Alle Artikel in: Bücherkiste

Studentenalltag in der DDR. Aus: Zwischen Humor und Repression

Aufrechter Gang war auch in der DDR möglich

Sammelband „Zwischen Humor und Repression“ skizziert in Zeitzeugenberichten den DDR-Alltag an der TUD und anderen Unis Die politisch gesetzten Grenzen und praktischen Spielräume an Universitäten zu DDR-Zeiten versuchen die Herausgeber Rainer Jork und Günter Knoblauch in ihrem neuen Sammelband „Zwischen Humor und Repression – Studieren in der DDR“ auszuloten. Darin schildern 84 ehemalige Studenten und Dozenten ihre Erlebnisse an der Technischen Universität Dresden (TUD) und weiteren ostdeutschen Unis vor der Wende. In verdienstvoller Fleißarbeit haben die Herausgeber diese subjektiven Erinnerungen durch zeitgeschichtliche Anmerkungen, Erläuterungen und einen Anhang über studentische Kultur in der DDR ergänzt. Sammelband „Zwischen Humor und Repression“ skizziert in Zeitzeugenberichten den DDR-Alltag an der TUD und anderen Unis Die politisch gesetzten Grenzen und praktischen Spielräume an Universitäten zu DDR-Zeiten versuchen die Herausgeber…

Die Treibjagd von Antonin Varenne. Abb.: Pinguin-Verlag

Thriller „Die Treibjagd“

Antonin Varennes neuer Krimi über den tödlichen Macht-Filz tief im französischen Wald Mit „Die Treibjagd“ hat der französische Philosoph und Krimiautor Antonin Varenne einen spannenden Thriller vorgelegt, der tief in die menschlichen Herzen schaut und den Filz aus Großgrundbesitzern und Politikern in den entlegensten Landstrichen Frankreichs seziert. Antonin Varennes neuer Krimi über den tödlichen Macht-Filz tief im französischen Wald Mit „Die Treibjagd“ hat der französische Philosoph und Krimiautor Antonin Varenne einen spannenden Thriller vorgelegt, der tief in…

Die meisten größerten Bibliotheken haben heute längst eBooks im Bestand. Die Dresdner wollen diese digitalen Medienbestände nutzen, um virtuelle Schulbibliotheken aufzubauen. Foto: Heiko Weckbrodt

eBuch stagniert in Deutschland, Hörbücher boomen

Jeder Vierte liest eBooks, fast jeder Dritte konsumiert Hörbücher Berlin/Frankfurt/Main, 5. Oktober 2017. Etwa jeder vierte Deutsche liest elektronische Bücher (eBooks). Das geht aus einer Umfrage von „Bitkom Research“ unter 2194 Bundesbürgern ab 14 Jahren hervor. Der Anteil der eBuch-Leser stagniert damit seit bereits drei Jahren. Dagegen nutzen immer mehr Deutsche Hörbücher – inzwischen greifen 31 Prozent der Bundesbürger die eingesprochenen Bücher. Jeder Vierte liest eBooks, fast jeder Dritte konsumiert Hörbücher Berlin/Frankfurt/Main, 5. Oktober 2017. Etwa jeder vierte Deutsche liest elektronische Bücher (eBooks). Das geht aus einer Umfrage von „Bitkom Research“ unter…

Mario Sempf (vorn) und Thomas Zahn auf dem nachgebauten, etwas kleineren Schandesel am Pulverturm am Dresdner Neumarkt. Foto: Heiko Weckbrodt

Gedemütigt, verstümmelt, stranguliert: Die dunkle Seite des Barocks

Dresdner Buchverlags stellt Herbstprogramm mit blutigen Eskapaden Dresden, 14. September 2017. Das grausame Gesicht des vielgepriesenen augusteischen Zeitalters von Sachsen entrollen die Autoren und Experimentalhistoriker Mario Sempf und Thomas Zahn gerade im Dresdner Buchverlag. „Dresden identifiziert sich so gerne mit dem Glanz des Barocks“, weiß Mario Sempf. „Es gab aber auch dunkle Seiten im Barock.“ Die haben sie in den Aufzeichnungen des frühneuzeitlichen Schreiberlings Journalisten Krell vorgefunden, in ihrem neuen Büchlein „Blutiger Barock“ in einen modernen Duktus übertragen, auf 94 Seiten gestrafft und nun im Dresdner Buchverlag veröffentlicht. Dresdner Buchverlags stellt Herbstprogramm mit blutigen Eskapaden Dresden, 14. September 2017. Das grausame Gesicht des vielgepriesenen augusteischen Zeitalters von Sachsen entrollen die Autoren und Experimentalhistoriker Mario Sempf und Thomas Zahn…

