Alle Artikel mit dem Schlagwort: Independent

DVD „Capote“: Faszinierende Metamorphose eines Literaten

Tja, wer hätte das gedacht: Amerika kann noch richtige Filme machen. Filme, die noch eine Geschichte zu erzählen haben, ohne alles übertönendes Plautzpengbumm. Die Rede ist von „Capote“, einem Drama von Bennett Miller aus dem Jahr 2005, das nun auf DVD neu aufgelegt wurde. Darin brilliert Philip Seymour Hoffman („Magnolia“, „Mission: Impossible III“) als der – hierzulande nur wenig beachtete – New Yorker Star-Schriftsteller Truman Capote („Frühstück bei Tiffany“), der Ende der 1950er durch seine Mordrecherchen in Kansas zu einem anderen Menschen wird. Für die präzise herausgearbeitete Metamorphose eines Partylöwen zum engagierten Pionier des Tatsachenromans bekam Hoffmann 2006 völlig zurecht einen „Oscar“. Tja, wer hätte das gedacht: Amerika kann noch richtige Filme machen. Filme, die noch eine Geschichte zu erzählen haben, ohne alles übertönendes Plautzpengbumm. Die Rede ist von „Capote“, einem Drama…

Indie-Adventure „Trauma“: Surrealer Abstieg ins Unterbewusstsein

Die Verletzte im Krankenbett bleibt für uns ohne Namen, wir lernen die junge Frau nur durch ihre Träume im Halbschlaf auf der Intensivstation kennen – ein Reigen surrealer wie verstörender Erinnerungsfetzen, die wir wie mit einem fotografischen Auge ertasten, aus dem Vergessen reißen, ihnen Sinn zu geben versuchen. So wandern wir beispielsweise mit ihr eine nächtliche Straße entlang, lösen mit wenigen Gesten eine scheinbar solide Mauer auf – und finden uns am Anfang unseres Pfades wieder. „Diese Welt ist zu klein“, haucht das Unterbewusstsein – und wieder haben wir ein Puzzle-Teil an die richtige Stelle gelegt. „Trauma“, so der Titel dieser Traumwelt, ist ein künstlerisch ambitioniertes Adventure des gebürtigen Warschauers Krystian Majewski, das einem interaktivem Film, aber auch einer assoziativen Variante von „Myst“ ähnelt. Die Verletzte im Krankenbett bleibt für uns ohne Namen, wir lernen die junge Frau nur durch ihre Träume im Halbschlaf auf der Intensivstation kennen – ein Reigen surrealer wie verstörender…

Psychodrama „Take Shelter“: Naht der Endzeitsturm?

Äußerlich mag „Take Shelter“ (Such Unterschlupf!) als Mystery durchgehen, in seiner Erzählstruktur als Liebesfilm gelten. Doch die Tragödie um einen Mann, den drängende Albträume eines nahenden Endzeitsturms aus der Bahn werfen, ist vor allem eines: Herausragendes Schauspielerkino, das man sonst so selten aus der effekteverliebten US-Filmindustrie kennt. Derart intensiv gespielt, dass es der Zuschauer schon nach wenigen Minuten wie magisch in seinen Bann zieht – und die Prise Esoterik darin großzügig verzeiht. Äußerlich mag „Take Shelter“ (Such Unterschlupf!) als Mystery durchgehen, in seiner Erzählstruktur als Liebesfilm gelten. Doch die Tragödie um einen Mann, den drängende Albträume eines nahenden Endzeitsturms aus der Bahn…

Bluray „Another Earth“: Kleine aber feine Sci-Fi-Parabel um Schuld und Sühne

In der Independent-Produktion „Another Earth“ greift Mike Cahill den alten Sci-Fi-Plot des „Was wär wenn…?“ auf: Könnten wir unsere Lebensfehler korrigieren, wenn wir durch Paralleluniversen reisen? Wenn eine Zwillingserde vor unsere Nase auftauchen würde zum Beispiel? Oder liegt der Dreh nicht vielmehr darin, die Konsequenzen unserer Fehler zu tragen, die Folgen zu minimieren? Auch wenn die Grundidee bereits oft in Film und Fernsehen durchgekaut wurde: In „Another Earth“ ist es Regisseur Mike Cahill mit einem Budget von gerade mal 200.000 Dollar gelungen, dem Plot neue Facetten abzugewinnen – und dies in einem fast kammerspielartigen Science Fiction mit traumhaftem Grundton. In der Independent-Produktion „Another Earth“ greift Mike Cahill den alten Sci-Fi-Plot des „Was wär wenn…?“ auf: Könnten wir unsere Lebensfehler korrigieren, wenn wir durch Paralleluniversen reisen? Wenn eine Zwillingserde vor…

„Limbo“: Gefangen im schwarz-weißen Albtraum

Ein Junge erwacht – und findet sich in einem surreal-grausigen Albtraum wieder: Seine Schwester ist verschwunden, er ist allein in einem Wald voller Fallen, Riesenspinnen und bösartiger „Herr der Fliegen“-Teenies. Das nennt sich „Limbo“ und ist ein gleichermaßen minimalistisches wie zauberhaftes Jump’n-Run-Spiel. Das hat freilich mit den bunten Szenarien von Klassikern wie „Mario Brothers“ oder „Sonic“ rein gar nichts zu tun: „Limbo“ ist eine grausame Scherenschnitt-Welt in Schwarz-Weiß, in der wir in Nullkommanix elendig zerhäckselt werden. Ein Junge erwacht – und findet sich in einem surreal-grausigen Albtraum wieder: Seine Schwester ist verschwunden, er ist allein in einem Wald voller Fallen, Riesenspinnen und bösartiger „Herr der Fliegen“-Teenies….