Alle Artikel in: Forschung

Neues aus der Wissenschaft

Teil des Resist-Frühwarnsystems: Sensor zur Funktionsüberwachung einer Schaltung. Foto: Fraunhofer IIS/EAS

Bordelektronik erkennt eigene Altersschwäche

Resist-Programm soll Bauelemente in Autos und Flugzeugen ausfallsicherer machen Dresden, 15. Mai 2018. Moderne Autos und Flugzeuge enthalten immer mehr Elektronik, an deren Zuverlässigkeit Menschenleben hängen – man denke nur an den Trend zum autonomen Fahren. Diese Bordelektronik soll in Zukunft nicht nur zehn bis 15 Jahre lang garantiert halten, sondern mehr als doppelt so lange: 25 bis 35 Jahre. Um dies zu erreichen, hat ein internationales Konsortium „Resist“ aus Instituten und Technologiefirmen nun besonders ausfallsichere Elektronik entwickelt. Die Computerchips und Bauelemente überwachen nun zum die eigene Alterung, erkennen ein drohendes Versagen und sollen selbst bei Teilausfällen noch weiter ihre Grundfunktionen aufrecht erhalten. Das geht aus einer Mitteilung des Fraunhofer-Institutsteils „Entwicklung Adaptiver Systeme“ (IIS-EAS) aus Dresden hervor, das die Entwicklungsarbeiten in Deutschland koordiniert hatte.

Solche Keramikmodule mit integrierten Ultraschallsensoren sollen Medikamentenrückstände im Abwasser zerstören. Foto: Fraunhofer IKTS

Mit Ultraschallkanonen gegen die Hormonsuppe

Dresdner Keramikexperten entwickeln neue Waffe im Kampf gegen multiresistente Keime und Unfruchtbarkeit Dresden, 14- Mai 2018. Um Hormone, Antibiotika und Viren-Hemmer aus den Abwässern der großen Städte endlich herausfiltern zu können, haben Fraunhofer-Ingenieure aus Dresden spezielle Keramik-Ultraschall-Zerstörer entwickelt. Dafür haben die Experten des Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) winzige Ultraschall-Kanonen auf keramische Elektroden aus einer Zinn-Antimon-Verbindung aufgedruckt. Die Elektroden spalten auf elektrochemischem Weg die brisanten Medikamenten-Reste im Wasser so lange auf, bis nur noch Kohlendioxid übrig bleibt. Die Ultraschall-Sender sorgen dafür, dass das Abwasser fest an die Keramikplatten gedrückt und die Problemstoffe schneller abgebaut werden.

Die geplante Forschungsanlage zur Verwertung von Kohlenstoff-Abfällen. Foto: TU-Bergakademie Freiberg

Plastemüll als Chemie-Rohstoff

Freiberger Ingenieure planen Testreaktor in Leuna Freiberg/Leuna, 12. Mai 2018. Um dem Plastemüll in Ozeanen und auf den Straßen zu mindern, wollen ostdeutsche Ingenieure einen Reaktor konstruieren, der Synthesegas aus Kunststoff-Abfällen erzeugt. Die „Carbontrans“-Pilotanlage soll nach 2021 im Chemiepark in Leuna in Sachsen-Anhalt gebaut werden und jährlich 25.000 Tonnen kohlenstoffhaltiger Stoffe verarbeiten können. Beteiligt sind die Bergakademie Freiberg und das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) in Halle.

Der Physiker Dr. Jens Kunstmann forscht an der Chemiefakultät der TU Dresden. Foto: TUD

Atomdünnen Solarzellen auf der Spur

Forscher aus Dresden und Regensburg untersuchen in 2D-Werkstoffen verheiratete Exziton-Paare, die über Atomabgründe hinweg fest zusammenhalten Dresden, 11. Mai 2018. Physiker aus Dresden und Regensburg experimentieren mit Werkstoffen, die in Zukunft extrem dünne Solarzellen ermöglichen könnten. Solche Kollektoren könnten wie dünne Häute nahezu jede Oberfläche – seien es nun Hauswände, Smartphone-Bildschirme oder Autos – in autarke Energiesammler verwandeln. „Bis man daraus marktreife Solarpaneele konstruieren kann, werden allerdings noch Jahre der Entwicklungsarbeit notwendig sein“, betonte Dr. Jens Kunstmann vom Lehrstuhl für Theoretische Chemie der Technischen Universität Dresden (TUD), der die dabei verwenden 2D-Kristalle gemeinsam mit Kollegen aus Regensburg, New York und dem brasilianischen Fortaleza untersucht hatte.

