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March for Science in Dresden

Auch sächsische Wissenschafts-Freunde marschieren gegen gegen wuchernden Humbug in Politik und Netzwerken

Dresden, 19. April 2017. Aus Protest gegen das Abdriften der Menschheit ins postfaktische Zeitalter wollen am Sonnabend weltweit zahlreiche Forscher und Sympathisanten in „Science Marches“ für eine wissenschafts-fundierte Gesellschaft auf die Straße gehen. Bei solch einem Wissenschaftsmarsch darf auch Dresden als einer der größten deutschen Forschungsstandorte nicht fehlen: Am Samstag startet einer dieser überparteilichen „Science marches“ mit einer Auftaktkundgebung gegen 13.30 Uhr auf Theaterplatz.

Zeichen gegen „alternative Fakten“

„Wir demonstrieren, um Zeichen zu setzen gegen eine unwissenschaftliche Weltsicht und ,alternative Fakten‘, die unsere moderne Lebensweise und die offene, demokratische Gesellschaft in Gefahr bringen“, betonen die hiesigen Initiatoren in einem gemeinsamen Aufruf an alle Sachsen. „Die demokratische Meinungsbildung unserer Gesellschaft und die politische Entscheidungsfindung sollten auf nachgewiesenen Fakten beruhen.“

Raus aus dem Elfenbeinturm

„Die Initialzündung für diese Initiative war zwar in den USA, aber das Thema betrifft uns alle“, sagt der 25-jährige Mitorganisator Konstantin Macher, der an der TU Dresden „Internationale Beziehungen“ studiert. „Und gerade auch hier in Dresden wollen wir die Wissenschaftler ein bisschen aus dem Elfenbeinturm herausholen und mit ihnen einen gesellschaftlichen Dialog anregen.“ Zu den regionalen Initiatoren gehören unter anderem das „Netzwerk Teilchenwelt“, die TU, die Planck-, Fraunhofer-, Leibniz- und Helmholtz-Institute sowie weitere Einrichtungen des Forschungsverbundes „Dresden-concept“.

2000 Wissenschaftsfreunde in Dresden erwartet

Und so werden auch zahlreiche Forscher und Forschungspolitiker zum Auftakt des Dresdner Wissenschaftsmarsches auf dem Theaterplatz als Redner erwartet. Dazu gehören die sächsische Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD), der Dresdner TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen, SLUB-Direktor Prof. Thomas Bürger und viele andere. Die Veranstalter rechnen allein in Dresden mit etwa 2000 Demonstranten und betonen ausdrücklich, dass nicht nur Wissenschaftler, sondern alle Menschen auf der Demo willkommen seien. Die Wissenschaftsmarschierer werden voraussichtlich vom Theaterplatz über den Postplatz, die Wilsdruffer und die Pillnitzer Straße ziehen, um sich dann über die Carolabrücke zur Abschlusskundgebung im Regierungsviertel zu bewegen.

Initative in USA entstanden

Weltweit werdebn am 22. April voraussichtlich mehrere Hunderttausend, womöglich auch Millionen Menschen an über 500 regionalen Wissenschaftsmärschen teilnehmen. Die Hauptveranstaltung ist in der US-Hauptstadt Washington. Die Wissenschaftsmarsch-Bewegung entstand unter anderem als Gegenpol zum Twitter-Präsidenten Donald Trump, der gerne mal kühne Behauptungen aufstellt, und als Antwort gegen kaum belegte Beschwörungstheorien und Falschmeldungen aller Couleur, die im Internet Hochkonjunktur haben.

Autor: Heiko Weckbrodt

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