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Fabmatics Dresden robotisiert in US-Optikindustrie

HAP und Ortner Dresden, die inzwischen zur Fabmatics verschmolzen sind, haben auch InfineonChipwerke mit Robotern und anderer technik nachautomatisiert. Foto: Infineon/ Fabmatics

HAP und Ortner Dresden, die inzwischen zur Fabmatics verschmolzen sind, haben zuerst Infineon-Chipwerke in Dresden mit Robotern und anderer Technik nachautomatisiert – inzwischen ist diese Expertise der Sachsen weltweit gefragt. Foto: Infineon/ Fabmatics

HAP + Ortner = Fabmatics: Ein Jahr nach der Fusion sind die Auftragsbücher voll

Dresden, 21. September 2017. Das Dresdner Automatisierungs-Unternehmen Fabmatics rechnet mit stark wachsender Nachfrage aus der Halbleiterbranche und anderen . Die Auftragsbücher seien jetzt schon voll, betonte Fabmatics-Chef Steffen Pollack, die Belegschaft ist auf 166 Mitarbeiter gewachsen, der Umsatz auf 20 Millionen Euro..

„Besondere Expertise bei Modernisierung von älteren 200-Millimeter-Halbleiterfabriken“

„Eine besondere Expertise haben wir bei der Modernisierung von älteren 200-Millimeter-Halbleiterfabriken“, erklärte er. Und in diesem Segment ist mit erheblichen Wachstum zu rechnen: Der internationale Branchenverband SEMI geht davon aus, dass die Halbleiter-Konzerne in den nächsten Jahren rund 3,4 Milliarden US-Dollar in die Nachrüstung und Modernisierung der weltweit rund 200 Chip-Fabriken mit 200-Millimeter-Scheibentechnik investieren werden. „Ein Großteil der Investitionen fließt in produktivitätssteigernde Automatisierungssysteme – und das merken wir derzeit auch“, erklärte Pollack.

Roboter und Menschen sollen in "Industrie 4.0"-Fabriken enger und direkter zusammenarbeiten - in der Robotik hat sich dafür der Ausdruck "Cobotics" eingebürgert. Foto: Sven Rahm, Fabmatics

Roboter und Menschen sollen in „Industrie 4.0“-Fabriken enger und direkter zusammenarbeiten – in der Robotik hat sich dafür der Ausdruck „Cobotics“ eingebürgert. Foto: Sven Rahm, Fabmatics

Auch andere Technologie-Branchen wollen Automatisierungstechnik aus Sachsen

Und erst jüngst haben die Dresdner auch einen großen Auftrag außerhalb der Mikroelektronik aus den USA bekommen. Dort installieren sie Roboter und andere Automatisierungstechnik bei einem namhaften Unternehmen aus der Optikindustrie. „Wir dürfen leider keine Namen nennen. Aber wenn das Projekt abgeschlossen ist, verfügen wir über ein prestigeträchtiges Referenzprojekt, das in der Branche Beachtung finden wird“, informierte Fabmatics-Ko-Geschäftsführer sich Heinz Martin Esser.

In den Dresdner Chipfabriken von Infineon werden viele "Industrie 4.0"-Prinzipien schon heute erprobt - auch das Miteinander von Roboter und Mensch. Erst kürzlich hatte der Halbleiterkonzern auch die Wafer-Transporte noch einmal nachautomatisiert. Foto: Heiko Weckbrodt

In den Dresdner Chipfabriken von Infineon werden viele „Industrie 4.0“-Prinzipien schon heute erprobt – auch das Miteinander von Roboter und Mensch. Erst kürzlich hatte der Halbleiterkonzern auch die Wafer-Transporte noch einmal nachautomatisiert. Foto: Heiko Weckbrodt

Ab Januar 2018 werde das Unternehmen auch eine eigene Robotik-Produktreihe „HERO FAB“ in Serie fertigen. Dieser Lade- und Belade-Roboter orientiert sich autonom in den Reinräumen der Chipfabriken.

