Alle Artikel in: Astrophysik & Raumfahrt

Neues aus Raumfahrt und Astronomie

Über 4 Milliarden Lichtjahren enfernt von der Erde stoßen im Sternbild Eridianus zwei Galaxienhaufen zusammen. Das Objekt MACS J0416 formt eine riesige Schwerkraft-Linse, mit der die Astronomen tiefer ins alte All schauen können. Abb.: NASA, ESA

Riesenlinse verschmilzt im All

Galaxienhaufen verschmelzen zu MACS J0416 und beugen durch ihre Massen den Raum Sternbild Eridanus, 27. März 2016. Um Galaxien zu untersuchen, die viel zu weit entfernt sind, um sie selbst mit den besten Teleskopen noch zu sehen, nutzen Astronomen seit Albert Einstein gern einen besonderen Trick: Sie benutzen extrem massereiche Galaxienhaufen im All als Vergrößerungslinse. Denn laut Einstein formen Sterne und andere massereiche Objekte erst den Raum, wie wir ihn kennen, beugen damit auch den eigentlich geradlinigen Weg des vorbeischießenden Lichts. Dieser Linseneffekt sorgt zum Beispiel dafür, dass wir extrem alte Galaxien, die sich hinter solch einer Linse vor uns zu verstecken scheinen, doch sehen können, da ihr Licht ja um die Linse „herumgebogen“ wird. Galaxienhaufen verschmelzen zu MACS J0416 und beugen durch ihre Massen den Raum Sternbild Eridanus, 27. März 2016. Um Galaxien zu untersuchen, die viel zu weit entfernt sind, um sie selbst…

Die Proton-Rakete bringt Exomars in den Orbit, von dort aus geht es wieter gen Mars. Visualisierung: ESA

ESA-Raumschiff unterwegs zum Mars

Exomars sucht nach Leben auf dem Nachbarplaneten Erde/Mars, 14. März 2016. Das Raumschiff Exomars ist heute vom Weltraumbahnhof Baikonur in den Weltraum gestartet und macht sich nun auf den Weg zu unserem Nachbarplaneten. Das hat die europäische Raumfahrtbehörde ESA mitgeteilt, die die Mission leitet. Im Oktober soll das Raumschiff den Mars erreichen und dort einen Orbiter und das Landemodul Schiaparelli absetzen. Exomars sucht nach Leben auf dem Nachbarplaneten Erde/Mars, 14. März 2016. Das Raumschiff Exomars ist heute vom Weltraumbahnhof Baikonur in den Weltraum gestartet und macht sich nun auf den Weg…

Virgin Galactic hat ein neues SpaceShipTwo: sie "Unity". Foto: Jack Brockway

Neues Privatraumschiff „Unity“ vorgestellt

Gelähmter Star-Physiker Hawking tauft die Fähre – und hofft auf eigenen Flug ins All Mojave, 20. Februar 2016. Knapp anderthalb Jahre nach dem Absturz des Vorgänger-Modells hat das private Raumflug-Unternehmen „Virgin Galactic“ nun im kalifornischen Mojave ein neues Raumschiff vorgestellt: Der Gleiter „Unity“ („Einheit“) gehört zur SpaceShipTwo-Serie und soll in Zukunft vor allem Touristen in den Erdorbit bringen. Die Schiffstaufe übernahm der gelähmte Physiker Prof. Stephen Hawking, der darauf hofft, mit der „Unity“ ins All reisen zu können. „Wenn Richard mich lässt, wäre ich sehr stolz darauf, mit diesem Raumschiff zu fliegen“, erklärte er anlässlich der Namenstaufe. Gelähmter Star-Physiker Hawking tauft die Fähre – und hofft auf eigenen Flug ins All Mojave, 20. Februar 2016. Knapp anderthalb Jahre nach dem Absturz des Vorgänger-Modells hat das private Raumflug-Unternehmen…

Die künstlerische Visualisierung zeigt, wie der etwa marsgroße Planet Theia wohl vor 4,5 Milliarden Jahren auf die Erde geprallt und dadurch das Material für den Mond herausgelöst haben könnte. Visualisierung; NASA/Jet Propulsion Laboratory am California Institute of Technology

Titanen-Planet Theia ist frontal auf Erde gestürzt

Aufprallenergie hat Mond aus Erdmantel herausgeschmolzen Erdorbit, 9. Februar 2016. Der titanische Planet Theia ist mit rund 36.000 km/h frontal auf die Erde eingeschlagen und hat dabei große Teile unseres planetaren Mantels aufgeschmolzen. Das hat ein internationales Forschungsteam um Prof. David Rubie von der Universität Bayreuth herausgefunden. Glück im Unglück: Diese Katastrophe ist bereits eine ganze Weile her, nämlich etwa 4,5 Milliarden Jahre, und ist wahrscheinlich verantwortlich dafür, dass wir heute nächtens einen Mond am Himmel sehen. Aufprallenergie hat Mond aus Erdmantel herausgeschmolzen Erdorbit, 9. Februar 2016. Der titanische Planet Theia ist mit rund 36.000 km/h frontal auf die Erde eingeschlagen und hat dabei große Teile unseres…

