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Zweite Erde „gleich um die Ecke“ entdeckt

Künstlerische Darstellung des erdähnlichen Planeten um Alpha Centauri B. Abb.: ESO

Künstlerische Darstellung des erdähnlichen Planeten um Alpha Centauri B. Abb.: ESO

Alpha Centauri/Erde, 17. Oktober 2012: Astronomen der europäischen Südsternwarte „ESO“ haben einen spektakulären Fund gemacht: Sie haben einen Exo-Planeten mit erdähnlicher Größe gefunden und zwar – nach kosmischen Maßstäben – gleich vor unserer Haustür: Der Planet umkreist den sonnenähnlichen Stern Alpha Centauri B. Dieser ist Teil des Drei-Sonnen-Systems „Alpha Centauri“, das nur 4,3 Lichtjahren von uns entfernt und damit das erdnächste Sternensystem ist.

Für E.T. ist es leider viel zu heiß

Besuch von Außerirdischen ist allerdings nicht von dort zu erwarten: Der nun entdeckte Planet umkreist seinen Stern in „nur“ sechs Millionen Kilometer Distanz und dürfte damit viel zu heiß für kohlenstoffbasiertes und auf flüssiges Wasser angewiesenes Leben wie auf der Erde sein. Zum Vergleich: Die Erde umkreist die Sonne in rund 150 Millionen Kilometern Entfernung.

Bisher 800 Planeten entdeckt – doch keiner so nah
Die europäische Südsternwarte in Chile. Abb.: ESO

Die europäische Südsternwarte in Chile. Abb.: ESO

Dennoch ist die Entdeckung eine mittlere Sensation: Zwar wurden bisher schon insgesamt rund 800 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachgewiesen, aber keiner so nah an unserer Erde.

Zudem ist der ESO-Coup auch ein ideeller Nackenschlag für die NASA, die mit aufwendigen Weltraumteleskopen schon jahrelang sonst wo im All Planeten aufspürt, den Planeten in unserer kosmischen Nachbarschaft indes übersehen hat. Die US-Raumfahrtbehörde beeilte sich auch gleich, den Europäern zu gratulieren und gleichzeitig zu erklären, dass ihre Raumteleskope Hubble, Spitzer und Kepler nun mal mit anderen Methoden als das ESO suchen.

Sternentaumel verriet den Exo-Planeten

Die Forscher der europäischen Südsternwarte in Chile hatten Alpha Centauri mit einem sogenannten „HARPS-Spektrometer“ vier Jahre lang überwacht. Dabei registrierten sie winzige Taumelbewegungen von Alpha Centauri – kaum schneller als ein krabbelndes Baby -, die durch die Anziehungskraft des bis dahin unbekannten Planeten verursacht wurden. . „Das ist ein ganz besonderer Fund“, betonte Xavier Dumusque vom Entdecker-Team. „Dafür mussten wir unsere Technik zum Nachweis von Exoplaneten bis an die Grenzen des Machbaren ausreizen.“

Suche nach zweiter Erde geht weiter

Nun wollen die ESO-Astronomen Alpha Centauri noch genauer unter die Lupe nehmen – in der Hoffnung, dort einen weiteren Planeten in der potenziell bewohnbaren Zone zu finden. „Diese Entdeckung ist ein wichtiger Schritt hin zum Nachweis einer zweiten Erde in der unmittelbaren Umgebung der Sonne“, frohlockte Dumusque. Heiko Weckbrodt

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