DDR-Staatssekretär Karl Nendel sieht sich als "General der Mikroelektronik" - und hat damit seine Autobiografie übertitelt. Repro: hw

„Die Wirtschaft muss man militärisch führen“

Karl Nendel, der ehemalige „General“ der DDR-Mikroelektronik, packt in seiner Autobiografie aus Im eigenen Verständnis ihrer Lenker war die DDR-Ökonomie eine Planwirtschaft, im Verständnis vieler westdeutscher Kritiker war sie eine Kommandowirtschaft. Die neuere Forschung spricht eher von einer Zentralverwaltungswirtschaft. Die Wahrheit liegt sicher irgendwo in der Mitte. Dass das Wort von der „Kommandowirtschaft“ aber mehr als bloße Polemik ist, untermauert nun einer der damaligen Protagonisten und Strippenzieher: Der ehemalige DDR-Staatssekretär Karl Nendel hat unter dem bezeichnenden Titel „General der Mikroelektronik“ aufgeschrieben, wer er Betriebsdirektoren auf Plan-Linie brachte, hoch Aufgestiegene zu Fall brachte und die Entwicklung des Megabit-Chips, des 32-Bit-Prozessors und anderer SED-Prestigeprojekte vorwärtspeitschte. Karl Nendel, der ehemalige „General“ der DDR-Mikroelektronik, packt in seiner Autobiografie aus Im eigenen Verständnis ihrer Lenker war die DDR-Ökonomie eine Planwirtschaft, im Verständnis vieler westdeutscher Kritiker war sie eine…

Bienen informieren ihr Vplk durch tanzsignale über Pestizide in der Nähe. Foto:

Bienentanz warnt in Dresden vor Giften

„Umweltspäher“ behält soziale Signale von Immen am Kulturpalast im Sensor-Auge Dresden, 3. Juli 2017. Der Kulturpalast bekommt ein paar flotte Bienen – und die übernehmen einen ganz besonderen Job für die Stadt: Sie werden einen Alarmtanz aufführen, wenn sie Pestizide und andere Gifte in der Umgebung spüren. Ein sogenannter Umweltspäher – ein mit speziellen Sensoren gespickter Kasten – wird die Tanzdarbietungen der Immen im Auge behalten und die Giftalarme an die Behörden weiterleiten. Das haben die Städtischen Bibliotheken Dresden angekündigt. „Umweltspäher“ behält soziale Signale von Immen am Kulturpalast im Sensor-Auge Dresden, 3. Juli 2017. Der Kulturpalast bekommt ein paar flotte Bienen – und die übernehmen einen ganz besonderen Job für…

Die meisten größerten Bibliotheken haben heute längst eBooks im Bestand. Die Dresdner wollen diese digitalen Medienbestände nutzen, um virtuelle Schulbibliotheken aufzubauen. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Rückkehr der Schulbibliotheken

Sachsen wollen gemeinsam virtuelle Schulbüchereien erproben Dresden, 14. Juni 2017. Die Stadt Dresden bekommt wieder ein Netz aus Schulbibliotheken. Das hat Arend Flemming, der Direktor der Städtischen Bibliotheken, auf Oiger-Anfrage angekündigt. Einige dieser Leihbüchereien werden demnach klassische Bibliotheken in Schulgebäuden sein, wie es sie schon zu DDR-Zeiten gab – nur eben moderner. Für die höheren Klassenstufen plant Flemming virtuelle Schulbibliotheken. Diese Konzept könne Pilotcharakter für andere Städte in Sachsen und ganz Deutschland bekommen. „Der Bedarf von Lehrern, Schülern und Eltern ist groß“, sagt er. Sachsen wollen gemeinsam virtuelle Schulbüchereien erproben Dresden, 14. Juni 2017. Die Stadt Dresden bekommt wieder ein Netz aus Schulbibliotheken. Das hat Arend Flemming, der Direktor der Städtischen Bibliotheken, auf Oiger-Anfrage…

Ein Nachbau von Da Vincis Kampf-Panzer mit 18 Kanonen und Pedalantrieb. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Erde als Turnierplatz: Wie Europa die Welt eroberte

