur“, schätzte Dieter Kempf ein, der Präsident des deutschen Hightech-Branchen-Verbandes „Bitkom“ in Berlin. „Das Teilen von Informationen wird selbstverständlich, Herrschaftswissen wird aufgelöst.“

Im IT-Sektor setzt Mehrheit auch firmenintern auf Wiki- und Facebook-Prinzipien

Mittlerweile nutzen laut der Bitkom-Studie „Einsatz und Potenziale von Social Business“ etwa 71 Prozent der informationstechnologischen (IT) Firmen in der Bundesrepublik Kontaktnetzwerke („Social Media“) auch für die externe Kommunikation. Vor allem Firmen-Wikis werden hier gern eingesetzt. Eingerechnet sind hier allerdings auch klassische Intranets, die mehr oder minder auch „Mitmach“-Elemente einsetzen. Und auch in Konzernen und mittelständischen Unternehmen, die teils immer noch schwerfällig wie 10.000-Tonnen-Tanker agieren, dringen junge Arbeitnehmer zunehmend darauf, die Strukturen und Technologien, die sie privat von Facebook & Co. kennen, auch beruflichen einzusetzen.

Ähnliche Beobachtungen hat auch T-Systems Multimedia Solutions (MMS) in Dresden gemacht, eine von Deutschlands größten Agenturen für Internetlösungen: Immer öfter bekommen die Programmierer und Netzexperten Aufträge von Unternehmen, die wikipedia- oder facebook-artige Firmennetzwerke wünschen, über die interne Infos verteilt werden, über die die Mitarbeiter Wissensdatenbanken aufbauen, an Entwicklungsprojekten standortunabhängig zusammen arbeiten – und manchmal sogar über kleinere unternehmerische Entscheidungen mitbestimmen können.

Firmen wollen anziehend für junge Fachkräfte sein

„Unternehmen, die anziehend für junge Fachkräfte sein wollen, müssen ihnen auf der Arbeit eine offene digitale Infrastruktur bieten, mit der sie aufgewachsen sind, die sie privat gewohnt sind“, hatte MMS-Geschäftsführer Peter Klingenburg schon vor einem Jahr im Oiger-Gespräch auf diesen Trend hingewiesen. Heiko Weckbrodt

1 Kommentare

  1. Das ist hervorragend zu hören. War doch ein bayerischer Autobauer in Leipzig bereits vor 10 Jahren mit internen Netzwerken, Newsgroups, Chat (via Lotus Notes) bereits der Konkurrenz weit voraus. Dass der umfassende Wandel innerhalb einer solch gewaltigen Organisation mit all ihren unterschiedlichen Kulturen, Standorten und Systemen eine mächtige Herausforderung ist, steht nicht außer Frage.

    Die Erfahrungen, die wir beim Aufbau des Werks in Leipzig mit diesen nun Social Media genannten Tools gemacht haben und was dadurch erst ermöglicht wurde, um einen zügigen und perfekten Aufbau der Prozessstrukturen zu ermöglichen ist unbeschreiblich.

    Ich wünsche mir, dass auch kleinere Unternehmen, Startups und ganz allgemein Manager die Chancen solcher Netzwerke für sich entdecken und auch im WWW nutzen, auch wenn der direkte Nutzen nicht immer messbar zu sein scheint.

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