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„Kraftwerk“-Macher Sascha Kühn wegen verschleppter Pleite angeklagt

Das ist erst der Anfang: eZelleron-Chef Sascha Kühn zeigt eines der Mini-Kraftwerke auf Brennstoffzellen-Basis, durch das man mit einer Feuerzeuggas-Kartusche ein smartphone 22 Mal aufladen kann. Entwickeln will er nun aber auch 100-Kilowatt-Brennstoffzellen für Autoantriebe. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Archivaufnahme zeigt Sascha Kühn in besseren Tagen, als Unterstützer und Wirtschaftsförderer noch fest damit rechneten, dass der Unternehmer in Dresden eine Großserienproduktion von Brennstoffzellen-basierten „Kraftwerken“ aufbauen würde. Foto: Heiko Weckbrodt

Prozess in Dresden begonnen

Dresden, 25. Februar 2018. Statt wie versprochen massenhaft „Kraftwerke für die Hosentasche“ zu liefern, hat der einstige Startup-Star Sascha Kühn seine Firma eZelleron in Dresden in die Pleite gewirtschaftet. Bis heute warten viele Spender vergebens auf die Miniatur-Brennstoffzellen, die der umtriebige Unternehmer ihnen in Aussicht gestellt hatte. Inzwischen hat Kühn, der mittlerweile in den USA agiert, einen Prozess am Hals: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Bankrott, Untreue und Insolvenzverschleppung vor. Auf unsere Bitte um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen hat Kühn bisher nicht geantwortet.

Kühn galt einst in Sachsen als Startup-Star

Zum Hintergrund: Sascha Kühn und seine Firma eZelleron galten zunächst als große Hoffnungsträger in Sachsen: Wirtschaftsförderer setzten auf eine Massenproduktion von Kühns Miniatur-Brennstoffzellen unter der Marke „Kraftwerk“ in Dresden. Kühn gewann mit der Idee mehrere Preise. Und er akquirierte auf der Internetschwarm-Finanzierungsplattform „Kickstarter“ über 11.000 Unterstützer, die zusammen 1,5 Millionen Dollar spendeten, damit Kühn die „Kraftwerk“-Produktion in Dresden aufbauen konnte. Im Gegenzug versprach eZelleron den Spendern, sie bevorzugt mit den Energieproduzenten in Zigarettenschachtelgröße zu beliefern. Im Mai 2015 hatte eZelleron bereits über 15.000 Vorbestellungen eingesammelt. Ende 2015 sollte die Serienproduktion ursprünglich starten. Doch immer wieder vertröstete Kühn seine Unterstützer, blieb die Auslieferung schuldig.

Kühn wechselte über den Großen Teich

Bereits vor dem ersten Knall kam es zu Problemen, zu Namensstreitigkeiten mit der deutschen Band „Kraftwerk“. 2015 begann Kühn, eine Niederlassung in den USA aufzubauen. Parallel dazu meldeten sich Zulieferer, die sich über ausstehende Rechnungen beschwerten. Wenig später kam das Aus in Deutschland: Im April 2016 eröffnete das Amtsgericht offiziell das Insolvenzverfahren für die eZelleron GmbH Dresden. Kurz darauf kündigte Kühn an, seine Geschäftsideen fortan in den USA vorantreiben zu wollen.

Autor: Heiko Weckbrodt

1 Kommentare

  1. Ralph sagt

    Irgendwie werde ich den Gedanken nicht los, dass Sascha Kühn hier alles mit Kalkül geplant hat. Das es eine Band namens Kraftwerk ist hat er in jedem Fall gewusst, schlussendlich wurde die Gruppe zu seiner Jugendzeit bekannt und mit Scheuklappen ist er bestimmt nicht durchs Leben gelaufen. Das es hier dann namensrechtliche Probleme geben könnte – nun ja mit etwas Nachdenken hätte man das vermuten können. Ich möchte hier jetzt nichts unterstellen, nur eben das erwähnen, dass man dies hätte wissen können.

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