Künstliche und sensor-gespickte Muskeln könnten Industrierobotern mehr Gefühl beibringen. Abb.: TM/TUD

Künstliche Muskeln für Roboter und Menschen

TU Dresden und Institut für Polymerforschung kooperieren in DFG-Kolleg Dresden, 8. Mai 2018. Künstliche Muskeln für Roboter und Menschen haben sich Dresdner Textil- und Polymer-Experten auf die Forschungsagenda gesetzt. Die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ (DFG) fördert dieses Vorhaben der TU Dresden und des Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden  als Graduiertenkolleg „Interaktive Faser-Elastomer-Verbunde“ (I-FEV). Das hat das Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresden mitgeteilt.

Die Datenbrille für den Industrieeinsatz. Foto: Westsächsische Hochschule Zwickau

Sachsens Spezial-Hochschulen tun sich in „Saxony5“ zusammen

Verbund soll Wissenstransfer in die Wirtschaft unterstützen Dresden, 6. Mai 2018. Die fünf sächsischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften haben einen gemeinsamen Verbund „Saxony5“ gegründet, der den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis übernehmen soll. Bund und Länder fördern diesen Transferverbund mit rund 15 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren. Dies hat das sächsische Wissenschaftsministerium mitgeteilt.

Auch beim Nachrodeln in Berlin am Potsdamer Platz waren die Skimatten aus Chemnitz schon ausgelegt. Foto: Mr. Snow

Chemnitzer verkaufen den Chinesen textilen Schnee

Chinas KP ruft das Wintersportfieber aus – künstliche Ski-Pisten aus Sachsen sind gefragt Chemnitz, 4. Mai 2018. Die Ingenieure der Chemnitzer TU-Ausgründung „Mr. Snow“ wollen auslegbare Kunststoff-Skipisten an die Chinesen verkaufen. Das hat die Uni Chemnitz mitgeteilt. „Der chinesische Markt bietet ein riesiges Potenzial für unseren textilen Schnee“, ist „Mr. Snow“-Chef Jens Reindl überzeugt. „Seit Staatspräsident Xi Jinping mit Blick auf die Olympischen Winterspiele Peking verkündete, dass es 2022 300 Millionen Wintersportler in China geben soll, entstehen in jedem Winkel des riesigen Landes neue Skigebiete.“ Die ersten Verträge mit den Chinese seien bereits unterschrieben.

50 verschiedene Substanzen konnten die Forscher der TU Dresden bislang in der Bienenstockluft identifizieren, der heilende Kräfte zugeschrieben werden. Foto: Cindy Henker

Wie heilsam ist Bienenluft?

TU-Chemiker: Gasgemisch im Innern der Bienenstöcke enthält über 50 Stoffe Dresden, 2. Mai 2018. Ähnlich wie dem Honig und dem Bienenharz Propolis schreiben einige Menschen auch der Luft im Bienenstock heilende Wirkungen zu. Diese 35 Grad warme Luft einzuatmen, soll gegen Bronchitis und Asthma, womöglich gar gegen Migräne, Neurodermitis und Depressionen helfen. Chemiker der TU Dresden haben nun diese Bienenstockluft mit moderner Messtechnik analysiert. Dabei konnten sie über 50 verschiedene Inhaltsstoffe identifizieren, darunter relativ viel Propolis, aber nur sehr wenig Honig.

Auf der Goldprobe, durch die an nanostrukturierten Stellen blaues Licht geschickt wird, sind mit Proteinmotoren befestigt. Diese tragen die Mikrotubuli mit den Quantenpunkten - die hier als Lichtsensoren fungieren . über sich hinweg. Dadurch wird die ganze oberflache gewissermaßen gescannt. Visualisierung: Heiko Groß

Mehr Durchblick durch Biomotoren und Quantenpunkte

Forscher aus Dresden und Würzburg schieben Grenzen klassischer Mikroskope hinaus Dresden/Würzburg, 30. April 2018. Indem sie Biotechnologie und Quantenphysik kombinierten, haben Wissenschaftler aus Dresden und Würzburg die optischen Grenzen klassischer Mikroskope hinausgeschoben: Sie haben damit Strukturen sichtbar gemacht, die weniger als fünf Nanometer (Millionstel Millimeter) groß sind.

In dieser sogenannten Target-Kammer im Zentrum für Hochleistungs-Strahlenquellen des HZDR trifft der Lichtstrahl des Hochleistungslasers auf den Elektronenstrahl des ELBE-Beschleunigers. Ziel ist die Erzeugung brillanter Röntgenstrahlung. Foto: HZDR/Frank Bierstedt

Immer mehr Hochschul-Wissenschaftler durch Drittmittel finanziert

Anteil stieg deutschlandweit innerhalb von zehn Jahren von 20 auf 26 % Wiesbaden, 30. April 2018. Deutschlandweit spielen zusätzlich eingeworbene externe Gelder – die sogenannten Drittmittel – eine wachsende Rolle für den akademischen Betrieb: Etwa ein Viertel (26 %) des wissenschaftlichen Hochschulpersonals finanzierte sich im Jahr 2016 aus solchen Quellen jenseits der öffentlichen Grundfinanzierung. Zehn Jahre zuvor waren es erst 20 %. Das teilte das statistische Bundesamt in Wiesbaden heute mit.

