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Dialog zwischen Kunst und Geschichte in der Robotron-Kantine

So etwa stellen sich die Kreativwirtschaftler eine Zukunft der Robotron-Kantine Dresden als Open Future Lab vor. Der Umbau würde allerdings (mindestens) 14,5 Millionen Euro kosten. Visualisierung: wir-gestalten-dresden.de

So etwa stellen sich die Kreativwirtschaftler eine Zukunft der Robotron-Kantine Dresden als Open Future Lab vor. Der Umbau würde allerdings (mindestens) 14,5 Millionen Euro kosten. Visualisierung: wir-gestalten-dresden.de

Wo einst DDR-Computerexperten speisten, sollen sich künftig Künstler, Forscher und andere Kreative austauschen und ihre Werke zeigen

Dresden, 22. März 2018. Der Plan, die ehemalige Kantine des DDR-Computerkombinats Robotron in Dresden zu erhalten und zu einem Kunsthaus umzubauen, hat viele Unterstützer aus der Dresden Kulturszene erhalten. „Neben neuen Formen des Dialogs zwischen junger Kunst und Geschichte in einem Future Memory Lab soll die Robotronkantine als neuer Museumsstandort und Ort der Stadtgesellschaft Raum für die aktuellen Anliegen und Diskussionen der Bürgerschaft bieten“, hieß es in einer Einschätzung der Städtischen Museen Dresden. Deren Direktor Gisbert Porstmann sowie Kunsthaus- Leiterin Christiane Mennicke-Schwarz hatten heute 53-seitiges Konzept zur künftigen Nutzung des Gebäudes vorgestellt. Das Dokument wird dem Dresdner Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt.

Die Robotron-Kantine in Dresden. Foto: Marco Dziallas, ostmodern.org

Die Robotron-Kantine in Dresden. Foto: Marco Dziallas, ostmodern.org

Zweckbau wurde 1969 bis 72 für DDR-Computerkombinat gebaut

Die „Robotron-Kantine“ ist ein typischer DDR-Zweckbau der späten Ulbricht-Ära. Sie entstand von 1969 bis 1972 nach Entwürfen des Architektenkollektivs Herbert Zimmer, Peter Schramm und Siegfried Thiel in der Stadtmitte von Dresden. Nach dem Untergang der DDR und des Kombinats Robotron wurde das Gebäude zeitweise als Elektronikmarkt genutzt, stand zuletzt aber leer. Die Kombinatsgebäude ringsum werden jetzt nach und nach abgerissen, um Wohnbauten Platz zu machen.

Zwei Ingenieure testen einen "EC 1055"-Rechner im VEB Robotron-Elektronik Dresden. Abb.: Ulrich Häßler, Bundesarchiv, Wikipedia

Zwei Ingenieure testen einen „EC 1055“-Rechner im VEB Robotron-Elektronik Dresden. Abb.: Ulrich Häßler, Bundesarchiv, Wikipedia

Konzepte reichen von Abriss bis Umbau

Seit auch der Kantine der Abriss droht, haben Initiativen wie Ostmodern.org, aber auch die Stadtverwaltung unterschiedliche Konzepte entwickelt, wie es mit dem Bau weitergehen soll: Ursprünglich stand ein Abriss zu Gunsten neuer Grünflächen zur Debatte. Inzwischen gibt es mehr und mehr Unterstützer für die Idee, das Kunsthaus der Städtischen Museen teilweise oder vollständig unterzubringen, außerdem dort ein Podium zu schaffen wo sich Künstler, Wissenschaftler und andere Dresdner austauschen, wo moderne Kunst ausgestellt und an die Robotron-Geschichte erinnert wird.

„Nahezu ideale Voraussetzungen für eine zeitgemäße Kulturarbeit“

„Der Entwurf stellt eine Nutzung dieses typischen Pavillonbaus der siebziger Jahre mit seiner umlaufenden Terrasse als Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst und Labor der Gegenwart vor“, informierten nun die Städtischen Museen. Der DDR-Bau biete „nahezu ideale Voraussetzungen für eine zeitgemäße Kulturarbeit an einem optimal gelegenen Standort“.

Rückenwind aus Dresdens Kulturszene

Zu den Unterstützern des neuen Konzeptes gehören unter anderem Matthias Flügge, Rektor der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Marion Ackermann, Generaldirektorin Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD), Justus Ulbricht, Geschäftsführer des Dresdner Geschichtsverein, Friederike Warkus, Vorsitzende des Kunstverein Dresden , Benjamin Grill, Vorsitzender der Kammergruppe Dresden der Architektenkammer Sachsen, der Architekt Alexander Pötzsch vom BDA-Landesverband Sachsen, Ulf Zimmermann, Architekt und Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und Marco Dziallas von der Initiative OSTMODERN.org.

hw

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