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Roboter fängt bald demente Nachtwanderer ab

So etwa soll der künstliche Pflegeheim-Nachtwächter aussehen, den die HTW zusammen mit Partnern entwickeln will. Auch einen Namen hat der Roboter schon: In Anlehnung an Sachsens wohl berühmtesten Kurfürsten (August der Starke) haben ihn die HTW-Tüftler "August der Smarte" getauft- Letztlich basiert der mobile Assistent basiert allerdings auf einem Basisdesign aus Thüringen: auf der Roboter-Plattform der Firma MetraLabs Ilmenau. Foto: HTW Dresden

So etwa soll der künstliche Pflegeheim-Nachtwächter aussehen, den die HTW zusammen mit Partnern entwickeln will. Auch einen Namen hat der Roboter schon: In Anlehnung an Sachsens wohl berühmtesten Kurfürsten (August der Starke) haben ihn die HTW-Tüftler „August der Smarte“ getauft- Letztlich basiert der mobile Assistent allerdings auf einem Grunddesign aus Thüringen: auf der Roboter-Plattform der Firma MetraLabs Ilmenau. Foto: HTW Dresden

Sachsen und Bayern wollen künstlichen Nachtwächter für Pflege- und Altenheime entwickeln

Dresden/Erlangen, 12. Juli 2017. Sächsische und bayrische Ingenieure wollen gemeinsam einen mobilen Nachtwächter-Roboter für Altenheime entwickeln. Der künstliche Wächter und Pfleger soll fähig sein, sich mit Menschen zu unterhalten. Denn er soll durch die Heime patrouillieren und zum Beispiel demente Senioren, die nachts auf Irrwanderungen unterwegs sind, zu ihren Zimmern zurückführen. Für ein entsprechendes Projekt hat die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) heute der federführenden Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Dresden knapp 815.000 Euro Fördergeld aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) zugesagt.

Gesundheitsministerin Barbara Klepsch. Foto: hw

Gesundheitsministerin Barbara Klepsch. Foto: hw

Ministerin Klepsch: „Technische Assistenten bald aus Pflegealltag nicht mehr wegzudenken“

„Mit diesem Projekt wird der Grundstein für einen gewinnbringenden Einsatz von Roboterassistenten in der Pflege und Therapie Demenzkranker gelegt“, schätzte Ministerin Klepsch ein. „Technische Assistenten könnten bald aus dem Pflegealltag nicht mehr wegzudenken sein. Die Unterstützung wäre ein Gewinn für alle Beteiligten, allen voran die Patienten, die von mehr Zuwendung und Förderung profitieren könnten.“

Polizei-Gesichtserkennung identifiziert künftig Rentner

Beteiligt sind an dem Projekt „Care4All“ neben der HTW auch die TU Dresden, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und die kommunale Altenheimgesellschaft „Cultus gGmbH“ der Landeshauptstadt Dresden. Außerdem ist die Cognitec Systems GmbH an Bord: Das Dresdner Unternehmen mit seinen 70 Beschäftigten ist auf Gesichtserkennungs-Technologien spezialisiert. Diese „FaceVacs“-Lösungen kommen bisher zum Beispiel in der Grenzsicherung und bei diversen Polizeibehörden zum Einsatz, aber auch für die automatische Erkennung von Promis und Kriminellen durch die Kamerasysteme in Casinos und Hotels. Diese Fähigkeit technischer Systeme, menschliche Gesichter zu unterscheiden, soll nun auch auf künstliche Altenpfleger übertragen werden.

Prototyp soll durch Altenheim und Neurologie-Klinik gondeln

„Ein Prototyp soll innerhalb eines definierten Bereichs eines Cultus-Pflegeheims beziehungsweise der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden autonom patrouillieren, Bewohner und Patienten in potenziell kritischen Situationen erfassen und mit dem diensthabenden Personal kommunizieren“, kündigte das Sozialministerium an. „Es soll untersucht werden, inwieweit der Roboterassistent in der Lage ist, sich mit den Bewohnern bzw. Patienten zu unterhalten, diese zum Zimmer zu geleiten oder deren Aufenthalt in potentiell sturzgefährdeten Bereichen zu verhindern.“ Auch wollen Ingenieure und Mediziner bei „Care4All“ untersuchen, ob solch ein Roboter auch in der Aktivierungstherapie für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen geeignet ist.

Abzuwarten bleibt indes, inwieweit solch ein Pflege-Roboter Jobs vernichtet oder die menschlichen Pfleger eher unterstützt.

Autor: Heiko Weckbrodt

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