Die künstlerische Visualisierung zeigt Lisa Pathfinder auf dem Weg zum L1-Punkt von Erde und Sonne. Visualisierung: ESA/ C. Carreau

Pfadfinderin LISA lasert im All

Etappe auf der Suche nach Einsteins Gravitationswellen geschafft Sonnensystem, 13. Januar 2016. Die Wissenschaftler und Ingenieure der Mission „LISA Pathfinder“ haben damit begonnen, schrittweise die Instrumente der gleichnamigen Raumsonde im All einzuschalten. Das teilte heute das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) mit. Vor allem sei es gelungen, das Lasersystem zu starten, mit dem „LISA Pathfinder“ später die Position von zwei Testmassen im All bis auf etwa zehn Pikometer (hundertmillionstel Millimeter) genau vermessen wird. Etappe auf der Suche nach Einsteins Gravitationswellen geschafft Sonnensystem, 13. Januar 2016. Die Wissenschaftler und Ingenieure der Mission „LISA Pathfinder“ haben damit begonnen, schrittweise die Instrumente der gleichnamigen Raumsonde im…

Falschfarbendarstellung der Landestelle für das europäische Schiaparelli-Modul auf dem Mars: die Ebene "Meridiani Planum". Abb.: ESA, DLR, FU Berlin, G. Neukum

Exomars sucht nach Lebens auf dem Mars

Gemeinsame Mission von ESA und Russen startet 2016 Darmstadt/Baikonur, 20. Dezember 2015. Im März 2016 wollen die europäische Raumfahrtagentur ESA und die Russen die gemeinsame Mission „Exomars“ starten, um auf dem Mars nach Spuren von Leben zu suchen. Die erste Proton-Rakete dieser Missionsreihe wird im März 2016 vom russisch verwalteten Weltraum-Bahnhof Baikonur starten, hat die ESA heute angekündigt. Gemeinsame Mission von ESA und Russen startet 2016 Darmstadt/Baikonur, 20. Dezember 2015. Im März 2016 wollen die europäische Raumfahrtagentur ESA und die Russen die gemeinsame Mission „Exomars“ starten, um auf…

Die Visualisierung zeigt die Mira-Rakete und ihr Innenleben: In der blauen Spitze wird der Fallschirm untergebracht. In der grün-schwarzen Komponente dahinter stecken die Bordelektronik, das GPS-Ortungssystem, die Kamera und weitere Instrumente. Der gelbe Behälter dahinter enthält den Stickstoff, der wiederum den flüssigen Sauerstoff und das Ethanol aus den Tanks drückt. Ganz hinten, zwischen den Stabilisator-Flügeln, sind Injektor, Brennkammer und Düse zu sehen. Visualisierung: Smart Rockets

Schub für Dresdner Uni-Rakete Mira

TU-Raketeningenieure jubeln: Brennkammer erreicht 500 Newton Dresden/Großenhain, 26. November 2015. Die Raketenbauer an der TU Dresden freuen sich über mehr Schub für ihr „Smart Rockets“-Projekt – im wörtlichen wie übertragenen Sinne: Die selbstentwickelte Brennkammer für ihre Rakete „Mira“ ist auf dem Prüfstand in Großenhain nördlich von Dresden nun erstmals auf eine Schubkraft von 500 Newton gekommen. Das teilte Entwicklungsleiter Dr. Olaf Przybilski von der Professur für Raumfahrtsysteme der TUD mit. Damit habe das Team die wichtigste Vorgabe des Fördergeld-Gebers, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), erfüllt. TU-Raketeningenieure jubeln: Brennkammer erreicht 500 Newton Dresden/Großenhain, 26. November 2015. Die Raketenbauer an der TU Dresden freuen sich über mehr Schub für ihr „Smart Rockets“-Projekt – im wörtlichen wie übertragenen…

