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Hightech-Firmen entstehen besonders oft in Jena und Dresden

Eine Rotop-Mitarbeiterin bereitet ein Radiopharma-Kit vor, das später in Praxen und Krankenhäusern für die Krebsdiagnostik oder zur Diagnose der Herz- und Nierenfunktion eingesetzt wird. Foto: Rotop

Hightech-Ausgründungen wie hier Rotop entstehen auch um Forschungszentren wie in Dresden-Rossendorf. Foto: Rotop

Creditreform hat Gründungsgeschehen deutschlandweit verglichen

Dresden, 17. Oktober 2017. In Jena, Karlsruhe, Darmstadt und Dresden gründen Hochschulabsolventen und andere angehende Unternehmer besonders häufig Hightech-Firmen. Das hat Andreas Aumüller mitgeteilt, der die Dresdner Dependance des Wirtschaftsdienstleisters „Creditreform“ leitet. Er stützte sich dabei auf eine Sonderauswertung der Creditreform-Wirtschaftsforscher, die dafür das Gründungsgeschehen in über 400 deutschen Städten und Landkreisen unter die Lupe genommen hatten.

Jena, Karlsruhe, Darmstadt und Dresden an der Spitze

Demnach gehören in Jena 16,3 Prozent aller Neugründungen zu jenen Unternehmen, die mehr als 3,5 Prozent ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung ausgeben und laut dieser Definition hochtechnologisch orientiert sind. Die Karlsruher Gründungsszene kommt auf eine Hightech-Quote von 13,4 Prozent, Darmstadt auf 13,3 Prozent und Dresden auf 12,1 Prozent. „Mit diesem Wert hebt Dresden den gesamten Freistaat im Ranking der Bundesländer auf ein hohes Niveau“, heißt es in der Creditreform-Auswertung. Sachsen kommt dadurch auf Rang 5 im Bundesvergleich. Dabei ist allerdings zu beachten, dass in absoluten Zahlen die meisten neuen Firmen („Startups“) in Berlin entstehen – nur ist dort eben der Anteil der Hochtechnologie-Gründungen geringer.

Hightech -Startups besonders oft an Standorten mit starken technischen Unis und Hochschulen

Besonders an Standorten mit starken technisch orientierten Unis oder Hochschulen sei diese Hightech-Quote sehr hoch, betonen Andreas Aumüller wie auch Creditreform-Wirtschaftsforschungsleiter Michael Bretz. Auch an Standorten, in denen ohnehin schon große technologieorientierte Unternehmen tätig sind, ballen sich die Hochtechnologie-Startups.

Erzgebirge hinkt (noch) hinterher

Dies zeigt sich auch bei einem genaueren Blick auf Sachsen: In der Landeshauptstadt mit ihrer TU, der HTW, den vielen Fraunhofer-Instituten und Mikroelektronik-Firmen liegt die Quote mit 12,1 Prozent besonders hoch. Leipzig (Uni, Automobilbau-Standort) kommt auf 9 Prozent, Zwickau (Autobau, Westsächsische Hochschule) auf 8,1 Prozent, Chemnitz (TU, Maschinenbau, Fraunhofer) auf 7,7 Prozent. Dagegen hängen das Erzgebirge (trotz der Bergakademie Freiberg) mit 4,6 Prozent und Nordsachsen mit 4,8 Prozent bei den zukunftsträchtigen Hightech-Gründungen weiter hinterher.

Kamenz könnte neuer Hightech-Firmenbrüter werden

Ein neuer sächsischer Star am Gründungshimmel ist aber bereits in Sicht: In Kamenz, wo Daimler und andere gerade kräftig in die Elektromobilität investieren, ist bald mit mehr Hightech-Startups zu rechnen, prognostiziert Aumüller.

Autor: Heiko Weckbrodt

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