US-Wirtschaftshistoriker Hoffman erklärt Expansion der Europäer mit einem Wettbewerbsmodell Wie konnte ein Hasardeur wie Pizarro mit nur 167 Soldaten das mächtige Inka-Reich zu Fall bringen? Wie schafften es vergleichsweise kleine europäische Staaten wie die Niederlande und Portugal, sich ein Weltreich in Asien, Amerika und Afrika zusammenzuraffen? Wie vermochten es eher bescheidene Armeen der Spanier, Engländer, Franzosen und Portugiesen, ganz Amerika zu unterjochen? In seinem faszinierenden interdisziplinären Sachbuch „Wie Europa die Welt eroberte“ geht der US-Wirtschaftshistoriker Philip T. Hoffman eben diesen Fragen nach – und kommt zu teils überraschenden Schlüssen. US-Wirtschaftshistoriker Hoffman erklärt Expansion der Europäer mit einem Wettbewerbsmodell Wie konnte ein Hasardeur wie Pizarro mit nur 167 Soldaten das mächtige Inka-Reich zu Fall bringen? Wie schafften es vergleichsweise kleine…

Ole und Jule aus Radebeul gefällt die neue Zentralbibliothek . auch wenn die Videokabine noch nicht so recht funktionieren will. Foto: Heiko Weckbrodt

Neue Zentralbibliothek Dresden zwischen Licht und Labyrinth

Bücher-Drache im Wohnzimmer Dresden, 29. April 2017. Ein Drache hockt in der Bibliothek! Der „Alles neu“-Geruch eben erst einsortierter Bücher, frischplatzierter Teppiche und Sitzkissen mag ihn angelockt haben. Das bibliophile Ungeheuer rekelt sich wohlig vor dem Panorama-Fenster, äugt hinaus auf den Altmarkt, auf den Neumarkt – und reißt sein Maul weit auf. Davon lässt sich ein Recke wie Jung-Johann indes nicht beeindrucken. Der Dreijährige greift dem Lindwurm ins Maul und entreißt ihm ein Bilderbuch. Bücher-Drache im Wohnzimmer Dresden, 29. April 2017. Ein Drache hockt in der Bibliothek! Der „Alles neu“-Geruch eben erst einsortierter Bücher, frischplatzierter Teppiche und Sitzkissen mag ihn angelockt haben. Das bibliophile…

Jussi Adler-Olsen. Foto: Jesper Helbo, dtv

„Selfies“: Kommissar Mørck und die Keulenmorde

In Jussi Adler-Olsens neuem Krimi sind alte Rechnungen und neue Feinbilder eng verwoben In einem Park in Kopenhagen finden Passanten eine einst reiche Frau mit zertrümmertem Kopf. Kurz darauf beginnt ein Autofahrer, Jagd auf junge, selbstverliebte Stütze-Empfängerinnen zu machen. Besteht da ein Zusammenhang? In Ex-Polizeichef Marcus Jacobsen beginnt jedenfalls die Erinnerung an einen alten Fall zu nagen: Auch damals war einer Frau der Hinterkopf ganz ähnlich zertrümmert worden. Und so greift Jacobsen zum Telefon und ruft seinen Mann für die richtig alten, ungelösten Fälle an: Carl Mørck vom Sonderdezernat Q der Kopenhagener Kripo… In Jussi Adler-Olsens neuem Krimi sind alte Rechnungen und neue Feinbilder eng verwoben In einem Park in Kopenhagen finden Passanten eine einst reiche Frau mit zertrümmertem Kopf. Kurz darauf beginnt…

Zeichnen die Massenmedien wegen Pegida ein verzerrtes Dresden-Bild? Abb.: OEZ-Berlin-Verlag

Digitalzeitalter macht Westeuropas Wohlstand weltweit sichtbar

In „Deutschland und die Flüchtlinge“ kritisiert der Physiker Barkleit die Dresden-Reflexe von Medien und Politikern Dass gerade jetzt so viele Syrer, Afghanen und Afrikaner an Europas und Deutschlands Türen klopfen, obwohl es Bürgerkrieg, Armut, Flucht und Völkerwanderung doch schon zu allen Zeiten gab, ist vor allem dem Internet und den Smartphones zu verdanken, meint der Dresdner Physiker und Historiker Gerhard Barkleit: „Die modernen Kommunikationstechnologien des 21. Jahrhunderts lassen Westeuropas Wohlstand und Lebensweise in aller Welt sichtbar werden“, schreibt er in seiner nun publizierten Streitschrift „Deutschland und die Flüchtlinge“. „Dieser Wohlstand weckt Neid und Begehrlichkeiten, die Lebensweise hingegen findet keineswegs überall Zustimmung, sondern stößt in Teilen der Welt auf rigorose Ablehnung.“ In „Deutschland und die Flüchtlinge“ kritisiert der Physiker Barkleit die Dresden-Reflexe von Medien und Politikern Dass gerade jetzt so viele Syrer, Afghanen und Afrikaner an Europas und Deutschlands Türen klopfen,…

