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Schlamm-Forscher wollen Stromfraß von Klärbakterien um ¼ senken

Mit Hilfe des ultraschnellen Röntgentomographens ROFEX können Dr. Sebastian Reinecke und Doktorandin Ragna Kipping Aufnahmen von Strömungsgemischen in hoher zeitlicher Auflösung machen. Quelle: HZDR / O. Killig

Mit Hilfe des ultraschnellen Röntgentomographens ROFEX können Dr. Sebastian Reinecke und Doktorandin Ragna Kipping schnelle Aufnahmen von Strömungsgemischen machen. Quelle: HZDR / O. Killig

Hunderte Gigawattstunden könnten gespart werden, wenn die Mikroben das richtig Pendum Luft bekommen

Dresden/Dortmund, 11. September 2017. Forscher aus Dresden, Dortmund und Bochum sehen erhebliche Energiespar-Potenziale in den deutschen Kläranlagen. Die verbrauchen ingesamt jährlich knapp 4,4 Terawatt Strom. Ein Großteil des Stroms geht für die Belüftung der sogenannten Belebungsbecken drauf, in denen Schlamm spezielle Bakterien Kohlenstoff- und Ammonium-Verbindungen abbauen. Im Projekt „Leistungsoptimierung von Kläranlagen durch gezielte Strömungsführung in Belebtschlammbecken“ (LEOBEL) wollen die beteiligten Strömungsforscher und Ingenieure deren stromfressende Sauerstoffversorgung optimieren.

„Ziel ist, Simulationsmethoden und Messtechnik zu entwickeln, mit denen Strömungsverhältnisse direkt im Becken analysiert und darauf aufbauend optimiert werden können“, erklärt Dr. Sebastian Reinecke vom Institut für Fluiddynamik im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). Mit dem ultraschnellen Röntgentomograph ROFEX analysierten sie diese Prozesse im Labormaßstab und verglichen dann die Ergebnisse mit den Prognosen aus Computersimulationen der TU Dortmund. In ersten Experimenten konnten die Forschungs-Partner durch Computersimulationen und bessere Messtechnik rund ein Viertel der dort verbrauchten Energie einsparen. Nun wollen sie das Verfahren auf Großkläranlagen übertragen.

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