Prof. Dr. Kai Zuber. Foto: Amac Garbe/ www.ein-satz-zentrale.de

Durchbruch-Preis für Neutrino-Physiker

Stiftung zeichnet auch Prof. Zuber von TU Dresden aus Dresden/New York, 9. November 2015. Die Stiftung des russischen Milliardärs Juri Milner zeichnet in diesem Jahr gemeinschaftlich 1377 Neutrino-Physiker mit dem „2016 Breakthrough Prize in Fundamental Physics“ aus. Zu den Ausgezeichneten gehört auch der Physik-Professor Kai Zuber von der TU Dresden. Stiftung zeichnet auch Prof. Zuber von TU Dresden aus Dresden/New York, 9. November 2015. Die Stiftung des russischen Milliardärs Juri Milner zeichnet in diesem Jahr gemeinschaftlich 1377 Neutrino-Physiker mit dem…

Die künstlerische Visualisierung zeigt, wie der geladene Sonnenwind immer mehr Gas aus der Mars-Atmosphäre ins All schleudert. Visualisierung: NASA/GSFC

Solarwind machte Mars lebensfeindlich

NASA-These: Sonnenpartikel dünnen die Luft unseres Nachbarplaneten immer mehr aus Sonnensystem, 8. November 2015. Der hochenergetische Sonnenwind ist wahrscheinlich schuld daran, dass sich unser Nachbarplanet Mars von einer einst wahrscheinlich feuchtwarmen Welt in einen lebensfeindlichen, trockenen und kalten Felsen verwandelt hat. Diese Hypothese haben US-Forscher aufgestellt und stützten sich dabei auf neuere Messungen der NASA-Raumsonde „Mars Atmosphere and Volatile Evolution“ (MAVEN). NASA-These: Sonnenpartikel dünnen die Luft unseres Nachbarplaneten immer mehr aus Sonnensystem, 8. November 2015. Der hochenergetische Sonnenwind ist wahrscheinlich schuld daran, dass sich unser Nachbarplanet Mars von einer einst wahrscheinlich…

Im "Schleier-Nebel" im Sternbild Schwan finden sich diese Überreste eines Sterns, der vor Tausenden Jahren als Supernova explodierte. Es handelt sich hier um mehrere Aufnahmen des Hubble-Teleskops, die Wissenschaftler zu einem Falschfarben-Bild zusammengesetzt haben. Um solche Ereignisse zu analysieren, werten Forscher sowohl kosmische Teilchen und Strahlung aus, die uns von dort aus erreicht. Foto: NASA/ESA/Hubble Heritage Team

Jugend jagt kosmische Teilchen

Auch in Dresden fahnden 35 Schüler nach Boten aus dem All Dresden, 2. November 2015. Sie mögen lichtschnell sein, und doch sind ihre Botschaften aus fernen Welten oft schon Jahrtausende oder gar Jahrmilliarden alt, wenn sie bei uns auf der Erde eintreffen: kosmische Teilchen wie Neutrinos, Protonen oder Photonen. Wer sie richtig analysiert, erfährt viel über neblige Überbleibsel kosmischer Katastrophen, über tödliche Gamme-Blitze weit draußen und über die Geburt junger Sterne. Daran wollen sich zum „International Cosmic Day“ am 5. November 2015 Jugendliche in der ganzen Welt versuchen. Darunter sind auch 35 Schüler aus Sachsen, die an diesem Tag in den „Technischen Sammlungen Dresden“ (TSD) zusammen mit Physikern der TU Dresden experimentieren, forschen und über ihre Ergebnisse diskutieren. Auch in Dresden fahnden 35 Schüler nach Boten aus dem All Dresden, 2. November 2015. Sie mögen lichtschnell sein, und doch sind ihre Botschaften aus fernen Welten oft schon Jahrtausende…

Spukhimmel über Norwegen. Doch nicht Hexen oder Außerirdische, sondern Sonnenteilchen waren dafür verantwortlich. Foto: Bjørn Jørgensen

Halloween: Gruselhimmel über Norwegen

Grotfjord, 31. Oktober 2015. Als Beitrag zur heutigen Halloween-Gruselei hat die europäische Raumfahrtbehörde ESA diese – bereits vor über drei Jahren entstandene – Aufnahme vom Himmel über Grotfjord in Norwegen veröffentlicht. Der Betrachter mag dabei an Chemieunfälle, Alien-Aktivitäten oder Hexen-Spuk denken, tatsächlich aber haben Sonneneruptionen diese Polarlichter im hohen Norden ausgelöst. Grotfjord, 31. Oktober 2015. Als Beitrag zur heutigen Halloween-Gruselei hat die europäische Raumfahrtbehörde ESA diese – bereits vor über drei Jahren entstandene – Aufnahme vom Himmel über Grotfjord in Norwegen…

Dieses Foto des Zwergplaneten Pluto wurde aus mehreren Aufnahmen von "New Horizons" auf verschiedenen Wellenlängen zusammengesetzt. Abb.: NASA/JHUAPL/SwRI

