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Ifo-Ökonom empfiehlt Doppelstrategie bei Trump

Um sich in der Stahlproduktion unabhängig von chinesischen Elektroden zu machen, baut Max Aicher nun in Bischofswerda in Sachsen eine eigene Elektroden-Fabrik auf. Foto: Aicher

Um sich in der Stahlproduktion unabhängig von chinesischen Elektroden zu machen, baut Max Aicher nun in Bischofswerda in Sachsen eine eigene Elektroden-Fabrik auf. Foto: Aicher-Gruppe

München, 1. Mai 2018. US-Präsident Donald Trump (Republikaner) hat seine Entscheidung über Strafzölle auf europäische Stahl- und Alu-Produkte noch einmal aufgeschoben. Der Handelsökonom Gabriel Felbermayr vom Wirtschaftsinstitut Ifo in München rät der EU im Streit um solche „Strafzölle“ mit den USA eine Doppelstrategie.

EU soll Amerikanern Deal anbieten

Einerseits sollten die Europäer dem US-Präsidenten anbieten, eigene Schutzzölle – zum Beispiel für Agrarprodukte – zu senken. „Andererseits muss die EU klar und entschieden gegen die Zölle der Amerikaner vorgehen, die gegen die Regeln der Welthandelsorganisation WTO sind“, betonte Felbermayr. Andernfalls mache sich die EU „unglaubwürdig und riskiert, dass andere Länder mit protektionistischen Neigungen ebenfalls die WTO-Regeln in Frage stellen“.

Felbermayr: Agrar-Schutzzölle der EU nutzen vor allem Frankreich, schaden aber Europa

Nicht übersehen werden dürfe freilich, dass Trump Recht habe, wenn er auf die höheren Einfuhrzölle der EU verweise, vor allem die Schutzzölle für die Agrarproduktion. „Diese nutzen vor allem den französischen Bauern, schaden aber allen europäischen Verbrauchern durch höhere Lebensmittelpreise. Deutschland muss hier gegenüber Frankreich klare Kante zeigen.“

USA erwirtschaften bereits Überschuss gen EU

„Aber die gesamten Wirtschaftsbeziehungen sind keinesfalls unfair gegenüber den USA. Im Jahr 2017 erwirtschafteten sie einen Leistungsbilanz-Überschuss (Güter, Dienstleistungen und Unternehmensgewinne) von 14 Milliarden US-Dollar gegenüber der EU. Die USA sind daher keineswegs weniger verletzlich als die EU.“

Autor: hw

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