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eBuch stagniert in Deutschland, Hörbücher boomen

Die meisten größerten Bibliotheken haben heute längst eBooks im Bestand. Die Dresdner wollen diese digitalen Medienbestände nutzen, um virtuelle Schulbibliotheken aufzubauen. Foto: Heiko Weckbrodt

Foto: Heiko Weckbrodt

Jeder Vierte liest eBooks, fast jeder Dritte konsumiert Hörbücher

Berlin/Frankfurt/Main, 5. Oktober 2017. Etwa jeder vierte Deutsche liest elektronische Bücher (eBooks). Das geht aus einer Umfrage von „Bitkom Research“ unter 2194 Bundesbürgern ab 14 Jahren hervor. Der Anteil der eBuch-Leser stagniert damit seit bereits drei Jahren. Dagegen nutzen immer mehr Deutsche Hörbücher – inzwischen greifen 31 Prozent der Bundesbürger die eingesprochenen Bücher.

Staat besteuert eBücher immer noch mit 19 %

Die Experten des Digitalwirtschaftsverbandes „Bitkom“ aus Berlin sehen vor allem steuerliche Gründe für die Stagnation des eBuches in Deutschland, obwohl das Medium in anderen Ländern boomt. „Grund hierfür könnten die weiterhin sehr hohen Preise sein, die zum Teil nur wenige Cents unter den Preisen der Print-Exemplare liegen“, interpretierte Bitkom-Präsident Achim Berg im Vorfeld der „Frankfurter Buchmesse“ (11.-15- Oktober 2017). „So bleibt das E-Book trotz seiner zahlreichen Vorteile zu wenig attraktiv im Vergleich zum klassischen gedruckten Buch.“

jeder sechste Deutsche liest überhaupt keine Bücher. Die eBuch-Nutzung ist wiederum bei Jüngeren stärker verbreitet. Abb.: Bitkom

jeder sechste Deutsche liest überhaupt keine Bücher. Die eBuch-Nutzung ist wiederum bei Jüngeren stärker verbreitet. Abb.: Bitkom

Dies liegt nicht zuletzt an der Mehrwertsteuer von 19 Prozent, die der deutsche Staat immer noch auf die digitalen Ausgaben erhebt. Dagegen sind für klassische Papierbücher nur 7 % fällig, weil sie als Kulturgut gelten. Die große Koalition in Berlin hatte zwar eine Änderung dieser Ungleichbehandlung angekündigt, dies aber bis jetzt noch nicht umgesetzt.

Hörbücher treffen mehr den Nerv der Generation Smartphone

Derweil erfreuen sich Hörbücher einer steigenden Beliebtheit. Sie kommen offensichtlich den Rezeptions-Gewohnheiten der „Generation Internet“ beziehungsweise der „Generation Smartphone“ mehr entgegen als eBooks. „Hörbücher entsprechen den Gewohnheiten und Vorlieben der digitalen Multitasking-Gesellschaft, mehrere Dinge nebeneinander zu tun“, meint Berg. „Beim Fernsehen schauen immer mehr auf den Second Screen, das Smartphone oder Tablet. Und beim Hörbuch-Hören lassen sich prima andere Dinge erledigen – beim Lesen von Text ist das nur schwerlich möglich. So können auch Menschen, die weniger Zeit haben, in den Genuss von Literatur kommen.“ Viele hören Hörbücher etwa beim Autofahren oder beim Sport.

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