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Sachsen würdigt Krebsforscher Ehninger

Prof. Gerhard Ehninger. Foto: Uniklinik DresdenProf. Gerhard Ehninger. Foto: Uniklinik Dresden

Prof. Gerhard Ehninger. Foto: Uniklinik Dresden

Stammzell-Experte geht – zumindest offiziell – in den Ruhestand

Dresden, 28. April 2018. Als bedeutenden Krebsforscher, Arzt und gesellschaftlich engagierten Geist haben das Uniklinikum Dresden und die sächsische Staatsregierung den Mediziner Prof. Gerhard Ehninger bei dessen Abschied in den offiziellen Ruhestand gewürdigt. „Dass Sachsen heute auf dem Gebiet der Tumorforschung und –therapie im nationalen und internationalen Vergleich so gut dasteht, verdanken wir auch ausgewiesenen Fachleuten und Spitzenforschern wie Professor Ehninger“, betonte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Kurzvita von Gerhard Ehninger

Gerhard Ehninger wurde 1952 in Baden-Württemberg geboren. Er studierte Medizin in Tübingen. Dort schlug er eine wissenschaftlich-medizinische Laufbahn ein und spezialisierte sich auf die Knochenmarktransplantation. Ehninger gehörte 1991 zu den Gründern der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), die Knochenmark- und Blutstammzell-Spender verzeichnet. Ab 1994 war er am Uniklinikum Dresden tätig. Hier brachte er vor allem die Leukämietherapie voran. Er gehörte zu den Gründern des „Universitäts-Krebs-Centrums Dresden (UCC). Ehninger gründete hier auch Firmen wie die Cellex (spezialisiert auf die Gewinnung von peripheren Blutstammzellen und die Entnahme von Knochenmark bei Spendern) und die GEMoab Monoclonals (spezialisiert auf Antikörper-basierte Therapeutien gegen Krebs und Infektionen).

„Mutiger und streitbarer Geist“

Der heute 65-jährige Onkologe und Hämatologe habe „in Dresden die Stammzelltransplantation etabliert und damit in den vergangenen Jahren mehreren Tausend Blutkrebs-Patienten das Leben gerettet“, betonte die Uniklinik-Leitung. Und er habe „als mutiger und streitbarer Geist ein Vierteljahrhundert lang wichtige Impulse in der Entwicklung von Universitätsklinikum und Medizinischer Fakultät gesetzt“, betonte Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden.

Zudem hatte sich Ehninger immer gesellschaftlich engagiert. Unter anderem war er am öffentlichen Diskurs um Pegida und den Umgang mit Fremden in Dresden beteiligt gewesen.

Mediziner will im „Ruhestand“ Krebsmedikamente weiterentwickeln

Ehninger will nach seiner Emeritierung eine neue Art der Krebstherapie weiterentwickeln. „Dabei werden körpereigene Immunzellen des Patienten gegen eine besondere Form der Leukämie aktiviert“, hieß es vom Uniklinikum Dresden. „Dieser in den vergangenen 15 Jahren erforschte Therapieansatz steht nun an der Schwelle zum klinischen Einsatz.“

Autor: hw

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