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Dresden braucht mehr Gewerbeparks

Heets-Produktion in der Philip-Morris-Fabrik nahe Bologna. Foto: Philip Morris International

Heets-Produktion in der Philip-Morris-Fabrik nahe Bologna. So ähnlich soll das neue Werk nahe am Dresdner Flughafen aussehen. Foto: Philip Morris International

Neues Gewerbegebiet am Rähnitzsteig ist kaum fertig, das zeichnet sich schon Vollauslastung ab

Dresden, 13. Dezember 2017. Große Unternehmen wie Bosch, Globalfoundries, Philip Morris und Müller-Milch investieren derzeit Milliardenbeträge in und um Dresden – und auch der nach der Wende gewachsene Mittelstand expandiert. Die Kehrseite: In Dresden werden die Gewerbe-Flächen knapp. Heute hat der kommunale Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Frank das neue Gewerbegebiet Rähnitzsteig im Dresdner Norden mit rund 55.000 Quadratmetern offiziell freigegeben. „Für das Gewerbegebiet Rähnitzsteig liegen uns schon mehr als 25 Bedarfsanzeigen von Unternehmen vor“, informierte er. „Das wird absehbar zu einer vollständige Auslastung führen.“

3,5 Millionen Euro investiert

Rund 3,5 Millionen Euro hatten Bund und Kommune seit Sommer 2016 in den neuen Gewerbepark investiert, unter anderem neue Erschließungsstraßen gebaut. Die öffentliche Ausschreibung der Flächen, die ab 1000 Quadratmeter groß sind, soll im Februar 2018 beginnen.

Da freut sich Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke (Mitte): Ingrid Hansen von der Stadtentwässerung und Bauamtsleiter Reinhard Koettnitz helfen ihm beim Schaufeln für das neue Gewerbegebiet am Rähnitzsteig. Foto: Heiko Weckbrodt

Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke (Mitte): Ingrid Hansen von der Stadtentwässerung und Bauamtsleiter Reinhard Koettnitz beim Baustart für das Gewerbegebiet am Rähnitzsteig im Sommer 2016. Foto: Heiko Weckbrodt

Wirtschaftsförderer wollen 15 bis 30 Hektar Reserve für schnelle Ansiedlungen haben

Aber schon jetzt ist absehbar, dass das nicht reichen wird. „Wenn wir die positive Entwicklung des Wirtschaftsstandortes auch zukünftig so erfolgreich gestalten wollen, müssen wir zügig mit der Entwicklung weiterer Flächen für Gewerbe beginnen“, mahnte Franke. Er will künftig wieder verstärkt alte Industriebrachen und andere wenig genutzte Flächen für Gewerbezwecke erschließen. „Unser Ziel ist es, kontinuierlich zwischen 15 und 30 Hektar vorzuhalten, um damit weitere Ansiedlungen zu ermöglichen und ansässige Unternehmen bei Erweiterungsvorhaben unterstützen zu können.“

Auch die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Dresden, Kristin Sturm, forderte: „Das Amt für Wirtschaftsförderung muss weitere Neuerschließungen von Entwicklungsflächen sowie Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen an bestehenden Infrastrukturanlagen in Gewerbegebieten umsetzen, um Firmen in Dresden halten.“

Wichtige kommunale und private Gewerbegebiete in Dresden im Überblick. Grafik: Wirtschaftsförderung / LHD

Wichtige kommunale und private Gewerbegebiete in Dresden im Überblick. Grafik: Wirtschaftsförderung / LHD

Besonders Dresdner Norden ist gefragt

Viele Unternehmen interessieren sich vor allem für Gewerbeflächen im Dresdner Norden – in der Nähe zu Flughafen, Autobahn und den Chip-Riesen. Platz ist hier nur noch wenig übrig: Der Technopark Nord am Manfred-von-Ardenne-Ring ist bereits zu 100 Prozent ausgelastet. Für das neue Gewerbegebiet Rähnitzsteig ist die Prognose ähnlich. Und auch das private Gewerbegebiet „Airportpark“ sei gefragt, so die Wirtschaftsförderer. Daher erschließe die Stadt derzeit im Gewerbegebiet „Am Promigberg“ in Weixdorf 30 000 Quadratmeter. „Weitere Gewerbeareale im Stadtgebiet entstehen gerade an der Freiberger Straße in der Wilsdruffer Vorstadt und am Wissenschaftsstandort Ost in Strehlen.“

Projekt „Wissenschaftspark Ost“ schleppt sich seit Jahren dahin

Gerade dieser Wissenschafts-Gewerbepark Ost an der Reicker Straße kommt allerdings nur sehr schleppend voran. Die Erschließung zieht sich nun schon seit Jahren hin. Ursprünglich sollte dieser Gewerbepark eine Gesamtfläche von 45 Hektar haben, einkalkuliert waren Erschließungskosten von rund 37,4 Millionen Euro. Die rot-grün-rote Mehrheit im Rathaus hatte diese Pläne jedoch deutlich zusammengestrichen. hw

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