Eisspiele auf Pluto

Pluto, 18. Oktober 2015. Der Mini-Planet Pluto am Rande unseres Sonnensystems offenbart immer neue faszinierende Besonderheiten, seit er vom NASA-Raumschiff „New Horizons“ genauer gemustert werden konnte. So wird die planetare Oberfläche von Pluto anscheinend von ganz anderen Kräften geformt als die Täler und Berge der Erde. Pluto, 18. Oktober 2015. Der Mini-Planet Pluto am Rande unseres Sonnensystems offenbart immer neue faszinierende Besonderheiten, seit er vom NASA-Raumschiff „New Horizons“ genauer gemustert werden konnte. So wird die planetare…

Die dunklen Streifen auf diesem Fehlfarben-Bild vom Mars-Krater Hale deuten nach Ansicht der NASA-Analysten auf kürzlich geflossenes Wasser auf dem Mars hin. Abb.: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

Wasser auf dem Mars

NASA-Sonde findet Hinweise auf fließendes Wasser Mars, 28. September 2015. Die NASA hat starke Hinweise darauf gefunden, dass es auf unserem Nachbarplaneten Mars flüssiges Wasser gibt. Wie die US-Raumfahrtbehörde mitteilte, geht dies aus Spektrometer-Bildern der Raumsonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ (MRO) hervor. Darauf deuten unter anderem Streifen auf Marsabhängen hin, die offensichtlich durch kürzlich geflossenes Wasser gebildet wurden, und stets verschwinden, wenn die Temperaturen auf der Planetenoberfläche fallen. NASA-Sonde findet Hinweise auf fließendes Wasser Mars, 28. September 2015. Die NASA hat starke Hinweise darauf gefunden, dass es auf unserem Nachbarplaneten Mars flüssiges Wasser gibt. Wie die US-Raumfahrtbehörde mitteilte,…

Wie auf dem echten Mars dürfen die Wissenschaftler beim hi-seas-Experiment in einer Basalt-Wüste auf Hawaii ein Jahr lang nur im Astronauten-Anzug die Raumstation verlassen. Foto: hi-seas.org

Droht WG-Zoff auf dem Mars?

Deutsche Physikerin und fünf andere Forscher lassen sich für ein Jahr auf nachgebildeter Mars-Station auf Hawaii einsperren Mars/Hawaii, 15. August 2015. Wenn sechs Männer und Frauen in einer WG zusammenleben ist das das eine – aber ein Jahr auf engstem Raum zusammengepfercht auf einer Station auf dem Mars? Wo jeder Schritt vor die Tür nur im klobigen Raumanzug denkbar ist? Wo man ein Jahr auf Gedeih und Verderben miteinander auskommen muss, weil es vorher kein Zurück zur Erde gibt? Die deutsche Physikerin Christiane Heinicke und fünf andere Wissenschaftler im Alter zwischen 25 und 36 Jahren wollen das nun für die US-Weltraumbehörde NASA ausprobieren, wie die Tschira-Stiftung ankündigte: Am 28. August schließen sich für das Sextett die Türen in einer nachgebildeten Raumstation, die inmitten einer Lava-Wüste auf Hawaii steht. Ein Jahr lang werden die 29-jährige deutsche Physikerin sowie eine Ärztin, eine Umweltwissenschaftlerin, ein Astrobiologe, ein Architekt und ein Militärpilot aus den USA und Italien dort eine Marsmission simulieren. Deutsche Physikerin und fünf andere Forscher lassen sich für ein Jahr auf nachgebildeter Mars-Station auf Hawaii einsperren Mars/Hawaii, …

Hubble-Foto vom Nebel NGC 6818 im Sternbild Schütze. Foto: Judy Schmidt, ESA/Hubble & NASA

Hubble findet kosmisches Schmuckstück

Nebel NGC 6818 entstand, als alter Stern Ballast abwarf Erdorbit, 9. August 2015. Obwohl schon über 25 Jahre im Erdorbit, überrascht das Weltraumteleskop „Hubble“ doch immer wieder mit neuen Fundstücken – die teilweise erst durch die richtigen Filter sichtbar werden. So hat die NASA jetzt einen ganz besonderen „Diamanten“ aus der Hubble-Datenbank herausgefiltert und veröffentlicht: „NGC 6818“ ist ein stellarer Nebel im Sternbild „Schütze“ (Sagittarius), der wie ein Schmuckstück anmutet und etwa 6000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Nebel NGC 6818 entstand, als alter Stern Ballast abwarf Erdorbit, 9. August 2015. Obwohl schon über 25 Jahre im Erdorbit, überrascht das Weltraumteleskop „Hubble“ doch immer wieder mit neuen Fundstücken…