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Digitale Etiketten am Kühlregal

Digitales Etikett aus organischer Elektronik von Plastic Logic Dresden. Foto: PL

Digitales Etikett aus organischer Elektronik von Plastic Logic Dresden. Foto: PL

Plastic Logic entwickelt für Supermärkte Preisschilder aus organischer Elektronik

Dresden, 30. Januar 2018. Elektronische Etiketten (englisch: electronic shelf label = ESL) sollen künftig in Supermärkten eine größere Rolle spielen und die Papier-Etiketten vielerorts ablösen. Per Funk können die Händler damit beispielsweise Preisänderungen für Tomaten, Milch & Co. in Sekundenschnelle und ohne lange Klebeaktionen auf alle Regale überspielen. Die Mini-Bildschirme können dem Kunden aber auch Zusatzinformationen zum Beispiel über Inhaltsstoffe oder Rabattaktionen anzeigen. Das Dresdner Unternehmen „Plastic Logic“ (PL) hat nun solche E-Etiketten aus organischem Digitalpapier entwickelt. Laut PL verbrauchen diese kleinen Anzeigen kaum Strom, vernetzen sich per WLAN oder andere Funkstandards mit dem Supermarkt-Computer und halten auch die niedrige Temperaturen an Kühlregalen aus.

PL-Chef Burne: E-Etiketten immer beliebter

„ESLs werden im Einzelhandel immer beliebter“, meint PL-Chef Tim Burne. Die elektronischen Etiketten würden es „Einzelhändlern ermöglichen, Inhalte auf Regalschildern schnell, drahtlos und dynamisch zu aktualisieren. Dadurch überwinden sie viele der Probleme herkömmlicher Papieretiketten, die leicht beschädigt werden und zeitaufwendige manuelle Systeme erfordern. Neben der Preisgestaltung könnten ESLs auch verwendet werden, um andere nützliche Informationen wie Preisvergleiche, Zutaten und Lagerbestände anzuzeigen“.

Blick in die "Plastic Logic"-Fabrik für elektronisches Papier in Dresden. Foto: PL

Blick in die „Plastic Logic“-Fabrik für elektronisches Papier in Dresden. Foto: PL

Unternehmen sucht Einstieg in Massenmarkt

Die Dresdner Fabrik von „Plastic Logic“ stellt digitales Papier aus biegsamer organischer Elektronik her. Für das Unternehmen könnten sich elektronische Preisschilder zu einem wichtigen neuen Geschäftsfeld entwickeln. Ursprünglich wollte PL aus seinem digitalen Papier selbst großformatige Lesegeräte herstellen. Der Tablet-Boom machte dem Unternehmen aber einen Strick durch die Rechnung: Mit dem Tempo, der Leistungskraft und der universellen Einsatzbarkeit von iPad & Co. konnten die PL-Prototypen nicht mithalten.

Organische Bildschirme sind langsam, aber sparsam

Seitdem beliefert PL andere Endgeräte-Hersteller mit seinem biegsamen Displays für unterschiedliche Anwendungszwecke. Ein echter Massenmarkt hat sich bisher aber nicht daraus entwickelt. Womöglich könnte sich dies mit den digitalen Supermarkt-Etiketten ändern. Denn hier spielt auch eine Schwäche organischer Elektronik keine so große Rolle: Hier reicht es, wenn eine neue Bildschirmanzeige binnen zwei Sekunden aufgebaut ist. Die Etiketten müssen nicht so superschnell wie Siliziumelektronik reagieren, sondern sollen vor allem billig, dünn und energiegenügsam sein.

Autor: Heiko Weckbrodt

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