Dieser Transportroboter von Fabmatics Dresden ist darauf spezialisiert, die Wafer-Carrier mit den Siliziumscheiben innerhalb der Chipfabriken von Anlage zu Anlage zu bringen. Früher war das manuelle Arbeit für menschliche Mitarbeiter. Foto: Sven Claus, Fabmatics

Dieser Transportroboter von Fabmatics Dresden ist darauf spezialisiert, die Wafer-Carrier mit den Siliziumscheiben innerhalb der Chipfabriken von Anlage zu Anlage zu bringen. Früher war das manuelle Arbeit für menschliche Mitarbeiter. Foto: Sven Claus, Fabmatics

2 Wachstumstreiber: Industrie 4.0 und Nachautomatisierung

Der Auftrags-Boom bei Fabmatics erklärt sich vor allem aus zwei Trends, die direkt miteinander zu tun haben: Nachautomatisierung und „Industrie 4.0“. Einerseits versuchen nämlich immer mehr Branchen, die Automatisierungsgrad der Halbleiterbranche zu erreichen und hochautomatische., vernetzte und teils auch autonom agierende Fabriken zu entwickeln. Und da ist es nicht damit getan, ein paar Roboter mehr aufzustellen, dafür sind komplexe Automatisierungslösungen gefragt.

200er Fabs sollen so produktiv wie ein 300-mm-Werk arbeiten

Andererseits haben viele Halbleiter-Hersteller weltweit darauf verzichtet, ihre ältere Chipwerke von 200 auf 300 Millimeter große Siliziumscheiben (Wafer) umzurüsten. Denn diese Umrüstung ist teuer und lohnt nur bei großen Serien wie etwa in der dRAM-Speicher- oder Prozessor-Herstellung. Um dennoch mit der Produktivität der großen, hochautomatisierten 300-mm-Fabs mithalten zu können, lassen nun viele Betreiber die Automatisierungslücken in ihren 200-mm-Werken schließen. Oft geht es dabei auch darum, Personal zu sparen oder umzuverteilen.

Mitteldeutsches Netzwerk aus Automatisierungs-Spezialisten

Und gerade auf solche Automatisierungslösungen haben sich einige mitteldeutsche Firmen spezialisiert, die daran gehen, in ihrer Nische zu Marktführern aufzusteigen. Ein Teil von ihnen hat sich zu einem „Automation Network Dresden“ zusammengeschlossen, um künftig auch größere Aufträge aus Übersee gemeinsam bewältigen zu können. Direkt und indirekt kooperieren zum Beispiel der Sondermaschinen-Produzent Xenon in Coschütz-Gittersee, AIS Automation sowie Systema aus Dresden oder auch der Roboterplattform-Anbieter MetraLabs aus Ilmenau in Thüringen.

Das neue Fabmatics-Hauptquartier in der Micropolis Dresden. Foto: Fabmtatics

Das neue Fabmatics-Hauptquartier in der Micropolis Dresden. Foto: Fabmtatics

Zwei Millionen Euro in neues Hauptquartier in der Micropolis investiert

Und ein wichtiger Wachtsumskern im „Automation Network Dresden“ ist eben die Fabmatics GmbH, die wiederum vor etwa einem Jahr aus der Fusion der HAP Dresden und der Ortner entstand – letztere gehörte früher zum Solarfabrik-Ausrüster Roth & Rau in Hohenstein-Erntthal. Weil Aufträge wuchsen und auch anspruchsvoller wurden, siedelte das neugeschmiedete Unternehmen in den Norden der Stadt um.

Inzwischen befinden sich nur kleine Teile der Montage und die Spanerei im Technologiezentrum auf der Gostritzer Straße. Der größte Teil von Fabatics ist nun in den neuen Unternehmenssitz in der „Micropolis“ beim Flughafen konzentriert. Etwa zwei Millionen Euro hat die Firma investiert, um den aufgegebenen Firmensitz von Leybold Optics Dresden für eigene Zwecke umzubauen. Jetzt stehen dort rund 3500 Quadratmeter Büro- und Produktionsfläche zur Verfügung, außerdem ein 500 Quadratmeter großer Reinraum, der noch hochgerüstet werden kann. Zusätzlich entstanden ein Hochregellager und behindertengerechte Zugänge zu den Büros.

Autor: Heiko Weckbrodt

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