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Massenflucht nach II. Weltkrieg im Fokus

Dieser Leiterwagen steht für viele Tausende seiner Art, mit denen Flüchtlinge aus Pommern und Schlesien das Land Sachsen erreichten. Foto: Peter Weckbrodt

Dieser Leiterwagen steht für viele Tausende seiner Art, mit denen Flüchtlinge aus Pommern und Schlesien das Land Sachsen erreichten. Foto: Peter Weckbrodt

Workshop im HAIT Dresden eröffnet Forschungsprojekt

Dresden, 9. Oktober 2017. Aus Anlass der aktuellen Flucht- und Wanderbewegungen in Asien, Europa und Afrika wollen Historiker des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung gemeinsam mit Kollegen aus Erfurt und Siegen einen genaueren Blick auf die Massenflucht, Vertreibung und Zwangsmigration im Mitteldeutschland der Nachkriegszeit werfen.

Unter dem Titel „Bewegte Gruppen im Transit- und (Zwangs-)Migrationsraum ‚Mitteldeutschland’, 1945-1949. Besatzungsgeschichte, Fremdheitserfahrungen, Lager- und Lebenswelten“ laden sie am 20. und 21. Oktober interessierte Historiker zu einem Workshop in der Helmholtzstraße 6 ein. Die Veranstaltung bildet den Auftakt für ein gleichnamiges Forschungsprojekt.

Forscher wollen Flucht, Vertreibung und Märsche befreiter KZ-Häftlinge im Zusammenhang untersuchen

Anders als für die Besatzungsgebiete der späteren Bundesrepublik seien Flucht und Vertreibung für Mitteldeutschland und die spätere Sowjetische Besatzungszone (SBZ) bisher nur unzureichend erforscht, heißt es in den Workshop-Thesen. „Als die Alliierten im April 1945 Mitteldeutschland besetzen, treffen sie auf unterschiedliche (zwangs-) bewegte Gruppen. Das Gebiet der heutigen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gleicht bei Kriegsende einem verdichteten Transitraum. So befreien die Alliierten hier nicht nur hunderttausende Menschen aus Zwangsarbeit, Konzentrations- und Kriegsgefangenenlagern, aus Verstecken sowie von Todesmärschen. Gleichzeitig befinden sich in ähnlichen Größenordnungen deutsche Evakuierte und Ausgebombte vor Ort. Hinzu kommen seit Anfang 1945 in schnell steigender Zahl mehrere Hunderttausend Flüchtlinge und Vertriebene.“ All diese Wanderungsbewegungen und ihe Akteuer vergleichend zu untersuchen, werde ein Schwerpunkt des neuen Forschungsprojektes sein.

  • Anmeldungen: kontakt@dp-project.eu

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