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Braucht Deutschland eine neue Halbleiter-Offensive?

Da ist die Freude groß: 1988 drückt Carl-Zeiss-Jena-Chef Wolfgang Biermann (Mitte) Erich Honecker den Megabit-Chip in die Hand. Abb.: ZMD-Archiv

Da ist die Freude groß: 1988 drückt Carl-Zeiss-Jena-Chef Wolfgang Biermann (Mitte) Erich Honecker den Megabit-Chip in die Hand. Abb.: ZMD-Archiv

Dresdner Entwickler des DDR-Megabitchips laden zur Diskussion über Mikroelektronik in Sachsen

Dresden, 24. Januar 2018. Bis heute ist das DDR-Mikroelektronik-Programm umstritten: Zu teuer, sinnlos, eine Überforderung eines kleinen Landes, sagen die Einen. Die Anderen sagen: Megabit-Chip, 32-Bit-Programm und Co. waren für die ostdeutsche Volkswirtschaft im leistungsschwachen Ostblock alternativlos, waren letztlich die Keimzellen für den Aufschwung der sächsischen Halbleiter-Industrie nach der Wende – und auch heute brauche Deutschland eine ähnlich aktive Mikroelektronik-Wirtschaftspolitik. Die Entwickler des DDR-Megabit-Chips wollen über diese und andere Themen am 25. Januar ab 18 Uhr im Haus an der Kreuzkirche Dresden diskutieren. Die öffentliche Podiumsdiskussion widmet sich „Dresdner Lebensleistungen: Die Geschichten hinter der Entwicklung der Mikroelektronik in Sachsen“.

Bernd Junghans. Foto: privat

Bernd Junghans. Foto: privat

General der Mikroelektronik

Mit dabei sind unter anderem Dr. Jens Knobloch und Prof. Bernd Junghans, die in der ostdeutschen Chipschmiede ZMD (alias ZFTM) am 1-Megabit-Schaltkreis gearbeitet hatten, außerdem der frühere ZFTM-Bereichsleiter Jörg Ludewig. Die Moderation übernimmt Katrin Rohnstock vom Rohnstock-Verlag. Die Verlegerin stellt während der Podiumsdiskussion das Buch „General der Mikroelektronik“ des berüchtigten DDR-Staatssekretärs Karl Nendel vor. Zu Wort kommen sollen einerseits die unmittelbaren Zeitzeugen des ehrgeizigen und umstrittenen Mikroelektronik-Programms der SED-Wirtschaftslenker, andererseits auch das Publikum.

DDR-Staatssekretär Karl Nendel sieht sich als "General der Mikroelektronik" - und hat damit seine Autobiografie übertitelt. Repro: hw

DDR-Staatssekretär Karl Nendel sieht sich als „General der Mikroelektronik“ – und hat damit seine Autobiografie übertitelt. Repro: hw

Die Diskussion und Lesung beginnt 18 Uhr im Mauersberger-Saal im „Haus an der Kreuzkirche“, An der Kreuzkirche 6, und dauert zwei Stunden. Veranstalter sind der Verlag „Rohnstock Biografien“ und das Landesbüro Sachsen der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. hw

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