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Der Chef 2.0 führt mit Empathie und Stärke

Ying und Yang

Wer führen will, sollte sich selbst ins Gleichgewicht bringen. Abb.: hw

Wer Personalverantwortung im Unternehmen trägt, braucht heute mehr als nur Entschlusskraft

Mitarbeiter erwarten von ihrem Chef im Unternehmen, in Instituten oder Behörden vor allem Führungsstärke und fachliche Kompetenz – das war schon immer so. Doch diese klassischen Qualitäten allein reichen heute nicht mehr allein aus, um eine Belegschaft erfolgreich zu führen: Denn die in vielen Belegschaften immer mehr dominierende sogenannte „Generation Y“ rekrutiert sich aus hochqualifizierten Mitarbeitern, für die Selbstentfaltung und Privatleben mindestens ebenso wichtig sind wie das Engagement für die Arbeit und die berufliche Karriere. Und diese Nachwuchskräfte erwarten von ihren Vorgesetzten auch die Fähigkeit und Bereitschaft, teamorientiert zu führen. Das hat eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der „Initiative Zukunftsfähige Führung“ (izf) in Stuttgart ergeben.

Umfrage: Mitarbeiter wollen Entwicklungsperspektiven

Demnach erwarteten beispielsweise zwei Drittel der befragten Nachwuchskräfte von ihren Chefs die Fähigkeit, Konflikte zu lösen. 55 % nannten als Führungsqualität die Bereitschaft, die Meinung der Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Auch soll ein gutes Management den Beschäftigten die Chance geben, „sich entsprechend ihren Fähigkeiten und Interessen zu entwickeln“ (49 %) und die Mitarbeiter „ermutigen, selbstständige Entscheidungen zu treffen“ (48 %).

Besonders für Akademiker sind Freiräume wichtig

In offenen Interviews danach befragt, „welche Fähigkeiten für Führungskräfte heute besonders wichtig sind“, rangierten in den Antworten „Empathie“ und „Menschlichkeit“ sogar auf einer Ebene mit klassischen Kompetenzen wie „Durchsetzungskraft“ und „Entschlossenheit“. Diese besonderen „neuen“ Führungsqualitäten sind laut der izf-Analyse für die Belegschaft umso wichtiger, je höher der Anteil der Akademiker ist. „Für Führungskräfte, deren Mitarbeiter mehrheitlich keinen akademischen Hintergrund haben, sind dagegen klare Anweisungen und Durchsetzungsstärke den Mitarbeitern gegenüber deutlich wichtiger“, heißt es in der Zusammenfassung.

Viele Unternehmen finanzieren Weiterbildung

Wichtig ist es den Akademikern dabei vor allem, Freiräume in der Arbeit zu haben, und sich weiterqualifizieren und weiterentwickeln zu können. Daher ist es auch in vielen einst hierarchisch geführten größeren deutschen Unternehmen inzwischen üblich geworden, dass Vorgesetzte mit ihren Mitarbeitern Entwicklungsgespräche führen, in denen die Erwartungen, Einschätzungen und Karriere-Optionen auf beiden Seiten besprochen werden. Immerhin 87 Prozent der Manager mit Personalverantwortung in deutschen Unternehmen geben zudem laut dem Statistikportal „Statista“ an, die Weiterbildung ihrer Leute mindestens teilweise zu bezahlen.

Seminare können helfen, modernen Führungsstil zu entwickeln

Allerdings ist auch eines für Chefs zu bedenken: So wie sich Mitarbeiter weiterbilden wollen und sollen, gilt ähnliches auch für Führungskräfte. Nun heißt es zwar, dass manchen der führende Umgang mit Menschen in die Wiege gelegt sei. Aber alle anderen können sich diese Kompetenzen aneignen – in speziellen Führungsseminaren. Denn auch das haben zahlreiche Umfragen gezeigt: Viele Chefs sind zwar überzeugt, dass sie sehr gut führen. Doch fragt man die Mitarbeiter, ergibt sich ein ganz anderes Meinungs-Bild. Von daher gilt auch für Geschäftsführer, Direktoren, Abteilungsleiter und andere Vorgesetzte: Sich – wenn auch nicht unbedingt vor versammelter Belegschaft – selbstkritisch mit der eigenen Art des Führens auseinander zu setzen und sie zusammen mit Profis zu verbessern, ist keine Schande, sondern gehört zum Führungsstil 2.0.

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