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Nvidia hat den Schlüssel für autonome Autos – und die EU schläft

Der neue elektrische VW-Bus ID-Buzz. Foto: Volkswagen

Der neue elektrische VW-Bus ID-Buzz. Foto: Volkswagen

Rechenkraft und KI der kalifornischen Steuerplattform „Drive PX“ sind derzeit unschlagbar – ein Kommentar

Las Vegas, 15. Januar 2018. Auf der jüngsten „Consumer Electronics Show“ (CES) in Las Vegas hat der Chipkonzern „Nvidia“ eindrucksvoll demonstriert, dass ohne seine Superchips in Zukunft kaum ein Auto autonom fahren wird: Die gigantischen Rechenleistung und die eingebaute künstliche Intelligenz (KI) der Nvidia-Plattform „Drive PX“ ist der Konkurrenz weit voraus.

Werbevideo (Nvidia):

Deals mit Uber, VW und anderen Branchenriesen

Wie dominierend das kalifornische Unternehmen in diesem Sektor ist, zeigen auch die jüngsten Abschlüsse von Nvidia mit diversen Marktteilnehmern: So hat der Fahrdienst „Uber“ auf der CES angekündigt, Nvidia-Technik für autonom fahrenden Taxis, die von Volvo hergestellt werden, einzusetzen. Ebenso hat Volkswagen in Las Vegas eine Partnerschaft mit Nvidia zur Entwicklung des neuen autonom fahrenden „MicroBus I.D. Buzz“ verkündet. Google, Ford und GM arbeiten bereits seit längerem auf diesem Gebiet mit Nvidia zusammen. Vor einem Jahr hatte auch Audi die Zusammenarbeit mit Nvidia zur Entwicklung eines autonom fahrenden Autos angekündigt. Wenig später teilte auch Bosch mit, „das Gehirn“ für selbstfahrende Autos gemeinsam mit Nvidia zu entwickeln. BMW ist ebenfalls bereits im vergangenen Jahr eine Partnerschaft mit Nvidia für ihre künftigen Automobilgenrationen eingegangen. Schließlich hat auch Mercedes eine solche Partnerschaft mit Nvidia aufgebaut, um selbstfahrende Autos zu entwickeln.

Durch fahrerloses Fahren wird sich auch die Art des Fahrens für die Insassen ändern. Hier ein Blick in den VW-Bus ID-Buzz. Foto. Volkswagen.

Durch fahrerloses Fahren wird sich auch die Art des Fahrens für die Insassen ändern. Hier ein Blick in den VW-Bus ID-Buzz. Foto: Volkswagen

KI entscheidet in naher Zukunft über Wettbewerbsfähigkeit von Autos

Da die Automobilindustrie in Deutschland zu den wenigen Industriezweigen gehört, in denen Deutschland noch in der Weltspitze mitmischt, ist es erstaunlich, dass die deutsche Regierung keinerlei Anstrengungen unternimmt, die Unabhängigkeit dieser Industrie bei Schlüsselkomponenten von ausländischen Importen in Zukunft zu sichern. Wie Bosch richtig bemerkt hat, sind die Chips von Nvidia das Gehirn für autonom fahrende Autos – eine Schlüsselkomponente, die die Wettbewerbsfähigkeit der Autos also bestimmt.

Die KI-Plattform "Pegasus" für autonomes Fahren. Laut Nvidia ist Pegasus für Robotertaxis auf Niveau 5 geeignet, die vollständig autonom agieren. Herzstück sind Xavier-Prozessoren. Foto: Nvdia

Die KI-Plattform „Pegasus“ für autonomes Fahren. Laut Nvidia ist Pegasus für Robotertaxis auf Niveau 5 geeignet, die vollständig autonom agieren. Herzstücke sind die Xavier-Prozessoren. Foto: Nvdia

Europa außerstande, gleichwertige „Gehirne“ für autonome Autos selbst herzustellen

Selbst wenn die heute mit Nvidia kooperierenden deutschen Unternehmen in Zukunft in der Lage sein sollten, derartige Chips mit künstlicher Intelligenz selbst zu entwerfen, würden sie in Europa keinen Hersteller für diese Chips finden. Europa hängt rund acht Jahre in der Beherrschung von mikroelektronischen Spitzentechnologien hinter dem internationalen Spitzenstand her. Nvidia lässt ihre Chips in einer 5-Nanometer-Technologie bei TSMC in Taiwan herstellen. Solche Technologien beherrschen derzeit außer TSMC nur noch Samsung in Südkorea und Intel in den USA.

Europas Wirtschaftspolitiker sind gefragt

Wäre es nicht Aufgabe einer zukunftsorientierten europäischen Industriepolitik, Vorsorge zu tragen, dass die europäische Automobilindustrie auch dann mit Schlüsselkomponenten für ihre Fahrzeuge versorgt werden kann, wenn Trump einen Handelskrieg mit der EU vom Zaune bricht, es auf Taiwan wieder mal ein großes Erdbeben gibt oder Kim Un die südkoreanische Infrastruktur lahmlegt?

Autor: Bernd Junghans

Bernd Junghans. Foto: privat

Bernd Junghans. Foto: privat

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