Alle Artikel in: Kommentar & Glosse

Siliziumkarbid-Wafer (SiC) von NXP mit 7,5 Zentimetern Durchmesser. Foto: NXP

Kommentar: Ordnungspolitisch korrekter Untergang

Warum kauft Qualcomm NXP und was geht das Europa an? San Diego/Eindhoven/Dresden, 30. Oktober 2016. Die Pläne des US-Konzerns Qualcomm, das niederländische Halbleiterunternehmen NXP zu übernehmen, sind nun offiziell: 47 Milliarden Dollar wollen die US-Amerikaner dafür zahlen. Man könnte meinen, das ist eine der vielen Firmenübernahmen zur Konsolidierung des Halbleitermarktes, die in letzter Zeit einige Aufmerksamkeit erregt haben. Es ist mehr. Es ist eine direkte Bedrohung der europäischen, vor allem deutschen Automobilindustrie und ihrer Zulieferer bezüglich ihrer führenden Stellung in der Welt. Warum kauft Qualcomm NXP und was geht das Europa an? San Diego/Eindhoven/Dresden, 30. Oktober 2016. Die Pläne des US-Konzerns Qualcomm, das niederländische Halbleiterunternehmen NXP zu übernehmen, sind nun offiziell: 47…






Foto: NXP

Kommentar: Hat sich Europa aufgegeben?

Dresden, 6. Oktober 2016. Es wird nun auch von europäischen Politikern akzeptiert, dass die Mikroelektronik eine Schlüsseltechnologie ist, die über die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Industriezweige entscheidet. Aus dieser Erkenntnis folgen allerdings keine Maßnahmen, die Europa wieder in eine wettbewerbsfähige Position bringen würden. Auch die künftig vor allem betroffenen Anwender scheinen sich nicht zu sorgen, dass die entscheidenden Bausteine ihrer anspruchsvollsten Produkte in Zukunft aus Amerika oder vormaligen asiatischen Entwicklungsländern – also aus Regionen, wo ihre Hauptwettbewerber sitzen – kommen werden. Dresden, 6. Oktober 2016. Es wird nun auch von europäischen Politikern akzeptiert, dass die Mikroelektronik eine Schlüsseltechnologie ist, die über die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Industriezweige entscheidet. Aus dieser Erkenntnis folgen allerdings…






Zwei Mitarbeiter beäugen Chipscheiben (Wafer) im Reinraum der Globalfoundries-Chipfabrik Dresden. Foto: Globalfoundries

Moderne Technologien gewinnen

Abkehr der Europäer von höchstintegrierten Schaltkreisen ist falscher Weg Dresden, 5. September 2016. Die europäischen Zukunftspessimisten in der Halbleiterindustrie verbreiten seit Jahren die Mär, dass die modernen Technologien zu teuer seien und eigentlich nicht gebraucht würden. Für den künftigen Wachstumsmarkt des Internets der Dinge seien billige und stromsparende Schaltkreise nötig, aber keine höchstintegrierten Schaltkreise mit minimalen Geometrien. Abkehr der Europäer von höchstintegrierten Schaltkreisen ist falscher Weg Dresden, 5. September 2016. Die europäischen Zukunftspessimisten in der Halbleiterindustrie verbreiten seit Jahren die Mär, dass die modernen Technologien zu teuer…






Die US-Mikroelektronik - hier ein Intel-Wafer - dominiert mit 55 % Anteil ganz klar den Halbleiter-Weltmarkt. Europas Antel wrd auf nur 6 % geschätzt. Foto: Intel

Kommentar: Europas Halbleiter-Industrie braucht Risikovorsorge

Politiker sehen hohe Import-Abhängigkeit erschreckend gleichgültig Dresden, 29. Mai 2016. Die europäischen Industrien sind zu abhängig von asiatischen Lieferanten. Dies zeigt sich vor allem dann, wenn diese Lieferketten durch politische Unruhen, durch Erdbeben oder andere Naturkatastrophen ausfallen. Politiker sehen hohe Import-Abhängigkeit erschreckend gleichgültig Dresden, 29. Mai 2016. Die europäischen Industrien sind zu abhängig von asiatischen Lieferanten. Dies zeigt sich vor allem dann, wenn diese Lieferketten durch politische…






Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Kommentar zum eZelleron-Aus

Zum Beitrag „Mini-Kraftwerk-Hersteller geht von Dresden in die USA„ Wir dürfen gespannt bleiben, wie lange die – ohnehin bisher eher bescheidene – Minikraftwerk-Manufaktur ihre Fertigung in Dresden aufrecht erhält, wenn sich wirklich ein Geldgeber für das Projekt in Kalifornien findet. Für Dresden ist die Entscheidung von eZelleron jedenfalls ein herber Rückschlag. Zum Beitrag „Mini-Kraftwerk-Hersteller geht von Dresden in die USA„ Wir dürfen gespannt bleiben, wie lange die – ohnehin bisher eher bescheidene – Minikraftwerk-Manufaktur ihre Fertigung in Dresden aufrecht erhält, wenn…






Vereinfachte Ansicht vom Aufbau eines klasissischen Transistors (links) und eines FD-SOI-Transistors. Grafik: hw

Wohin steuert Globalfoundries?

