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Dystopischer „Ares“ wütet gegen die Herrschaft der Doping-Konzerne

Ein Schuss und Ares (Ola Rapace) wird für 5 lange Minuten zum Superman im Ring - mit der Option auf einen Hirnschlag. Foto: Tiberius-Film

Ein Schuss und Ares (Ola Rapace) wird für 5 lange Minuten zum Superman im Ring – mit der Option auf einen Hirnschlag. Foto: Tiberius-Film

Im verslumten Paris der Zukunft gilt nur eines: Siegen

Einen düsteren Science-Fiction-Thriller aus jener Zeit, als Paris zu einem konzernbeherrschten Doping-Slum wurde, bringt der Filmverleih „Tiberius“ ab dem 4. Januar 2018 unters deutsche Heimkino-Volk. Regisseur Jean-Patrick Benes erzählt darin vom Boxer Ares (Ola Rapace, „James Bond 007 – Skyfall“), der sich auf ein gefährliches Spiel mit einem mächtigen Pharma-Riesen einlässt.

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Die Story: Konzernokratie statt Demokratie

Im Jahr 2035 hat sich die heute bei Touristen so beliebte Altstadt von Paris in einen Slum verwandelt. Rings um Notre Dame und den Eiffelturm drängen sich unter einem versmogtem Himmel nur noch Blechhütten. In denen vegetiert das verarmte Volk vor sich hin – und berauscht sich an brutalen Box-Kämpfen, die auf Riesenleinwänden übertragen werden. Hoch über ihnen thronen die Bosse jener Konzerne, die den Staat abgelöst haben und die das Doping für diese Kämpfe herstellen. Denn Doping ist in dieser profitmaximierten Gesellschaft nicht nur erlaubt, sondern geradezu eine Volksdroge geworden: Jeder will mal für ein paar Minuten Superman sein. Um Freilöse-Geld für seine inhaftierte Schwester Ares zu erkämpfen, lässt sich Ares auf eine unerprobte Wunderdroge ein und versucht, die Konzernokratie zu überlisten…

Opium fürs Volk: In den Slums von Paris übertragen Großbildschirme die Doping-Wettbewrebe. Foto: Tiberius-Film

Opium fürs Volk: In den Slums von Paris übertragen Großbildschirme die gedopten Wettbewerbe. Foto: Tiberius-Film

Fazit: eine dunkle Zukunft

Das hätte ein klassisches B-Movie mit gestelzten Dialogen werden können, und da und dort klingen Klischees auch an, doch Regisseur Benes hat mehr daraus gemacht – nicht zuletzt dank seines Hauptdarstellers: Ola Rapace, der Ex von Noomi Rapace („Verblendung“, „Prometheus“), verleiht dem Ares kantige, knurrige, eigensinnige Züge, macht aus einem Abziehbild einen Menschen. Die Story selbst mag nicht völlig neu sein – man denke etwa an „Running Man“, „V wie Vendetta“ oder „Die Tribute von Panem“. Doch „Ares“ ist überzeugend gespielt, düster und vor allem konsequent inszeniert und in nur 80 Minuten knackig zu Ende erzählt. Das ist eine reife Leistung. Daher gilt diesem Film eine klare Empfehlung nicht nur für Freunde des dystopischen Science-Fictions oder von Boxsport-Filmen: ein unerwartetes Kleinod, die wir da fürs Heimkino präsentiert bekommen.

Nachmittags Boxer, abends Polizist: Gesetzeshüter ist in der Zukunft nur noch ein Teilzeit-Job für einen Konzern. Foto: Tiberius-Film

Nachmittags Boxer, abends Polizist: Gesetzeshüter ist in der Zukunft nur noch ein Teilzeit-Job für einen Konzern. Foto: Tiberius-Film

  • Titel: „Ares – Der letzte seiner Art“
  • Land/Jahr: Frankreich 2015
  • Heimkino-VÖ: 4.1.2018 (DVD, Bluray und VoD)
  • Regie: Jean-Patrick Benes
  • Schauspieler: Ola Rapace, Micha Lescot, Thierry Hancisse u. a.
  • FSK: 16
  • Laufzeit: 80 Minuten

 

Autor der Rezension: Heiko Weckbrodt

Cover Ares Foto: Tiberius-Film

Foto: Tiberius-Film

Zum Weiterlesen:

„Continuum“: Kanadische SF-Serie um eine Konzerndiktatur

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