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Airport Barcelona El Prat für den Flugsimulator

Mit handmodellierten Objekten versucht LatinVFR etwas vom Flair der katalanischen Hauptstadt einzufangen. Abb.: Screenshot/ Jan Gütter

Mit handmodellierten Objekten versucht LatinVFR etwas vom Flair der katalanischen Hauptstadt einzufangen. Abb.: Screenshot/ Jan Gütter

Aller guten Dinge sind drei?  LatinVFR stellt 3. Umsetzung des katalanischen Hauptstadt-Airports für Flugsimulatoren vor

Nach der Ankündigung von LatinVFR, an einer Neuumsetzung von Barcelona El Prat zu arbeiten, werden einige Flugsimulator-Freunde sicherlich verwundert die Augen gerieben haben. Denn mit den Versionen von Aerosoft und JustSim gibt es immerhin bereits zwei Varianten des hoch frequentierten Flughafens in der katalanischen Hauptstadt. Allerdings ist Aerosofts „Barcelona X“ mittlerweile doch sehr in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Und über die Qualität der „JustSim“-Szenerie gehen die Meinungen weit auseinander. Raum genug also für einen Dritten im Bunde. Mittlerweile hat Aerosoft angekündigt, ebenfalls an einer Aktualisierung zu arbeiten. Über mangelnden Wettbewerb kann man sich also in Barcelona nicht beklagen. Aber der ist ja bekanntlich gut fürs Geschäft – und vor allem für uns, die Kunden.

Top Performance trotz hohen Detailgrads

Das erste was auffällt, wenn man sich auf den Flughafen stellt, ist die sehr gute Performance. Das überrascht insofern als dass sich El Prat mit seinen zwei großen Hauptterminals über ein riesiges Areal erstreckt. Außerdem hat LatinVFR der näheren Umgebung und vor allem der Stadt Barcelona jede Menge handmodellierte Objekte spendiert.

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Normalerweise ist diese Opulenz ein Garant für miese Performance. Aber offenbar hat LatinVFR den Dreh raus was die Optimierung der Flughafenszenerie angeht. Da kann man nur den Hut ziehen, denn es gibt nur wenige Entwickler, die eine herausragende Optik mit guter Performance verbinden können.

Auch bei anderen, normalerweise natürlichen Feinden der Simulatorperformance hat LatinVFR geklotzt und nicht gekleckert. So sind sämtliche Terminalfenster, und davon gibt es nicht zu wenig, transparent gestaltet und auch die Innenräume sind durchaus detailliert modelliert.

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Transparenz ohne Performanceverlust: LatinVFR zeigt wie es geht.

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Auch das Innenleben der Terminals ist durchaus detailliert modelliert.

An anderen Stellen, die aber weit weniger augenfällig sind, wie z.B. bei der Auflösung von Bodentexturen außerhalb des eigentlichen Flughafengeländes, merkt man, dass auch LatinVFR Kompromisse eingehen muss. Das gilt auch für die Dichte des 3D Grases, dessen virtuelles Wachstum doch eher als spärlich zu bezeichnen ist. Allerdings dürfte auch der echte Boden in Barcelona nicht gerade den idealen Nährboden für dichtes, saftiges Gras bilden.

Endlich voll funktionsfähig: SODE Jetways

Löblich ist ebenfalls die Einbindung von beweglichen Jetways über SODE (SimObject Display Engine). War diese neue Schnittstelle bis vor kurzem noch sehr fehlerbehaftet und ließ sich nur schwer zur Zusammenarbeit bewegen, scheint sie nun ausgereift und stabil. Auch die Einbindung von SODE in das Bodenservice Programm „GSX“ ist mittlerweile sehr gelungen und erleichtert die Arbeit des Hobbypiloten ungemein. Einzig die Bewegung der Jetways zueinander an Gates mit mehr als einem Ausleger ist noch verbesserungswürdig. Hier kann es schon mal passieren, dass ein Finger durch den anderen hindurchfährt. Ob es an einer falschen Ausgangsstellung oder einer falschen Animation liegt lässt sich dabei schwer sagen. Ist der Finger einmal am Flugzeug angedockt, sieht auch alles so aus, wie es sein sollte.

Update 10. Mai 2017: LatinVFR hat heute ein Zusatzpaket veröffentlicht, das es erlaubt, die Jetways alternativ auch mit STRG-J zu bedienen, also unter Umgehung der SODE Schnittstelle.

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Übt sich in Moderation: der Speicherverbrauch

Um ein Thema kommen wir bei modernen Flughafenszenerien für Prepar3D (P3D) und Flightsimulator X (FSX) natürlich nicht herum: den Speicherverbrauch oder auch Virtual Address Space (VAS). Gerade bei umfangreichen Szenerien mit vielen Details, wie Barcelona El Prat, schrammt der Simulator gern an der Grenze von 3,5 Gigabyte. LatinVFRs Umsetzung ist hier keine Ausnahme. Allerdings übt sich die Szenerie durchaus in Moderation. Sofern Textur- und Meshauflösung nicht auf den Maximalwerten stehen, verblieben in meinem Test mit einem Aerosoft Airbus A320 noch runde 450 Megabyte VAS. Das ist nicht üppig, aber fliegbar. VAS Monster vom Schlage eines FlightsimLabs A320 sehen das sicher anders, aber das ist nicht die Schuld der Szenerie. Hier hilft nur, die Regler für Autogen, Texturen und Mesh ordentlich nach links zu schieben. Dazu empfehle ich auch noch einmal meinen ausführlichen Test des FSL Airbus A320.

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Das neuere der beiden Terminals: Terminal 1.

Fazit

Mit Barcelona El Prat hat LatinVFR eine hervorragend modellierte Szenerie abgeliefert, die sich durch einen hohen Detailgrad und dennoch eine durchweg sehr gute Performance auszeichnet. Bewegliche SODE Jetways und transparente Glasflächen inklusive Innenarchitektur sowie ein moderater Speicherverbrauch runden das gute Gesamtpaket ab.

Autor: Jan Gütter

LatinVFR Barcelona El Prat für P3D, FSX und FSX:SE ist bei simmarket für 26,18 EUR erhältlich. 

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