Kommentar zur Stratregie des Chipkonzerns in den USA und in Sachsen Dresden, 31. März 2016. In der Dresdner Mikroelektronik-Szene verbreitet Globalfoundries unverdrossen die Mär, dass die Zukunft der Mikroelektronik in der 22nm-SOI-Technologie liege, die 2017 in der Dresdner Fab von Globalfoundries eingeführt werden soll. Rufe nach weiterer Verkleinerung der Strukturabmessungen der Technologie in Richtung 5 Nanometer (nm), wie das die Wettbewerber INTEL, SAMSUNG und TSMC tun, wurden bisher immer damit abgewehrt, dass die Zukunft in der SOI-Technologie liege und so kleine Strukturen für das Internet der Dinge nicht gebraucht würden. Kommentar zur Stratregie des Chipkonzerns in den USA und in Sachsen Dresden, 31. März 2016. In der Dresdner Mikroelektronik-Szene verbreitet Globalfoundries unverdrossen die Mär, dass die Zukunft der Mikroelektronik in…






Foto: Ronny Siegel

Kommentar: Weckruf für die lahme TK-Enten

Zum Beitrag „Dresden und Drewag setzen Bündnis für schnelles Internet fort„ Dresden, 15. März 2015. In einer Marktwirtschaft sollte sich der Staat mit seinen Eingriffen zurückhalten, da alle Erfahrung zeigt: Oft vergeigen Behörden nur alles, wenn sie so tun, als ob sie Unternehmer seien. Aber selbst ordnungspolitische Puritaner werden wohl einräumen: Manchmal versagt der freie Markt auch und löst wichtige Probleme einfach nicht. Die breitbandige Internetversorgung ist solch ein klassischer Kandidat für Marktversagen: Unternehmen wie Privatleute kommen ohne schnelle Netzzugänge kaum noch aus, die Nachfrage ist also da – aber in manchen Gegenden ist diese Nachfrage nach dem Geschmack der großen TK-Konzerne nicht groß genug, damit sich teure Buddeleien und Glasfaser-Installationen lohnen. Zum Beitrag „Dresden und Drewag setzen Bündnis für schnelles Internet fort„ Dresden, 15. März 2015. In einer Marktwirtschaft sollte sich der Staat mit seinen Eingriffen zurückhalten, da alle Erfahrung zeigt:…






Am Dresdner ASSID erproben die Fraunhoferforscher an 300-mm-Linien die 3D-Chipintegration. Abb. (3): Fraunhofer

Europa bleibt die Nische

Kommentar: EU tut zu wenig, um Zukunftstechnologien wie 3D-Chiptechnik in Jobs und Fabriken umzumünzen Dresden, 2. März 2016. Nicht nur in der Produktion von Halbleiterchips der Spitzenklasse hat Europa den Anschluss verloren. Bei der Produktion kompletter Schaltkreise im Gehäuse hat Europa schon vor Jahrzehnten den Anspruch aufgegeben, eine nennenswerte Eigenproduktion zu haben. Die sogenannten Back-End-Prozesse (Test und Assembly) wurden nahezu komplett in Billiglohnländer nach Asien ausgelagert. Durch die unvermindert anhaltende Steigerung der Komplexität elektronischer Systeme für die unterschiedlichsten High-Tech-Produkte hat sich neben der weiteren Verkleinerung der Strukturen der Halbleiterchips ein Trend zur Erschließung der dritten Dimension herausgebildet, der als 3D-Integration bezeichnet wird. Inzwischen hat diese Technologie unter Einschluss von Zwischenstufen (2,5D) die Massenproduktionsreife erreicht. Und hier vollzieht sich die gleiche Konzentration auf einige wenige Großunternehmen in Asien, die den weltweiten Bedarf an solchen Spitzenprodukten decken, wie bei den höchstintegrierten Halbleiterchips. Eine Chance bleibt für Europa in der Nische. Kommentar: EU tut zu wenig, um Zukunftstechnologien wie 3D-Chiptechnik in Jobs und Fabriken umzumünzen Dresden, 2. März 2016. Nicht nur in der Produktion von Halbleiterchips der Spitzenklasse …






