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Sachsen schmieden Leichtbau-Allianz

Das Leichtbau-Elektroauto "InEco" vor eine Hochspannungs-Testpilz an der TU Dresden. Foto: TUD

Das Leichtbau-Elektroauto „InEco“ der TU Dresden vor einem Hochspannungs-Testpilz an der TU Dresden. Foto: TUD

Ingenieure der TUs Dresden, Chemnitz und Freiberg tun sich zusammen

Dresden/Freiberg, 30. Oktober 2017. Ingenieure der Unis Dresden, Chemnitz und Freiberg haben sich heute zu einer neuen „Leichtbau-Allianz Sachsen“ zusammengeschlossen. Gemeinsam mit der Industrie wollen sie unter dieser Marke innovative Werkstoffe, Strukturen und Fertigungstechnologien für Elektroautos, Flugzeuge und andere Maschinen entwickeln. „Die Herstellung von leichten Verbundstrukturen für Leichtbaufahrzeuge von morgen soll damit so effizient und kostengünstig werden, dass sie für die Industrie und damit den Kunden bezahlbar wird“, hieß es vom sächsischen Wissenschaftsministerium.

Leichte Bauweise für E-Autos entscheidend

Hintergrund: Kohlenstoff- und Textilfaser-verstärkte Materialien sowie andere Verbund-Werkstoffe, aber auch leichte Metalle wie Alu und Magnesium gewinnen in der Fahrzeug-Industrie, in der Architektur und im Maschinenbau immer mehr an Bedeutung. Denn jedes Kilogramm eingesparte Masse bewirkt bei Autos mit Verbrennungsmotor messbare Sprit-Ersparnisse. Und für Elektroautos ist eine Leichtbauweise wie etwa beim BMW i3 nahezu unumgänglich, um das große Gewicht der Lithium-Ionen-Batterien auszugleichen und auf Reichweiten über 300 Kilometer zu kommen.

Zu schützen und zu dienen: Der i3 von BMW im Polizeieinsatz in L.A. Foto: BMW, Danny Moloshok

Das Elektroauto i3 von BMW ist teils aus leichten Karbon-Werkstoffen gebaut. Foto: BMW, Danny Moloshok

Freistaat will internationale Führungsposition

In diesem Zukunftsmarkt wollen die Sachsen mitmischen und tun dies teilweise bereits. Daher haben sie bisher parallele kleinere Projekte nun gebündelt. Von der frischgeformten „Leichtbau-Allianz Sachsen“ erhoffen sich die Wissenschaftler mehr gemeinsame Schlagkraft, um sächsische Leichtbau-Technologien weltwelt zu vermarkten und gemeinsam auch größere Entwicklungsprojekte zu bewältigen.

Prof. Hubert Jäger (links) vom ILK und Prof. Chokri Cherif vom ITM haben das neue Kohlefaser-Forshcungszentrum gemeinsam gegründet. Foto: TUD/ILK

Prof. Hubert Jäger (links) vom ILK und Prof. Chokri Cherif vom ITM haben schon ein Kohlefaser-Forschungszentrum gemeinsam in Dresden gegründet. Foto: TUD/ILK

Allianz-Sitz in Freiberg

Zu den Initiatoren gehören Prof. Hubert Jäger und Prof. Chokri Cherif von der TU Dresden, Prof. Rudolf Kawalla von der TU Bergakademie Freiberg sowie Prof. Lothar Kroll, Prof. Welf-Guntram Drossel und Prof. Holger Cebulla von der TU Chemnitz. Hauptsitz der Allianz soll vorerst Freiberg sein. Ihr selbstgestecktes Ziel ist, Sachsen „zu einer der weltweit führenden Kompetenzregionen für den Leichtbau zu entwickeln“.

Über 60.000 Sachsen leben vom Leichtbau

Laut Wissenschaftsministerium hängen heute schon mehr als 60.000 Jobs im Freistaat am, Leichtbau. „In den letzten Jahren hat der Forschungsbereich Leichtbau an allen Technischen Universitäten in Sachsen Einzug gehalten und ist heute international konkurrenzfähig“, schätzte die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) ein. „Mit der Gründung des Vereins Leichtbau-Allianz Sachsen erreichen wir eine neue Qualität. Er kann unter einer neuen, gemeinsamen Marke agieren, was national und international von großer Bedeutung ist.“ hw

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