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Handwerkskammer-Präsident warnt vor Bürokratiemonstern

Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, im November 2015. Foto: André Wirsig, Handwerkskammer Dresden

Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, im November 2015. Foto: André Wirsig, Handwerkskammer Dresden

Dachdecker-Meister Dittrich: „Das erzeugt Wut“

Dresden, 3. November 2017. Vor einer bürokratischen Überforderung der sächsischen Wirtschaft hat der Dresdner Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich während der Verleihungsfeier zum DNN-Wirtschaftspreis am Mittwochabend im Hotel „Taschenberg Kempinski“ gewarnt. „Gewerbeabfall-Verordnung, Aufzeichnungspflichten für den Mindestlohn, die neue Datenschutz-Grundverordnung… das sind bürokratische Monster“, sagte er. Gerade in kleineren Betrieben hätten die Unternehmer dadurch das Gefühl, über all dem staatlich eingeforderten Papierkram kaum noch Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben zu haben. „Das erzeugt Wut“, berichte der Präsident. „Viele Unternehmer fragen sich da nur noch: Könnt Ihr uns nicht einfach arbeiten lassen?“

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) Foto: Heiko Weckbrodt

Wirtschaftsminister Dulig will zweiten neuen Deal

Damit diese Wut nicht weiter wachse, reiche allein ein „Nachsteuern“ nicht, dafür sei ein grundsätzliches Umdenken in der Politik nötig, sagte Dittrich mit Blick auf Martin Dulig (SPD). Der sächsische Wirtschaftsminister hatte zuvor während der Verleihungsfeier einen „zweiten neuen Deal“ gefordert. Als ursprünglicher „New Deal“ gelten die Wirtschafts- und Sozialreformen des einstigen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, der unter anderem die US-Unternehmer stärker in die gesellschaftliche Pflicht im Sinne eines Wohlstands für alle genommen hatte.

Mehr Eigenverantwortung

Ein neuer Schwung im Land sei möglich, wenn alle Sachsen mehr Eigenverantwortung übernehmen, erneuerte Dulig eine frühere Forderung. „Es gibt die Erwartung, dass der Staat alles regelt, alle Probleme löst“, sagte der Minister. „Das aber überfordert den Staat.“ Beispiele für eine neue Kultur der Eigenverantwortung sehe er gerade auch bei den Preisträgern des DNN-Wirtschaftspreises. „Die Unternehmen, die wir heute ehren, gehen mit Mut und Engagement bereits neue Wege“, betonte Minister Dulig in einer Laudatio. „Sie sind die Vorbilder, dass Wandel nicht gleich Gefahr, sondern auch neue Chancen bedeuten kann.“

Preisträger des DNN-Wirtschaftspreises 2017:

Die diesjährigen DNN-Wirtschaftspreise vergab die Jury aus Vertretern von DNN, Wirtschaftsministerium, Industrie- und Handelskammer sowie handwerkskammer Dresden und Ostsächsischer Sparkasse Dresden (OSD) an:

Autor: Heiko Weckbrodt

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