Europas Hightech-Industrie hat sich von der Chipproduktion von Taiwan, Südkorea und den USA abhängig gemacht. Viele der dort konzentrierten Halbleiter-Fabriken liegen aber in Erdbeben- oder potenziellen Krisengebieten. Fotos: Google Earth, Intel, Montage: hw

Risiken für Europas High-Tech-Industrie wachsen

Junghansens Chip-Kolumne: Halbleiter-Nachschub auch durch Naturkatastrophen fragil Dresden, 18. Februar 2016. Immer mehr traditionelle Industriegüter (Telekommunikationsgeräte, Autos, Flugzeuge usw.) benötigen Mikroelektronik der Spitzenklasse. Diese ist aber schon heute nur noch in den USA und Asien zu bekommen. Die europäische Industrie begibt sich also für ihre Spitzenprodukte in eine völlige Abhängigkeit von den Lieferungen aus den drei verbliebenen Unternehmen (INTEL in den USA, SAMSUNG in Korea und TSMC in Taiwan), die diese Technologie beherrschen. Unabhängig von möglichen nationalen Interessenskonflikten bleibt ein hohes Risiko für die Versorgungssicherheit Europas durch terroristische oder natürliche Katastrophen in diesen drei verbliebenen Standorten. Junghansens Chip-Kolumne: Halbleiter-Nachschub auch durch Naturkatastrophen fragil Dresden, 18. Februar 2016. Immer mehr traditionelle Industriegüter (Telekommunikationsgeräte, Autos, Flugzeuge usw.) benötigen Mikroelektronik der Spitzenklasse. Diese ist aber schon heute nur noch…






Vor allem die modernen 300-mm-Fabriken von TSMC sind stark ausgelastet. Foto: TSMC

Europa fällt hoffnungslos zurück

Kein europäisches Halbleiter-Unternehmen beherrscht mehr Höchstintegration Dresden, 1. Februar 2016. Die digitale Revolution ist in unserem Alltag angekommen. Ständige Kommunikation über Smartphone und Internet gehören heute ebenso selbstverständlich zu unserem Lebensstil wie Online-Einkäufe bei Amazon und anderen Internethändlern. Weniger auffällig, in der Wirkung auf unsere Gesellschaft aber noch viel dramatischer ist die rasant zunehmende Automatisierung nahezu aller Produktions- und Dienstleistungsbereiche. Dieser Trend wird in naher Zukunft jedem Bürger unseres Landes unmittelbar begegnen, sei es als freigesetzter Mitarbeiter, dessen Arbeit jetzt durch Automaten geleistet wird, oder als Nutzer autonom fahrender Fahrzeuge und so weiter. Kein europäisches Halbleiter-Unternehmen beherrscht mehr Höchstintegration Dresden, 1. Februar 2016. Die digitale Revolution ist in unserem Alltag angekommen. Ständige Kommunikation über Smartphone und Internet gehören heute ebenso selbstverständlich zu unserem…






Bernd Junghans. Foto: privat

Gastkommentar: „Auftragsrückgang bei GloFo ist reines Ablenkungsmanöver“

Mikroelektronik-Veteran Bernd Junghans über den Personalabbau bei Globalfoundries Dresden Dresden, 4. Oktober 2015. Am Freitag hat der US-Chipkonzern Globalfoundries einen massiven Personalabbau in seiner Dresdner Fabrik angekündigt: Bis zu 800 Mitarbeiter und damit etwa ein Fünftel der Belegschaft verlieren demnach bis Ende 2016 ihre Jobs. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit sinkender Nachfrage für hochwertige Chip in PCs, Tablets und Smartphones, wie sie von Globalfoundries Dresden hergestellt werden. „Die Begründung für den Auftragsrückgang bei GloFo ist ein reines Ablenkungsmanöver“, meint hingegen Professor Bernd Junghans. Das Unternehmen setze auf veraltete Technologien und wolle nur staatliche Subventionen abfassen, ist er überzeugt. In einem Gastkommentar erklärt der Dresdner Mikroelektronik-Veteran (u.a. Leiter des DDR-Megabitchip-Entwicklungsprojektes im ZMD), warum: Mikroelektronik-Veteran Bernd Junghans über den Personalabbau bei Globalfoundries Dresden Dresden, 4. Oktober 2015. Am Freitag hat der US-Chipkonzern Globalfoundries einen massiven Personalabbau in seiner Dresdner Fabrik angekündigt: Bis zu 800…






Mit 4,4 Mio. Übernachtungen hat sich Dresden als beliebtestes Städtereiseziel 2014 außerhalb Berlins behauptet. Foto: Sylvio Dittrich, DMG

Pegida: Warum in Dresden?

