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Mildenstein: Die Kinderstube der Fürsten

Selbst die Suppe kochen und auslöffeln können die Besucher in der Schwarzküche. Foto: Peter Weckbrodt

Selbst die Suppe kochen und auslöffeln können die Besucher in der Schwarzküche. Foto: Peter Weckbrodt

Oigers Wochenendtipp: Sachsen hat Burg Mildenstein mit Millionenaufwand saniert

Mildenstein, 9. Juni 2017. Wenn sich eine sächsische Burg bestens saniert und ausgesprochen familienfreundlich gerüstet den Besuchern präsentiert, dann sollten wir uns ihrem Willkommensruf nicht verweigern. Also auf zur Burg Mildenstein, bei Leisnig hoch über der Freiberger Mulde gelegen. Rund 5 Millionen Euro hat sich der Freistaat Sachsen in den vergangenen 3 Jahren allein die Sanierung des Herrenhauses kosten lassen. Das ist nun wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. Das Herrenhaus präsentiert jetzt die neue Dauerausstellung „Der Hof der jungen Herrschaft“ sowie die ehemalige Fürstenstube in ihrer ursprünglichen Größe.

Hoch über der Freiberger Mulde thront die Burg Mildenstein. Foto: Peter Weckbrodt

Hoch über der Freiberger Mulde thront die Burg Mildenstein. Foto: Peter Weckbrodt

Essen selberkochen in der Mittelalter-Küche

Zunächst betreten wir einen gastlich hergerichteten Großen Vorraumraum, dessen Bodenbelag aus geschliffenen Steinplatten in Rotem Rochlitzer Porphyr auffällt. Dann erreichen wir die Hofstube, die zum Aufenthalt in geselliger Runde einlädt. Zu deren Linken geht es zu der fast aus dem Nichts wiedererstandenen Schwarzküche. Sie zieht uns mit magischer Kraft an, weil in der ganz mittelalterlich mit offenem Feuer betriebenen Küche die Familien sich selbst ihr leckeres Mittagssüppchen über dem offenen Feuer kochen können. Das lassen wir uns selbstverständlich nicht entgehen. Doch diesen Spaß heben wie uns für später auf.

Interaktives Mitmachen ist angesagt auf Mildenstein. Im Burghof können Schulklassen sogar richtig Brotbacken. Foto: Peter Weckbrodt

Interaktives Mitmachen ist angesagt auf Mildenstein. Im Burghof können Schulklassen sogar richtig Brotbacken. Foto: Peter Weckbrodt

Handwerkliche Meisterleistung

Über den komplett restaurierten, bis unter das Dach reichenden Wendelstein kommen wir im Obergeschoss in den Fürstensaal. Er beeindruckt mit seiner neu gefertigten hölzernen Kassettendecke – eine handwerkliche Meisterleistung. In eine der vier Raumecken steht ein prächtiger Renaissance-Kachelofen – eine Augenweide. Im Fürstensaal finden künftig Trauungen, Konzerte, Seminare aber auch und festliche Veranstaltungen statt.

Auch ein Paar neue Schuhe können Erwachsene wie Kinder anprobieren. Foto: Peter Weckbrodt

Auch ein Paar neue Schuhe können Erwachsene wie Kinder anprobieren. Foto: Peter Weckbrodt

Alltagswelt der Prinzessinnen und Prinzen

Die Burg Mildenstein war bis etwa 1450 die historische kurfürstliche Kinderstube, zeitweise auch Nebenresidenz für den sächsischen Hof. Vor allem die acht Kinder des Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen und seiner Frau Margaretha von Österreich verbrachten lange zeit auf der Burg. Wer dafür ein Faible hat, kann hier an Hand vieler gezeigter Sachzeugnisse tief in das kurfürstliche Leben jener Zeit eindringen. In der Tafelstube werden Aspekte des Alltagslebens am Prinzen- und Prinzessinnenhof aber auch der Übergang von der Reiseherrschaft, wie sie im deutschen Mittelalter typisch war, zum Leben in fürstlichen Residenzen aufgezeigt.

Ein riesiges interaktives Wimmelbild lädt zum Berufesuchen mit dem Tablet ein. Foto: Peter Weckbrodt

Ein riesiges interaktives Wimmelbild lädt zum Berufesuchen mit dem Tablet ein. Foto: Peter Weckbrodt

Per Tablet ins Mittelalter

Dem Besucher werden Aspekte der Säuglingspflege, der medizinischen Versorgung und der Bildung sowie Erziehung der Kinder genau so vermittelt wie die Auswahl an „Freizeitmöglichkeiten“, die es im Hochmittelalter an den Höfen gab. Und da setzt auch der interaktive Abschnitt des Museumsbesuches für die Kinder an: Neben den Hofgewändern, die von Jung und Alt probiert werden können, lädt ein faszinierendes riesengroßes Wimmelbild zum Mitmachen und Gestalten ein. Die Kinder sind aufgefordert, die auf einer mittelalterlichen Burg vertretenen und letztlich unentbehrlich notwendigen Berufe und Ämter zu entdecken. Wo und wer ist der Hofmarschall, wo die Amme oder der Küchenmeister? Mittels Tablet lassen sich die im Umgang mit der „neumodischen“ Technik bestens vertrauten Kleinen von deren Aufgaben erzählen.

Da sollten sich die Eltern bzw. die Großeltern gedulden, das dauert seine Zeit! Bleibt festzustellen, dass die Dauerausstellung im neu zugänglichen Herrenhaus voll auf interaktive und damit freundliche Familiengestaltung setzt. Auch die Ausstellungsräume in der Vorderburg sind familienfreundlich.

Panorama-Blick vom Burgturm auf die Freiberger Mulde

Zum Besuch der Burg Mildenstein gehört unbedingt der Aufstieg auf den Burgturm. Eine komfortable Treppe führt hinauf. Unsere Mühe wird mit einem beeindruckenden Rundblick über das Städtchen Leisnig, das Muldental und die sanfte mittelsächsische Hügellandschaft reichlich belohnt.

Autor: Peter Weckbrodt

Übersichtsplan der Burg Mildenstein. Repro: Peter Weckbrodt

Übersichtsplan der Burg Mildenstein. Repro: Peter Weckbrodt

Besucherinformationen:

Was?

Burg Mildenstein

Wo?

Burglehn 6, 04703 Leisnig,

Öffnungszeiten:

Di-Fr 10 bis 17 Uhr, Sa/So/ Feiertage 10 bis 18 Uhr

Eintrittspreise:

Erw. 5 Euro, Erm. 2,50 Euro, Familien mit max. 4 Kindern 11 Euro, Einzelpersonen mit max. 2 Kindern 6 Euro

Kontakt

Telefon Tel.: 034321- 625 60, -> mehr Infos im Netz hier

Kultursommer:

Vom 25. bis 27. August lädt die Stadt Leisnig im Rahmen des Mittelsächsischen Kultursommers zum 21. historischen Burg- und Stadtfest ein -> mehr Infos hier im Netz

Anfahrt:

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