Prof. Bernd Büchner leitet als wissenschaftlicher Direktor das IFW Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresdner Exzellenz-Etikett ist wie eine Trumpfkarte

Neuer Direktor Büchner will neue Labore am Leibniz-Institut IFW etablieren und die Unis Dresden und Chemnitz enger verzahnen Prof. Bernd Büchner ist seit April 2018 der neue wissenschaftliche Direktor des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden. Oiger-Reporter Heiko Weckbrodt hat ihn ausgefragt: was das Leibniz-Institut von der Exzellenzinitiative der TU hat, welche neuen Labore er plant und warum die Chinesen lieber nach Dresden statt Chemnitz gehen. Wo steht das IFW? Wir sind ein unglaublich starkes Institut. Wissenschaftlich agiert das IFW sehr erfolgreich. Leider ist es uns nicht immer gelungen, diese Leistungskraft auch nach außen sichtbar zu machen. Das möchten wir gerne ändern.

Das Logo des 5G Energy Hub, das von Dresden koordiniert wird.

National 5G Energy Hub startet in Dresden

Forschungsprojekt widmet sich 5G-Mobilfunk in der Energietechnik Dresden, 27. April 2018. Die TU Dresden startet gemeinsam mit Partnern am 1. Mai 2018 das Forschungsprojekt „National 5G Energy Hub“. Das hat die Uni heute angekündigt. Die Maschinebauer, Elektro und Kommunikationstechniker wollen dabei gemeinsam Wege suchen, um Energietechnik mit Hilfe des Mobilfunks der 5. Generation (5G) effizienter zu machen.

Am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf beschäftigen sich Biologen, Chemiker, Physiker und Mediziner mit der Erforschung und Behandlung von Krebskrankheiten. Sie forschen an radioaktiven Substanzen und Medikamenten, entwickeln bildgebende Verfahren weiter und untersuchen neue Möglichkeiten hochpräziser Bestrahlungstechniken sowie neuartige Strahlungsarten wie laserbeschleunigte Protonenstrahlen. Foto. HZDR/Oliver Killig

Sachsen, Böhmen und Schlesier kooperieren beim Wissenstransfer in die Wirtschaft

Maschinenbauer der TUD koordinieren „Trans3Net“-Netzwerk Dresden/Breslau/Usti, 27. April 2018. Um Forschungsergebnisse auch grenzüberschreitend in wirtschaftliche Erfolge zu verwandeln, vernetzen sich derzeit die dafür zuständigen Transfer-Experten in Sachsen, Schlesien und Böhmen. Auf einer interaktiven Internet-Landkarte unter der Adresse map.trans3net.eu können Forscher und Unternehmer inzwischen bereits 70 Anlaufstellen finden, die wissenschaftliche Resultate in die Wirtschaft transferieren.

Der IPF-Neubau in der Dresdner Südvorstadt ist noch eine Baustelle. Foto: Doreen Schuhmann / IPF Dresden

Mehr Platz für Polymerforscher in Dresden

Erweiterungsbau für Leibniz-Institut IPF ist rohbaufertig Dresden, 26. April 2018. Weil die Forschungen des Leibniz-Institut für Polymerforschung (IPF) Dresden gefragt und auch immer aufwendiger sind, bekommt das IPF derzeit einen zehn Millionen Euro teuren Erweiterungsbau. In die Kosten teilen sich Bund und der Freistaat Sachsen. Das Haus ist nun rohbaufertig, am 4. Mai 2018 wollen die Polymerforscher Richtfest feiern.

Forscht an der Kombination organsicher Halbleiter und anorganischer Materialien: Dr. Marcos M. Soldera aus Argentinien ist Humboldt-Stipendiat in Dresden. Foto: Veronica Somaglia

Perowskit-Experte Soldera zieht ins Mekka der organischen Elektronik

Argentinischer Humboldt-Stipendiat verknüpft in Dresden organische und anorganische Hybrid-Technologie Dresden, 25. April 2018. Der argentinische Elektronik-Experte Dr. Marcos M. Soldera ist in die sächsische Landeshauptstadt gezogen, um mit seinem Know-how eine Dresdner Spezialität zu verbessern: organische Elektronik. Der 34-Jährige wird zwei Jahre lang bei Professor Andrés Lasagni am Lehrstuhl für Laserbasierte Methoden der großflächigen Oberflächenstrukturierung der TU Dresden als Humboldt-Stipendiat forschen. Das hat heute die TU Dresden mitgeteilt.