Politologe: Weit verbreitete Transformations-Angst fand in Dresden besonders fruchtbaren Boden Dresden, 21. Mai 2015. Die Frage schwappt immer wieder hoch, erst dieser Tage wieder wurde sie mir durch eine koreanische Journalistin, die auf Einladung des Goethe-Instituts in Dresden zu Gast war, gestellt – und sie ist zweifellos berechtigt: Wie konnte die asylkritische bis fremdenfeindliche Pegida-Bewegung in Dresden so stark werden, während ähnliche Demos in anderen Städten von Anfang an Rohrkrepierer blieben? Warum ausgerechnet in einer Stadt, die für ostdeutsche Verhältnisse ökonomisch recht gut dasteht – nicht zuletzt durch ausländische Investoren und Arbeiter? Und die sich so gern mit ihren architektonischen und kulturellen Traditionen schmückt, die sich fast alle aus internationalen Einflüssen speisen? Politologe: Weit verbreitete Transformations-Angst fand in Dresden besonders fruchtbaren Boden Dresden, 21. Mai 2015. Die Frage schwappt immer wieder hoch, erst dieser Tage wieder wurde sie mir durch eine koreanische…






Peter Weckbrodt. Foto: hw

Kommentar: Ab nach Bulgarien – in den Tod?

Zum Bericht „Vom zerstörten Aleppo nach Dresden“ Dresden, 26. Februar 2015. Was tun mit einem Asylbewerber wie Mazlum Baker, dessen Antrag bereits in Bulgarien bestätigt wurde, der dennoch, ausgestattet mit einem bulgarischen Pass, weiter nach Deutschland, ins gelobte Land, getrampt ist? Nun sitzt der Syrer hier in Dresden, denkt mit Verzweiflung an das, was ihm bei der Rückkehr nach Bulgarien droht. Er war ja schon dort, kennt die Verhältnisse, hat dort sogar im Gefängnis gesessen. „In Bulgarien sterbe ich, da gehe ich lieber zurück ins heimatliche, kriegszerstörte Aleppo“, so sein resignierender Entschluss. Dabei hatte er sich doch eine Zukunft mit Arbeit, Wohnung, vielleicht auch mit Familie, hier in Dresden, vorgestellt. Zum Bericht „Vom zerstörten Aleppo nach Dresden“ Dresden, 26. Februar 2015. Was tun mit einem Asylbewerber wie Mazlum Baker, dessen Antrag bereits in Bulgarien bestätigt wurde, der dennoch, ausgestattet mit…






Stephan Hönigschmid. Foto: privat

The Art of Failure

Lindner’s angry speech about anti founder culture (source: Die Welt) Christian Lindners (FDP) viral web speech should be an alarm call to improve our startup culture in Germany Düsseldorf/Dresden, 3. Februar 2015. The chairman of the Free Democratic Party (FDP) of Germany, Christian Lindner, recently gave a speech about entrepreneurship everybody is talking about now. In the state parliament of North Rhine-Westphalia, he was attacked by a social democrat for the failure of his startup business around the year 2000. Lindner's angry speech about anti founder culture (source: Die Welt) Christian Lindners (FDP) viral web speech should be an alarm call to improve our startup culture in Germany Düsseldorf/Dresden, 3….






Foto: Peter Weckbrodt

Kommentar: Richtige Antwort auf Pegida – aber etwas spät

Pegida spricht nicht für Mehrheit der Dresdner Wenn 35.000 Menschen für Weltoffenheit und Empathie für Flüchtlinge im Dresdner Stadtzentrum demonstrieren, ist das zuallererst ein richtiges und wichtiges Signal. Denn das zeigt, was jedem klar sein musste, der nicht gleich jede Statistik reflexartig als „Fälschung“ abtut: Die Pegidisten mögen eine nicht vernachlässigbare Minderheit in Dresden sein, aber eben eine Minderheit. Die Mehrheit der Dresdner findet es nicht gut, Asylsuchende unter Generalverdacht zu stellen, ihnen Angst zu machen, indem man montagabends schweigend durch die Straßen zieht – und dabei Seit an Seit mit Ultrarechten läuft und Pegida-Anführern beklatscht, deren menschenverachtende Geisteshaltung gestern wieder einem aufschlussreichen „Spiegel“-Bericht zu entnehmen war. Pegida spricht nicht für Mehrheit der Dresdner Wenn 35.000 Menschen für Weltoffenheit und Empathie für Flüchtlinge im Dresdner Stadtzentrum demonstrieren, ist das zuallererst ein richtiges und wichtiges Signal. Denn das…