Arend Flemming. Foto: Heiko Weckbrodt

Zu unaktuell: Dresdner borgen weniger Bücher aus

Haushaltssperre dämft Entleihbilanz in Bibliotheken Dresden, 26. Januar 2017. Die Haushaltssperre im vergangenen Jahr hat die Leistungsbilanz der Städtischen Bibliotheken Dresden ins Minus gezogen. Dies hat zumindest Arend Flemming, der Direktor der Städtischen Bibliotheken Dresden, bei einem Besuch in Gorbitz eingeschätzt. Haushaltssperre dämft Entleihbilanz in Bibliotheken Dresden, 26. Januar 2017. Die Haushaltssperre im vergangenen Jahr hat die Leistungsbilanz der Städtischen Bibliotheken Dresden ins Minus gezogen. Dies hat zumindest Arend Flemming, der…

Die Kinder der Outlaw-Kita vom Limbacher Weg gratulierten den Gorbitzer Bibliothekarinnen zur Auszeichnung als Dresdner Bibliothek des Jahres 2016. Foto: Heiko Weckbrodt

Gorbitz hat die Bibliothek des Jahres 2016

Bibliothek hat sich inmitten sozialer Probleme als Stadtteiltreff etabliert Dresden, 26. Januar 2017. Die Stadtteilbibliothek Gorbitz ist die Dresdner „Bibliothek des Jahres 2016“. Das hat Arend Flemming, der Direktor der Städtischen Bibliotheken, mitgeteilt. Die Veranstaltungs-Angebote der Leihbücherei am Merianplatz gelten als vorbildlich – „gerade hier in Gorbitz hat es sensationelle Steigerungen gegeben.“ Bibliothek hat sich inmitten sozialer Probleme als Stadtteiltreff etabliert Dresden, 26. Januar 2017. Die Stadtteilbibliothek Gorbitz ist die Dresdner „Bibliothek des Jahres 2016“. Das hat Arend Flemming, der Direktor der…

Abb: Dresdner Buchverlag

Kindergärtner sprengt sich durchs Leben

Zynische Kurzgeschichten aus Dresden von Konstantin Turra Wie überlebenswichtig Entschlossenheit für Menschen und noch vielmehr für Hühner ist, wie Kinder jeden Erwachsenen in den Wahnsinn treiben können und welch bizarre Sozialstudien Baumarkt-Eröffnungen ermöglichen, hat der Dresdner Sprengmeister und Kindergärtner Konstantin Turra für uns aufgeschrieben: im Kurzgeschichten-Band mit dem umso längeren Titel „Warum ich keine Karriere gemacht habe oder: Ich stehe hier und singe / Tränen, Semmeln, Frühaufsteher“. Mal kurzweilig amüsant, mal zynisch breitet er darin in kurzen Episoden seinen erlebten Alltag in Dresden im Allgemeinen und Kitas, Einkaufsmärkten und Dating-Treffs im Besonderen vor dem geneigten Leser aus. Zynische Kurzgeschichten aus Dresden von Konstantin Turra Wie überlebenswichtig Entschlossenheit für Menschen und noch vielmehr für Hühner ist, wie Kinder jeden Erwachsenen in den Wahnsinn treiben können und welch bizarre…

Hamed abdel-Samad. Foto: Freud, Wikipedia, GNU-Lizenz

„Mohamed“: Provokante Analyse über einen Verkünder

Autor Abdel-Samad skizziert den Begründer des Islam als traumatisierten Kontrollfanatiker Mit seiner Analyse „Mohamed“ macht sich der Politologe, Muslim und Autor Hamed Abdel-Samad garantiert keine Freunde unter den Muslimen – und schert sich offensichtlich auch nicht besonders darum. In seinem Buch skizziert er den Propheten des Islam als doppelzüngigen Narzissten, der wegen seiner Kindheits-Traumata und Demütigungen als junger Mann zu einem despotischen Kontrollfreak wurde. Den Worten dieses vor fast 1400 Jahren gestorbenen Menschen allzu sklavisch zu folgen, ist ein Grundproblem vieler heutiger Muslime – und ein Grund für die Anfälligkeit einiger davon für Radikalisierung, Isolation und Gewalttätigkeiten, meint Hamed Abdel-Samad. Autor Abdel-Samad skizziert den Begründer des Islam als traumatisierten Kontrollfanatiker Mit seiner Analyse „Mohamed“ macht sich der Politologe, Muslim und Autor Hamed Abdel-Samad garantiert keine Freunde unter den Muslimen –…