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Fraunhofer baut für 25 Millionen Euro neuen EAS-Komplex in Dresden

Schaltkeis-Entwurf und Zuverlössigkeitsprüfungen sind eine Kunst für sich. EAS-Chef Dr. Peter Schneider. Foto: Jürgen Lösel, Fraunhofer IIS/EAS

Schaltkreis-Entwurf und Zuverlässigkeitsprüfungen sind eine Kunst für sich – hier ist EAS-Chef Dr. Peter Schneider zu sehen. Foto: Jürgen Lösel, Fraunhofer IIS/EAS

Neubau für Schlüsseltechnologie-Forschung entsteht an Münchner Straße

Dresden, 25. Januar 2018. Die Dresdner Fraunhofer-Forscher vom Institutsteil Entwicklung Adaptiver Systeme (IIS-EAS), die bisher in Altbauten an der Zeunerstraße arbeiten, bekommen ein neues Hauptquartier am Uni-Campus: An der Ecke von Münchner und Bayreuther Straße entsteht ab dem Frühjahr 2018 ein Komplex mit Büros, Laboren und Testeinrichtungen für Automobilelektronik, Industriefunk, Automatisierungstechnik, intelligente Sensoren und weitere Forschungsfelder. In die Investitionskosten von rund 25 Millionen Euro teilen sich der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (Efre), der Bund und der Freistaat Sachsen hinein. 2020 werden die zirka 150 Mitarbeiter und studentischen Hilfskräfte des EAS in den neuen Komplex umziehen.

Professor Matthias Klinger vom Fraunhofer-IVI in Dresden. Foto. Heiko Weckbrodt

Professor Matthias Klinger vom Fraunhofer-IVI in Dresden. Foto. Heiko Weckbrodt

Auch Fraunhofer-Verkehrsinstitut IVI will Millionen imvestieren

Als „Nebeneffekt“ kann am alten Standort an der Zeunerstraße das benachbarte Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) ausbauen. Auch die Verkehrsforscher wollen schon seit geraumer Zeit expandieren, weil sie immer anspruchsvollere Themen bearbeiten. IVI-Direktor Matthias Klingner will die EAS-Altbauten übernehmen und kündigte weitere Millionen-Investitionen an, um dort modernere Büros und Labore einzurichten.

Labore und Versuchshallen für die „vernetzte Welt von morgen“

Auch für das EAS eröffnet der Umzug neue Wachstumsperspektiven. „Der alte Standort bietet nicht mehr genug Platz“, betonte EAS-Sprecherin Sandra Kundel. „Vor allem fehlen uns dort Experimentiermöglichkeiten. Im Neubau bekommen wir solche Räume. Dann können wir zum Beispiel die Zuverlässigkeit von Automobilelektronik auch mal am kompletten Auto testen.“ Auch für die Funkvernetzung von Bearbeitungs-Maschinen, Robotern und Transportern für die hochautomatisierten Fabriken der „Industrie 4.0“ brauchen die EAS-Ingenieure mehr Labore und Teststände.

Die Franhofer-Forscher im Dresdner EAS arbeiten mit aufwändiger Analysetechnik. Foto: Jürgen Lösel, Fraunhofer IIS/EAS

Die Franhofer-Forscher im Dresdner EAS arbeiten mit aufwändiger Analysetechnik. Foto: Jürgen Lösel, Fraunhofer IIS/EAS

„Auch energetisch zukunftsweisend“

Entworfen hat den fünfgeschossigen Neubau mit insgesamt 4300 Quadratmetern das Architekturbüro „Heinle, Wischer und Partner“. Das neue Institutsgebäude wird Büro- und Besprechungsräume umfassen, außerdem drei in das Gebäude integrierte Versuchshallen sowie zahlreiche Elektroniklabore und Messräume. „Nicht nur gestalterisch, sondern auch energetisch wird mit dem Gebäude ein zukunftsorientiertes Konzept verfolgt“, betont das EAS. „Durch Luft-Erdwärmetauscher, Bauteilaktivierung und eine Photovoltaik-Anlage kann Energie zukünftig besonders effektiv genutzt werden.“

Ursprünge beim Zentralinstitut für Kybernetik

Das EAS ist ein Teil des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS), das seinen Hauptsitz in Erlangen hat. Das EAS ging 1992 aus dem DDR-Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse hervor. Die Dresdner haben sich innerhalb des IIS laut eigenen Angaben „auf Schlüsseltechnologien für die vernetzte Welt von morgen“ spezialisiert. Dazu gehören automatisiertes Chip-Design, Automatisierungslösungen und die Analyse großer Datenmengen („Big Data“), wie sie beispielsweise durch komplexe Sensorsysteme produziert werden.

Autor: Heiko Weckbrodt

 

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