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Barock-Spiele in Lichtenwalde

Putten, Blumenrabatten, gepflegte Wege und ein sehr schöner Baumbestand machen den Schlosspark zu einer Oase der Ruhe und Entspannung. Foto: Peter Weckbrodt

Putten, Blumenrabatten, gepflegte Wege und ein sehr schöner Baumbestand machen den Schlosspark zu einer Oase der Ruhe und Entspannung. Foto: Peter Weckbrodt

Oigers Wochenendtipp: Spielzeuge aus Augusts Zeiten im Park ausprobieren

Lichtenwalde, 7. Juli 2017. Zu einem Spielvergnügen für die ganze Familie laden das Schloss und der Park Lichtenwalde am 9. Juli von 11 bis 17 Uhr ein. Lichtenwalde? Da klingelt es bei den Wenigsten. Der Eine oder Andere erinnert sich an die gleichnamige Abfahrt von der A 4 vor den Toren von Chemnitz. Wer hier abfährt und anschließend der Beschilderung zum Barockschloss Lichtenau folgt, steht bereits 5 Minuten später vor einem bemerkenswerten Barock-Ensemble. Ein Minister August des Starken ließ die dreiflüglige Anlage von 1722-1726 bauen, sein Sohn fügte später den Park hinzu.

Überwältigende Sichtachsen

Nach historischem Vorbild rekonstruiert, kann sich der Lichtenwalder Barockpark mit seinen 10 Hektar, mit seinen überwältigenden Sicht- und Wegachsen, 335 historischen Fontänen, Pavillons und Sitzbänken mit jedem großen Park in Deutschland messen, auch an den vom Oiger bereits vorgestellten Parkanlagen von Zabeltitz, Rammenau und zuletzt Großsedlitz.

Die höhenmäßige Abstufung der Parkanlage mit geschickt angelegten Sichtachsen soprgt für ständig wechselnde Erlebnisbereiche. Foto: Peter Weckbrodt

Die höhenmäßige Abstufung der Parkanlage mit geschickt angelegten Sichtachsen soprgt für ständig wechselnde Erlebnisbereiche. Foto: Peter Weckbrodt

Übergang vom Barock zum Rokoko

Die in Rotsandstein ausgeführten Terrassen stehen für den Übergang vom Barock zum Rokoko. Doch der Blick des Besuchers schweift eher hin zu den antiken Amphoren, Statuen und Blütenrondellen. Blicke ins Tal der unten sich schlängelnden Zschopau laden den Besucher zum Verweilen ein. Alle Anlagen sind behindertengerecht angelegt. Hohe, sich geradezu endlos erstreckende Hecken sowie ein üppiger Baumbestand machen das Flanieren in dieser großstadtnahen grünen Oase auch an hochsommerlich heißen Tagen zum ungetrübten Genuss.

Hoch über der Zschopau gelegen, bieten sich dem Besucher aus dem Park reizvolle Ausblicke in das mittelsächsische Hügelland. Foto: Peter Weckbrodt

Hoch über der Zschopau gelegen, bieten sich dem Besucher aus dem Park reizvolle Ausblicke in das mittelsächsische Hügelland. Foto: Peter Weckbrodt

Viele Bäume gespendet

Bemerkenswert groß ist die Zahl der Spender von Baumpflanzungen, die dies überhaupt erst möglich machten. Der hervorragende Pflegezustand aller Parkanlagen trägt ebenfalls dazu bei, dass der Aufenthalt im Park zum ungetrübten Genuss wird. Gut beraten ist, wer sich beim Bummel durch den Park des an der Kasse erhältlichen Übersichtsplanes bedient, weil er sonst einige ebenso sehenswerte wie hinter Bäumen und Hecken versteckte Erlebnisbereiche übersieht.

Auch erzgebirgische Holzspielzeug-Tradition fließt ein

Der Barock-Spiele-Tag jährt sich in diesem Jahr zum fünften Mal. Er verwandelt den Park in ein Spieleparadies. Entlang der schier endlos langen Parkalleen können die Lichtenwalder Parkspiele ausprobiert werden. Es sind an Ort und Stelle ausleihbare Outdoor-Spiele. Sie greifen sowohl die Idee des Spielens im Barock als auch die Tradition der erzgebirgischen Holzspielzeughersteller auf, sie sind lehrreich und unterhaltsam gleichermaßen. Dazu kommen noch insgesamt 17 XXL-Spiele. Dies sind herrschaftliche Kugel-, Strategie- und Geschicklichkeitsspiele vergangener Jahrhunderte, die im Wettstreit zu erproben sind. Diese Spiele sind auch für Kinder ohne Altersbegrenzung geeignet.

Neben dem klssischen Material Sandstein überraschen den Besucher auch moderne Kunstwerke in Polyester und PVC, wie hier "Lady´s Brücke". Foto: Peter Weckbrodt

Neben dem klssischen Material Sandstein überraschen den Besucher auch moderne Kunstwerke in Polyester und PVC, wie hier „Lady´s Brücke“. Foto: Peter Weckbrodt

Dazu gibt es Livemusik mit „Les Matelots“. Für kurzweilige Unterhaltung sorgt das Kostüm- und Modetheater „Gnadenlos Schick“, Barocke Flaneure mischen sich unter die Gäste. Für die Kinder werden Bastelmöglichkeiten vorbereitet. Auch innerhalb des barocken Ensembles können sich die Besucher stärken. Am historischen Springbrunnen lädt im hinteren Parkteil ein Biergarten zum Verweilen ein.

Das Barockschloss Lichtenwalde beherbergt bemerkenswerte Ausstellungen. Foto: Peter Weckbrodt

Das Barockschloss Lichtenwalde beherbergt bemerkenswerte Ausstellungen. Foto: Peter Weckbrodt

Abstecher in die Schloss-Schatzkammer

Nichts hindert den Besucher daran, auch einen Blick in die Schatzkammer des Schlosses Lichtenwalde zu werfen. Dabei wird er sehr schnell feststellen, dass die Einordnung als „Schatzkammer“ keine marketingfreundliche Übertreibung des in insgesamt fünf Geschossen Gezeigten ist. Der Oiger wird in einer späteren Ausflugsempfehlung über die im Schloss gezeigten ständigen und die derzeit vorhandenen Sonder-Ausstellungen informieren.

Besucherinformationen

Was?

Schloss & Park Lichtenwalde

Wo?

Schlossallee 1, 09577 Niederwiesa/OT Lichtenwalde

Öffnungszeiten:

Park April bis Oktober tgl. 9.30-18Uhr

Eintrittspreise:

Park: 3 Euro, Erm. 2,50 Euro, Flanierticket Schloss + Park 10 / 8 / 34 Euro. Schloss April bis Oktober Di-So 10 bis 18 Uhr. Eintritt Barockspieletag: 6 Euro, Erm. 4 Euro, Vorschulkinder frei.

Kontakt

Telefon: 037291-3800

Internet: schloesserland-sachsen.de

Anfahrt:

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[caption id="attachment_67607" align="alignleft" width="117"]Peter Weckbrodt. Foto: IW Peter Weckbrodt. Foto: IW[/caption]Peter Weckbrodt hat ursprünglich Verkehrswissenschaften studiert, wohnt in Dresden und ist seit dem Rentenantritt journalistisch als freier Mitarbeiter für den Oiger und die Dresdner Neuesten Nachrichten tätig.

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